Frankfurt 17.11.2008 –– Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank zeigen inzwischen Wirkung auf dem Geldmarkt: Der Euribor als Zinssatz für Geldleihen zwischen einer Woche und zwölf Monaten und der EONIA als Satz für Ausleihungen über Nacht haben sich seit Anfang Oktober um einen Prozentpunkt und mehr verbilligt.

Dies hat Auswirkungen auf die Anlagezinsen der Banken: Von 70 Banken, die von der FMH-Finanzberatung regelmäßig beobachtet werden, haben 49 Banken seit dem 27. Oktober die Sparbriefzinsen (eins bis fünf Jahre) gesenkt.  35 Häuser haben beim Festgeld die Zinssätze verringert, und auch beim ohnehin gering verzinsten Sparbuch haben noch acht Banken die Zinsen gekappt. Beim Tagesgeld waren es nur 10 Banken, die dem Zins-Trend nach unten gefolgt sind.

Norisbank bietet höhere Zinsen

Die Norisbank widersetzt sich dem Trend nach unten und bietet seit dem 17. November beim Tagesgeld sogar höhere Zinsen: Wer bis zu 50.000 Euro neu anlegt, bekommt jetzt bis zu 4,75 Prozent statt, wie bisher, 4,10 Prozent. Die Aktion, die für Alt- und Neukunden gilt, ist ein Dankeschön dafür, dass die Bank vom Fernsehsender n-tv und der FMH-Finanzberatung als beste Tagesgeldbank des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde. Das Bankhaus August Lenz, das sehr oft ganz vorne dabei war, hat sein Tagesgeldangebot komplett gestrichen.

Bei Raten- und Dispokrediten ist es mit Senkungen nicht weit her. Nur die Deutsche Bank hat zweimal um 0,5 Prozent und ihre Tochter Norisbank einmal den relativ hohen Dispozins zurückgenommen. Einige andere Banken indes haben die Kreditzinsen trotz der zweifachen Leitzinssenkung der EZB sogar angehoben. Vor allem regionale Banken und Sparkassen sind darunter. Bei den Ratenkrediten gibt es keine nennenswerten Zinsveränderungen.

FMH-Finanzberatung: November 2008