Frankfurt 07.07.2010 –– Mit Forward-Darlehen fahren Bauherren offenbar nur in jenen Phasen gut, in denen die Zinsen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedriger sind. Das ergibt sich aus einer Untersuchung der FMH-Finanzberatung mit Zinsdaten, die bis 2002 zurückreichen. Demnach haben Eigenheimbesitzer mit Forward-Darlehen, die sie eigentlich gegen steigende Zinsen schützen sollen, in den vergangenen Jahren bis zu 30.000 Euro mehr bezahlt als nötig.

„Der Abschluss eines Forward-Darlehens hätte sich bei einer Vorlaufzeit
von einem Jahr nur in 25 Prozent der Fälle gelohnt. Bei längeren
Vorlaufzeiten sehen die Ergebnisse sogar noch schlechter aus“, resümiert
FMH-Inhaber Max Herbst die Auswertung mit Daten ab dem Jahr 2002. So
wäre es bei einer Vorlaufzeit von 24 beziehungsweise 36 Monaten nur in
maximal 17 Prozent der Fälle besser gewesen, ein Forward-Darlehen
abzuschließen. „Auch uns haben diese Ergebnisse überrascht“, gibt
Zinsprofi Herbst zu.

Mehr geschadet als genutzt

Besonders deutlich machte sich das im Geldbeutel jener Bauherren bemerkbar, die 2002 ein 36-monatiges Forward-Darlehen für zehn Jahre fest abschlossen. Sie hätten die Anschlussfinanzierung im Jahr 2005 im Schnitt um drei Prozentpunkte billiger bekommen, wenn sie kein verbindliches Forward-Darlehen vereinbart hätten. Die finanziellen Konsequenzen: „Bei einem Darlehen von 100.000 Euro gaben diese Eigenheimbesitzer über die zehn Jahre hinweg rund 30.000 Euro mehr aus als nötig“, so Herbst. Auch Forward-Darlehensnehmer mit kürzeren Laufzeiten mussten unnötige Mehrausgaben tragen: Bei 12 Monaten Vorlaufzeit war im ungünstigsten Fall ein um 1,77 Prozent höherer Darlehenszins zu zahlen, bei 24 Monaten Vorlauf waren es maximal 1,84 Prozent.

Forward-Gewinne nur bei Abschluss im Jahr 2005

Einen Gewinn brachten die Forward-Darlehen nur im Jahr 2005, als die Zinsen sehr niedrig waren. „Im besten Fall – Vertragsabschluss im November 2005 und Ablösetermin zwei Jahre später – ließ sich ein Baukredit über 100.000 Euro bei einer Zinsbindung von zehn Jahren dank Forward-Darlehen rund 4.500 Euro günstiger finanzieren“, rechnet Herbst vor. Das Fazit der FMH-Studie, so Max Herbst: „Forward-Darlehen lohnen sich nur, wenn die Zinsen derart niedrig sind, dass eine Erhöhung in naher Zukunft sehr wahrscheinlich ist.“

Forward-Darlehen noch nicht unterschreiben!

Ob dies in den nächsten Jahren so kommen wird, ist unter Experten umstritten. Herbst rät daher, den Abschluss eines Forward-Darlehens zu planen und Gespräche zu führen, aber noch keinen Forward-Vertrag zu unterschreiben. Der Grund: Je länger sich der Abschluss hinauszögert, desto niedriger ist der Forward-Aufschlag. Allerdings sollte man auch darauf achten, den Zug nicht zu verpassen: „Wer in der aktuellen absoluten Niedrigzinsphase ein Forward-Darlehen zum richtigen Zeitpunkt unterschreibt, dürfte sich ziemlich lange darüber freuen“, so Max Herbst.

Interessierte finden die detaillierten Tabellen der
Studie zu den Forward-Darlehen unter der Rubrik Zinsen und Vergleiche »
Forward-Darlehen » Studie zu Forward-Darlehen
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