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Rezessionsgefahr und Euro-Schuldenkrise – es gibt gute Gründe, die in nächster Zeit für rückläufige Inflation sprechen. Darauf deuten auch die beiden Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hin, denen sich noch weitere anschließen dürften. Anleger können die sinkenden Zinsen jedoch kalt lassen, sofern sie sich jetzt attraktive Konditionen sichern. Allerdings tragen viele ihr Geld aus einer diffusen Angst vor ausländischen Banken lieber zur nächsten Sparkasse und begnügen sich mit Mini-Zinsen. Dabei sind solche Sorgen in aller Regel unbegründet.
0,8 Prozent im Jahr: So „viel“ bekommen Anleger von einer Sparkasse in Nordbayern, wenn sie 10.000 Euro für die Dauer von drei Jahren in einem Sparbrief binden. In 36 Monaten fließen auf diese Weise spärliche 240 Euro an Zinsen. Wer die Konditionen einer Volksbank aus dieser Region wissen will, bekommt auf der Website nicht einmal Informationen, sondern muss sich direkt an seinen Berater wenden – ein Schelm, wer glaubt, dass dem Finanzberater der Verkauf einer niedrig verzinsten Anlage im persönlichen Kontakt leichter fallen könnte.
Im Vergleich dazu bieten etliche Banken aus dem In- und Ausland weitaus attraktivere Konditionen, wie der Vergleich der langfristigen Anlagezinsen der FMH-Finanzberatung zeigt. So zahlt etwa die estnische BIGBANK bei einem dreijährigen Sparbrief 4,15 Prozent im Jahr. Die britische Bank of Scotland überweist vier Prozent, und die Santander Direkt Bank bringt es immerhin noch auf 3,75 Prozent. Das bedeutet: Wer 10.000 Euro etwa bei der Bank of Scotland anlegt, bekommt mit 1.200 Euro fünf Mal (!) so viel Zinsen wie bei besagter Sparkasse.
Doch solange Anleger sich mit den Mini-Zinsen von Sparkassen und Volksbanken zufrieden geben, sehen diese keinen Grund, ihre Geschäftspolitik zu ändern. Hintergrund für das Beharrungsvermögen deutscher Sparer: Viele glauben, dass deutsche Banken, insbesondere Sparkassen, deutlich „sicherer“ seien, als Geldinstitute aus dem Ausland. Doch dieser „Home Bias“, wie die Tendenz zu heimischen Anbietern oder Geldanlagen auch genannt wird, ist in aller Regel nicht wirklich stichhaltig – aus zwei Gründen.
Der erste Grund: In allen Ländern der Europäischen Union greift die gesetzliche Einlagensicherung, die pro Anleger und Bank 100.000 Euro absichert. Sollte es tatsächlich zu einer Bankpleite kommen, muss die Einlagensicherung einem Kunden innerhalb von 30 Tagen, nachdem er seine Forderung geltend gemacht hat, maximal den abgesicherten Betrag auszahlen. Das einzige rationale Motiv, das gegen eine Anlage im Ausland sprechen könnte: Man muss seine Ansprüche in der Sprache des betreffenden Landes geltend machen. Doch im Fall der Fälle könnte es durchaus sein, dass die EU hier für Erleichterungen sorgt.
Der zweite Grund: Etliche ausländische Banken stehen weitaus besser da, als viele deutsche Sparer vermuten. So erfüllt etwa die international tätige Banco Santander mit Hauptsitz in Spanien als eine der ersten europäischen Großbanken die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht EBA. Sie deckt ihre risikobehafteten Geschäfte mit den geforderten neun Prozent an (hartem) Eigenkapital ab, wie die „Financial Times Deutschland“ jüngst berichtete. Damit ist das größte Geldhaus der Euro-Zone quasi der Musterschüler unter den Banken. Eine Sippenhaft mit dem EU-Sorgenkind Spanien ist daher nicht gerechtfertigt.
Estland, die Heimat der BIGBANK, wiederum gilt inzwischen als eines der Musterländer der Europäischen Union. Zwar wurde der baltische Tigerstaat von der Finanzkrise im Jahr 2008 tief in die Rezession gezogen, doch die Politik hat offenbar die richtigen Maßnahmen ergriffen: Nach einer Studie der Berenberg Bank und einer Brüsseler Denkfabrik rangiert der baltische Tigerstaat in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und Staatsfinanzen nun vor den allermeisten anderen EU-Ländern und hängt in der Gesamtwertung sogar Luxemburg und Deutschland ab. Mit einer Staatsverschuldung von nur 6,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehört Estland zu den EU-Ländern mit den solidesten Finanzen. Deutschlands Staatsverschuldung lag 2011 bei rund 83 Prozent.
Fazit: Für welche Bank man sich bei der Geldanlage entscheidet, sollte nicht nur davon abhängen, ob es sich um ein in- oder ein ausländisches Geldinstitut handelt.
Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung
Für eine erste Überlegung reicht es oft schon, den Durchschnittszins oder die Angebotsspanne zu kennen.
| Produkt | FMH-IndeX | Spanne | ||
|---|---|---|---|---|
| Baugeld | 5 Jahre | 2,27 | 1,93 - 4,58 |
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| Baugeld | 10 Jahre | 2,80 | 2,53 - 4,90 |
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| Baugeld | 15 Jahre | 3,24 | 2,89 - 4,35 |
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| Ratenkredit | 36 Monate | 6,82 | 4,33 - 11,99 |
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| Ratenkredit | 48 Monate | 6,80 | 4,86 - 11,99 |
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| Ratenkredit | 60 Monate | 7,18 | 4,99 - 13,99 |
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| Stand: 16.05.2012 | ||||
für das “Best Tagesgeld Zertifikat (WKN HV5VS6)” die Tagesgelderhebung der FMH-Finanzberatung eigesetzt werden? Ausschlaggebend dafür war die Unabhängigkeit und Seriösität der Tagesgelderhebung der FMH-Finanzberatung.
die gesetzlichen Krankenkassen allein im Jahr 2010 insgesamt 131,5 Milliarden Euro ausgegeben haben?
durch die Finanzkrise bereits Anfang 2009 weltweit ein Vermögen von rund 50 Billionen Dollar vernichtet wurde, wie die asiatische Entwicklungsbank schätzt?
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer Zusage, dass alle Spareinlagen in Deutschland zu 100 Prozent gesichert sind, eine Garantie für rund eine Billion Euro übernommen hat?
auch Fonds als mündelsichere Anlagen zugelassen sind? Der Bundesverbands Investment und Asset Managament (BVI) listete im Juni 2007 insgesamt 164 Fonds auf, die dieses Kriterium erfüllten. Im Februar 2010 waren es bereits 190 Fonds.
die Deutsche Apotheker- und Ärztebank die größte Genossenschaftsbank ist? In großem Abstand dazu finden sich mit Stand 2009 die Sparda-Bank Baden Württemberg und die Berliner Volksbank in der Liste. Mit einer Differenz von etwa einer Millirde Euro folgt die Sparda-Bank Südwest und mit einem ähnlichen Abstand die BBBank.
Hypothekendarlehen nach einer Zinsfestschreibung von über zehn Jahren vorzeitig und kostenlos vom Darlehensnehmer gekündigt werden können. Voraussetzung ist, dass seit der Vollauszahlung zehn Jahre vergangen sind. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Geregelt ist das Ganze in § 489 BGB (früher im § 609a BGB).
Ende 2010 in Deutschland statistisch gesehen 42,3 Mio Bundesbürger ein Auto besessen haben und 30 Mio. einen Bausparvertrag? 19.100.000 Verträge wurden bei den privaten Bausparkassen und 10.900.000 Verträge bei den LBS Bausparkassen geführt.
die Redaktion der Zeitschrift “Finanztest” Zinsmeldungen von Banken und Vermittlern vor einer Veröffentlichung regelmäßig erst mit den Zinsberechnungen auf der FMH-Seite abgleicht? Vielen Dank für dieses indirekte Lob über die Qualität der FMH-Recherche!
Besitzer einer Eigentumswohnung per Gesetz verpflichtet sind, Renovierungsrücklagen zu bilden? Faustformel: Pro Quadratmeter Wohnfläche sollte pro Monat ein Euro zurückgelegt werden. Dies ist auch die Größenordnung, die Hausbesitzer auf freiwilliger Basis zurücklegen sollten.
Bausparkassen bei Veröffentlichungen der ausgezahlten Hypothekendarlehen das Guthaben- und Darlehensvolumen als einen Betrag ausweisen? So sind in den rund 21,6 Milliarden Euro für das Jahr 2010 der privaten Bausparkassen mehr als zehn Milliarden Euro an Ansparguthaben enthalten.
die tatsächliche Rendite bei mehrjährigen Sparanlegen niedriger ist, wenn es heißt, dass die Zinsgutschrift dem Konto am Laufzeitende gutgeschrieben wird? Typisch ist dies zum Beispiel für österreichische Bundesschätze. Ein Zinsatz von 3,75 Prozent für zehn Jahre ergibt eine vergleichbare Rendite bei üblichen Geldanlagen mit jährlicher Zinsgutschrift von 3,28 Prozent, weil die Zinsgutschrift am Laufzeitende erfolgt.
mit den Vergleichsrechnern und Tools der FMH-Finanzberatung allein im Jahr 2010 insgesamt 15,7 Mio. Berechnungen durchgeführt wurden?
im Grundbuch nicht die tatsächlichen Zinsen eingetragen werden, sondern ein Zinssatz von 15 bis 20 Prozent? Die hohen Grundschuldzinsen führen nicht zu einer Übersicherung, denn sie gelten nur im Falle einer Verwertung der belasteten Immobilie und dann auch nur, wenn die Summe der Forderungen den Grundschuldbetrag übersteigt. Grundschuldzinsen sind eine zusätzliche Sicherheit und keine Forderung.
eine Million Euro – bestehend aus zweitausend 500-Euro-Scheinen – einen Geldstapel von 22 Zentimetern Höhe ergibt? Möchten Sie eine Milliarde Euro mit 500-Euro-Scheinen aufstapeln, wäre ein Geldstapel von 220 Metern notwendig. Nur wenige Hochhäuser in Frankfurt erreichen diese Höhe.
rund 55 Prozent der Sparer noch immer aufs Sparbuch setzen, gefolgt von Bausparverträgen, Renten- und Lebensversicherungen – und das bei einer Verzinsung, die in den meisten Fällen unter der Inflationsrate liegt?
Sie darauf achten müssen, dass die Bank eine Schufa-Anfrage für ein unverbindliches Darlehensangebot als „Anfrage Kreditkonditionen“ deklariert und nicht als Kreditanfrage. dann wirkt sich eine solche Schufa-Anfrage nicht negativ auf Ihr bei dieser Kreditauskunftei erfasstes “Scoring” aus.
seit der Föderalismusreform jedes Bundesland die Grunderwerbsteuer frei festsetzen darf? Als erstes hat das Land Berlin den bisher einheitlichen Satz von 3,5 auf 4,5 Prozent angehoben. Dann folgten Hamburg, Sachsen-Anhalt, Bremen und Niedersachsen mit 4,5 Prozent. Das Saarland erhöht auf vier Prozent – Brandenburg und Thüringen sogar auf fünf Prozent.
nach einer Berechnung des Bundesverbands Investment und Asset Managament (BVI) ein Sparer Ende 2010 einen Betrag von 128.946 Euro auf dem Konto hätte, wenn er die in den vergangenen 30 Jahren monatlich 100 Euro in einen deutschen Aktienfonds eingezahlt hätte? Bei einer Sparleistung von 36.000 Euro ergibt dies eine Durchschnittsrendite von 7,49 Prozent.
die Bundesbürger 2010 insgesamt 1,868 Billionen Euro in Sparbüchern, Sparbriefen, auf Tages- und Festgeldkonten angelegt oder auf dem Girokonto geparkt hatten.
laut einer GfK-Studie (März 2008) im Auftrag des Bankenverbandes festgestellt wurde, dass nur 44 Prozent der Ratenkreditkunden eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben?
nach Beobachtung der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. vor allem Sparkassen und Volksbanken Entgelte und Gebühren von ihren Kunden verlangen, obwohl entsprechende BGH-Urteile dies untersagen? Als positives Beispiel ist hier die Deutsche Bank anzuführen.
der Euribor die Zinssätze abbildet, zu denen sich 57 namhafte europäische Banken – unter ihnen zehn deutsche Banken – gegenseitig Geld leihen? Jeweils 15 Prozent der höchsten und niedrigsten Zinsnennungen fließen nicht in den Euribor mit ein.
die deutschen Haushalte im III. Quartal 2010 mit insgesamt 1,527 Billionen Euro verschuldet waren?
Für eine erste Überlegung reicht es oft schon, den Durchschnittszins oder die Angebotsspanne zu kennen.
| Produkt | FMH-IndeX | Spanne | ||
|---|---|---|---|---|
| Tagesgeld | 5.000 Euro | 1,45 | 0,19 - 3,00 |
|
| Tagesgeld | 50.000 Euro | 1,44 | 0,19 - 2,60 |
|
| Festgeld | 3 Monate | 1,01 | 0,25 - 2,40 |
|
| Festgeld | 12 Monate | 1,53 | 0,50 - 3,00 |
|
| Sparbriefe | 2 Jahre | 1,67 | 0,45 - 3,25 |
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| Sparbriefe | 5 Jahre | 2,39 | 1,00 - 4,15 |
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| Stand: 16.05.2012 | ||||
Es wird jeweils der Zinssatz für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro dargestellt. Die Zinsangaben beruhen auf dem FMH-IndeX.
| Zinssatz aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag. | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tagesgeld | Festgeld | 6 Monate | 12 Monate | |||
| Aktuell (16.05.2012) | 1,45% | 1,16% | 1,53% | |||
| Gestern | 1,47% | 1,16% | 1,53% | |||
| Vor einer Woche | 1,49% | 1,18% | 1,56% | |||
| Vor drei Monaten | 1,65% | 1,34% | 1,79% | |||
| Vor sechs Monaten | 1,80% | 1,46% | 1,89% | |||
| Vor einem Jahr | 1,30% | 1,30% | 1,78% | |||
| Vor 2 Jahren | 1,13% | 0,97% | 1,29% | |||
| Vor 3 Jahren | 1,88% | 1,68% | 1,98% | |||
| Vor 4 Jahren | 3,22% | 3,80% | 4,26% | |||
| Vor 5 Jahren | 2,72% | 3,17% | 3,77% | |||
| Quelle: FMH-Finanzberatung | ||||||
Es wird der Effektivzins zu den vergangenen Stichtagen dargestellt. Die Zinsangaben beruhen auf dem FMH-IndeX.
| Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag. | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 10 Jahre | 15 Jahre | ||||
| Aktuell (16.05.2012) | 2,27% | 2,80% | 3,24% | |||
| Gestern | 2,27% | 2,82% | 3,26% | |||
| Vor einer Woche | 2,30% | 2,87% | 3,36% | |||
| Vor drei Monaten | 2,47% | 3,04% | 3,52% | |||
| Vor sechs Monaten | 2,67% | 3,15% | 3,63% | |||
| Vor einem Jahr | 3,71% | 4,14% | 4,61% | |||
| Vor 2 Jahren | 3,05% | 3,79% | 4,23% | |||
| Vor 3 Jahren | 3,77% | 4,35% | 4,72% | |||
| Vor 4 Jahren | 4,83% | 4,98% | 5,21% | |||
| Vor 5 Jahren | 4,83% | 4,84% | 5,05% | |||
| Quelle: FMH-Finanzberatung | ||||||
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