Bausparvertrag

Frankfurt 01.08.2014 –– Die Entscheidung fürs Eigenheim steht, die Umsetzung kann aber erst in ein paar Jahren erfolgen? Kein Problem. Zukünftige Bauherren können sich die aktuellen Niedrigzinsen schon heute sichern – mit dem richtigen Bausparvertrag.

Er erfüllt für angehende Hausbesitzer dieselbe Funktion wie ein Forward-Darlehen für jene, die bereits gekauft haben und sich gegen steigende Zinsen am Ende der Zinsbindung absichern wollen.

Interessenten sollten allerdings darauf achten, dass die Vertragsgestaltung auf ihre Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zugeschnitten ist. Dabei hilft der Bausparvergleich der FMH-Finanzberatung. Mit ihm lässt sich für unterschiedliche Szenarien berechnen, welche Rückzahlungsraten Kunden in den verschiedenen Tarifen erwarten. Weiterer Vorteil: Das Durchkalkulieren mehrerer Varianten gibt angehenden Bauherren einen guten Überblick über die komplexen Zusammenhänge eines Bausparvertrags. Insbesondere gilt es dabei zu klären: Wie wirkt sich die Wartezeit zwischen Vertrags-Abschluss und Vertragsauszahlung auf die Höhe der Rückzahlungsrate aus? Was bedeutet es für die monatliche Belastung, wenn der Darlehenszins besonderes niedrig angesetzt ist? Und wie verändert eine längere Wartezeit die Höhe der späteren Tilgungsraten?

Was möglich ist, verdeutlicht das folgende Beispiel:

Ein junger Vater plant den Erwerb eines Reihenhauses. Er hat 80.000 Euro gespart. Derzeit liegt das Geld auf einem Tagesgeld-Konto – zu mickerigen Zinsen. Würde der Mann diesen Betrag in einen Bausparvertrag einbringen, könnte er nach vier Jahren eine Bausparsumme von 200.000 Euro zugeteilt bekommen. Die monatliche Rate läge bei 940 Euro. Abbezahlt wäre das Darlehen in 12,5 Jahren.

Ist das zu teuer, hat der Bauherr zwei Möglichkeiten, die Belastung zu senken. Variante eins: Er lässt sich mehr Zeit. Erfolgt die Zuteilung zum Beispiel erst nach 58 Monaten, müsste der Mann bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen pro Monat nur 820 Euro zahlen. Der Darlehenszins des Bauspardarlehens läge, wie auch im Ursprungsfall, bei 3,5Prozent. Schuldenfrei wäre der Mann nach 15 Jahren.

Variante zwei: Er senkt die Bausparsumme. Diese Spielart wird interessant, wenn der Baubeginn exakt nach den besagten vier Jahren erfolgen muss. In diesem Fall bietet es sich an, den Vertrag nur noch in einer Größe von 180.000 Euro planen. Der Effekt: Bei gleicher Soforteinzahlung (80.000 Euro) wären pro Monat nur noch 720 Euro zu zahlen. Der Darlehenszins des Bauspardarlehens läge bei 2,45 Prozent und die Entschuldung wäre in 13,5 Jahre vollzogen.

Denkfehler vermeiden

Dennoch gilt: So verlockend niedrige Zinsen auch sein mögen – beim Abschluss eines Bausparvertrags sollten sie nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Denn je niedriger die Zinsen sind, desto schneller muss der Kredit später abbezahlt werden. Das kann die monatlichen Belastungen während der Tilgungsphase in horrende Höhen treiben. Probleme gibt es vor allem dann, wenn – wie so oft – noch ein weiteres Bankdarlehen benötigt wird, um die Immobilie zu finanzieren. In solchen Konstellationen kommt es immer wieder vor, dass der Bauherr auf das Darlehen mit den garantiert niedrigen Zinsen verzichten muss, weil er sich den teuren Hausbau sonst gar nicht mehr leisten könnte.

Tipp: Für die meisten Bauherren genügt eine Zinsabsicherung von 3,5 Prozent. Sollten die Hypothekenzinsen später niedriger sein, verzichtet man auf das Bauspardarlehen. Sind sie höher, freut man sich, dass man sein Bauspardarlehen mit 3,5 Prozent in aller Ruhe tilgen kann und genügend Geld zur Verfügung hat, um etwaige weitere Kredite zu bedienen.