Baufinanzierung am Jahresende

Frankfurt 07.12.2017 –– Viele Banken schließen ihre Bücher deutlich vor dem 31.12. Neue Darlehen sind dann nicht mehr zu haben. Was Baufinanzierer unter Zeitdruck beachten sollten.

Zeit ist Geld. Das ist keine ganz neue Erkenntnis. Für Immobilienkäufer, die noch bis zum Jahresende eine Finanzierung auf die Beine stellen müssen, ist sie aber aktueller denn je. Denn wenn der Kaufpreis fürs Eigenheim noch 2017 fällig wird, muss es bei der Kreditanfrage vor allem um eine Frage gehen: Ist die Auszahlung des Darlehensbetrages noch vor Silvester möglich?

Wer jetzt erst mit den Recherchen beginnt, hat sich einiges vorgenommen. Drei Wochen sind nicht viel, um alle erforderlichen Unterlagen bereitzustellen (beziehungsweise beim Bauträger oder Makler abzugreifen). Dennoch ist es elementar, den Papierkram akribisch zu erledigen, denn die meisten Banken fangen erst an, ein Angebot auszuarbeiten, wenn die folgenden Basisunterlagen vorliegen:

  • Grundbuchauszug
  • Lageplan/Flurkarte
  • Baubeschreibung
  • Quadrat- oder Kubikmeter Berechnungen
  • Bei Eigentumswohnungen: Die Teilungserklärung

Ebenfalls zu den Akten gehören

  • eine Kostenaufstellung (bei notwendigen Modernisierungen)
  • ein Kaufvertragsentwurf
  • die Kopie der Wohngebäudeversicherung
  • bei bestehenden Objekten Farbfotos.

Aus eigener Kraft organisieren müssen angehende Eigenheimbesitzer zudem die geforderten persönlichen Unterlagen. Meist verlangen Banken die Einkommensnachweise des letzten Jahres und die Abrechnungen der vorangegangenen drei Monate. Bei Selbstständigen sind die Bilanzen der vergangenen drei Jahre und die aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung wichtig. Aber auch Scheidungsurteile und sonstige Kreditverträge sind Bestandteil für das Finanzierungsgespräch beim Banker.

Apropos Banker: Den Termin für ein Treffen sollten Interessenten so schnell wie möglich festzurren. Viele Banken wollen die letzten Arbeitstage des Jahres für die Abwicklung laufender Anfragen und den Jahresabschluss nutzen und sich nicht mit neuen eiligen Anfragen belasten. Das kann im Ergebnis dazu führen, dass Kunden in Zeitnot sich nicht mehr den Geldgeber mit den besten Konditionen aussuchen können, sondern sich für den schnellsten Banker entscheiden müssen.

Eile mit Weile

Bei aller gebotenen Eile sollten sich Kaufinteressenten allerdings nicht zu überhasteten Entscheidungen drängen lassen. Es mag ja sein, dass der Verkäufer möglichst schnell sein Geld sehen will. Für den Käufer, der die Immobilie selbst nutzen will, braucht sich hingegen nicht zu hetzen. Steuerlich macht es keinen Unterschied, aber er 2017 oder 2018 den Kaufpreis bezahlt. Idealerweise sollte daher im notariellen Kaufvertrag genügend Zeit eingeplant werden, um die Abläufe etwas zu entzerren. Idealerweise sollte zwischen Notarvertrag und Kaufpreiszahlung ein Zeitraum von sechs bis acht Wochen liegen. So bleiben alle Beteiligten, vor allem aber der Käufer selbst, von unnötigen Zeit- und Entscheidungsdruck verschont. Stattdessen kann er die vielleicht wichtigste Investition seines Lebens sorgfältig vorbereiten und mit dem FMH-Hypothekenvergleich die besten Angeboten ausfindig machen.

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