Frankfurt 12.05.2010 –– Bankkunden, die in der Vergangenheit einen Ratenkredit abgeschlossen haben, ohne zuvor die Website der FMH zu besuchen, staunten oft nicht schlecht: Während das Geldinstitut mit scheinbar günstigen Konditionen warb, sahen sich viele Kreditnehmer im tatsächlichen Vertragsangebot mit deutlich höheren Zinsen konfrontiert. Begründung der Banker: Der Kunde erreiche eben nicht die beste Bonitätsstufe.

Mit diesen Kampfzinsen bei Ratenkrediten soll es nach dem Willen des Gesetzgebers ab dem 11. Juni 2010 vorbei sein. Ab dann müssen Banken und Vermittler in ihrer Werbung Effektivzinssätze verwenden, die mindestens zwei Drittel der Kunden bekommen. Wir als FMH-Finanzberatung freuen uns, wie vermutlich auch viele Verbraucher, darüber, dass mit prahlerischen Zinsangaben wie „Unser Bestzinsangebot ab 2,99 %" dann Schluss sein wird, denn: Solche Bestzinsen haben nur ein bis zwei Prozent der Kunden erhalten.

Die FMH weigert sich aus diesem Grund seit Jahren, solche Schaufensterzinsen nach vorne zu stellen. Nur wenn ein Nutzer unserer Zinsvergleiche meint, dass er zur Gruppe mit der besten Bonität zählt, kann er diese Variante auswählen. Ist dies nicht der Fall, werden ihm die schlechten, aber realistischen Zinsen angezeigt. Zurzeit arbeiten die Banken nach unserem Kenntnisstand mit Hochdruck an Lösungen, die dem Gesetz Genüge tun und es dennoch erlauben, mit Kampfkonditionen zu werben. Denkbar wäre etwa, dass die moderaten und für die Mehrheit gültigen Zinsangebote in Fußnoten untergebracht werden. Es empfiehlt sich also, bei Kreditangeboten weiterhin wachsam zu bleiben.

Darüber hinaus glauben wir, dass der Anteil der Ratenkredite mit bonitätsabhängigen Zinsen schrumpfen wird. Zurzeit nennen 40 Prozent der in unseren Datenbanken erfassten Banken Zinssätze, die fast niemandem gewährt werden. Nur 60 Prozent der Kredithäuser nennen Sollzinssätze, mit denen jeder Kreditnehmer, normale Bonität vorausgesetzt, rechnen kann.