Frankfurt 15.12.2010 –– Die Zinsen für Bundesschatzbriefe sind in den vergangenen drei Monaten deutlich gestiegen. Brachten die über sechs Jahre laufenden „Schätzchen" im August 2010 eine jährliche Rendite von nur 1,44 Prozent, sind es aktuell schon 2,04 Prozent im Jahr – das entspricht einem Zinsanstieg um über 40 Prozent! Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung, geht davon aus, dass bald die ersten Banken die Zinsen für längerfristige Geldanlagen erhöhen werden, um attraktiv zu bleiben.

Noch nie seit dem Jahr 1969 notierten die Zinsen für Bundesschatzbriefe so niedrig wie im August 2010. Zudem zahlte die Bundesrepublik in jenem Monat für ihre zehnjährigen Bundesanleihen extrem geringe Zinsen. Dieses Bild hat sich mit dem Ausbruch der Irland-Krise gewandelt: Seither sind die Zinsen für die an der Börse gehandelten Bundesanleihen gestiegen – und in ihrem Schlepptau auch die Rendite der „Bundesschätzchen". Offenbar geht die Finanzwelt davon aus, dass die Kreditwürdigkeit Deutschlands, anders als bei der Griechenland-Krise, diesmal unter der sich verstärkenden Euro-Schuldenkrise leiden wird.

„Davon könnten Sparer profitieren, die ihr Geld längerfristig anlegen und dennoch flexibel bleiben möchten", sagt Max Herbst. So zahlen die Hanseatic Bank wie auch die PSD Bank Rhein-Ruhr als derzeit beste Anbieter für einen über sechs Jahre laufenden Vertrag mit steigenden Zinsen 2,51 Prozent im Jahr. Diese Verträge (Dynamik-Sparbrief bzw. WachstumsSparen) können schon nach einem Monat (Hanseatic) beziehungsweise nach einem Jahr gekündigt werden, wenn sich bessere Angebote finden sollten. Herbst geht davon aus, dass die Banken die Zinsen bald erhöhen könnten. Er rät Anlegern, den Markt zu beobachten und erst nach einer Zinserhöhung zuzugreifen. Wichtig sei aber auch, auf die Mindestanlage zu achten: Während man die Bundesschatzbriefe schon ab einer Summe von 52 Euro erwerben kann, beträgt die Mindestanlage bei der Hanseatic Bank 5.000 Euro. Weitere Detailinfos zu den einzelnen Alternativen im Schatzbrief-Vergleich (Bankangebote gegenüber Bundesschatzbriefen).