Frankfurt 05.01.2011 –– Geldeinlagen bei Banken innerhalb der Europäischen Union sind seit dem 31. Dezember 2010 besser geschützt: Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt nun 100.000 Euro pro Sparer und Institut. Zudem sollen Kunden im Fall einer Bankinsolvenz ihr Geld innerhalb von 30 Tagen zurückerhalten, was zuvor Monate dauern konnte. Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung, rät dennoch, vor allem bei Festgeld und Sparbriefen auf etwaige Risiken zu achten.

Durch die zweite Reformstufe der Einlagensicherung ist der Betrag, mit dem Einlagen von Bankkunden staatlich abgesichert werden, von 50.000 auf 100.000 Euro gestiegen. „Zudem greift diese Summe nun in allen Staaten der Europäischen Union", sagt der FMH-Inhaber. In der Tat waren Bankkunden, die sich für ein Angebot einer Bank mit Sitz im EU-Ausland interessierten, bis Silvester 2010 gut beraten, genau auf die Einlagensicherung zu achten: In Großbritannien etwa betrug diese Summe rund 55.000, in Frankreich 70.000, in den Niederlanden und Österreich 100.000 Euro.

EU-weit greift jetzt dieselbe gesetzliche Einlagensicherung

Nun gilt EU-weit dieselbe Summe von 100.000 Euro. Können Sparer ihr Geld jetzt problemlos bei einer Bank im EU-Ausland anlegen, wenn diese hohe Zinsen bietet? Im Prinzip schon, doch Max Herbst gibt zu bedenken: „Bei einer Bankpleite müssen die Kunden ihre Ansprüche in einem fremden Rechtssystem durchsetzen. Das sollte man bei der Wahl der Bank beachten." Vor allem Banken mit Sitz in den Niederlanden, Österreich und Groß-Britannien tun sich derzeit mit relativ hohen Zinsen hervor.

Streuung auf mehrere Banken ist sinnvoll

Insbesondere bei längerfristigen Festgeldanlagen und Sparbriefen ist auf eine Streuung des Risikos zu achten. Hintergrund ist die Finanzkrise, die sich inzwischen zu einer Krise der Staatsschulden und der Währungsunion ausgewachsen hat. Nach Herbsts Einschätzung ist nicht auszuschließen, dass Banken unter Druck kommen, wenn sich die Situation verschärft. Seine Empfehlung daher: Sparer sollten ihr längerfristig nicht benötigtes Geld bei mindestens zwei Banken anlegen. Auch beim Tagesgeld könne es nicht schaden, ebenso vorzugehen.

Ob eine Bank einem weiteren Einlagensicherungssystem angehört, das über die Vorgaben des Staates hinausgeht, erfahren Besucher der FMH-Website, wenn sie die Zinsvergleiche nutzen. Ein Klick auf den Info-Button – und der Nutzer kann sich über die Absicherung des Anlagebetrages informieren.  Manch einen dürfte vielleicht überraschen, dass die ING-DiBa, die Santander Consumer Bank oder auch einige türkisch klingende Banken dem Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken angehören.