Frankfurt 11.04.2010 –– Hohe Dispozinsen, teure Kontoführung, wenige Geldautomaten – es gibt etliche Gründe, bei einer anderen Bank ein Girokonto zu eröffnen. Dumm nur, dass ein Bankwechsel mit einer Portion Schreibkram einhergeht. Doch mit ein wenig Strategie können Sie diese Aufgaben meistern. „Außerdem profitieren Bankkunden, die ihre Geldausgaben auf den Prüfstand stellen gleich doppelt", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung.

Die wichtigste Devise beim Wechsel des Girokontos lautet: bloß nichts überstürzen! Führen Sie neben dem neu eröffneten Konto das alte noch mehrere Monate weiter – zumindest solange, bis alle, die regelmäßig Geld überweisen oder abbuchen, die neuen Kontodaten kennen und bei geschäftlichen Transaktionen anwenden. Erst dann sollten Sie das alte Konto kündigen und auflösen lassen. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Lastschriften rückgebucht werden und Sie mit Mahngebühren belegt werden.

Stellen Sie Ihre Zahlungen auf den Prüfstand!

Nehmen Sie zudem die regelmäßigen Zuflüsse und Abflüsse auf dem bisherigen Konto unter die Lupe. Die Zahlungsausgänge lassen sich unterteilen in Lastschriften und Daueraufträge. Drucken Sie sich eine Übersicht über Ihre Daueraufträge aus oder bitten Sie Ihre bisherige Bank darum. Nun können Sie prüfen, ob alle Dauerausgaben noch notwendig oder gerechtfertigt sind. Eventuell zahlen Sie weiter für die Mitgliedschaft in einem Verein oder einem Fitness-Studio, obwohl Sie schon länger nicht mehr aktiv sind. „Wer bei seinen Zahlungsverpflichtungen mal richtig  ausmistet, kann mehr sparen als durch den reinen Kontowechsel", rät Max Herbst. Einen guten Dienst kann hier der „Kassensturz"-Rechner der FMH-Finanzberatung leisten.

In einem weiteren Schritt kündigen Sie bei Ihrem bisherigen Geldinstitut die Daueraufträge und richten die verbleibenden Daueraufträge bei der neuen Bank ein. Dabei sollten Sie bedenken, dass Banken für die Eintragung beziehungsweise Löschung solcher Aufträge in der Regel eine Woche benötigen. Ist das neue Institut eine Filialbank, helfen deren Kundenberater oft bei der Umstellung, indem sie die Unternehmen informieren. Inzwischen bietet aber auch manche Direktbank Unterstützung beim Kontoumzug. Erkundigen Sie sich danach.

Bei Lastschriften sollten Sie genau hinsehen

Besondere Aufmerksamkeit ist bei den Lastschriften gefordert. So buchen etwa Lebensversicherer, Stromkonzerne oder Gemeinden oft über diesen Weg vom Konto ab – und dies zuweilen nur einmal im Jahr. Da die Rückbuchung einer Lastschrift oft mit hohen Folgekosten verbunden ist, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Sehen Sie daher die Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate durch, prüfen Sie, ob die Ausgaben notwendig sind und unterrichten Sie die Gläubiger mit einem formlosen Schreiben über Ihre neuen Bankdaten, etwa mit folgendem Text:  „Bitte ziehen Sie die fälligen Beträge ab sofort von meiner neuen Bankverbindung ein". Geben Sie dazu Ihren Namen, die Kontonummer, die Bankleitzahl, die Bank sowie den Ort der Bank ein. Dabei kann Sie Ihre neue Bank gegebenenfalls unterstützen.

Informieren Sie auch Ihre Zahler rechtzeitig!

Doch vom Girokonto eines solventen Bankkunden geht nicht nur Geld ab; es fließt auch welches darauf. Informieren Sie daher rechtzeitig Ihren Arbeitgeber oder die Rentenkasse über Ihre neue Bankverbindung. Als Selbständiger teilen Sie Ihren Auftraggebern jeweils in der Rechnung die neue Bankverbindung mit. Im eigenen Interesse sollten Sie zudem ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie ein neues Geschäftskonto führen – „sonst könnte es sein, dass Ihr Kunde die alte Überweisungs-vorlage nutzt und die Zahlung auf dem alten Konto landet oder zurückgebucht wird, wenn das frühere Konto nicht mehr existiert", sagt FMH-Inhaber Herbst.

Haben Sie all Ihre „Hausaufgaben" erledigt und haben sich die neuen Gewohnheiten eingespielt, zerschneiden Sie die Karten für das frühere Konto und schicken sie zusammen mit der Kündigung an die Bank. Wer eine Geldkarte benutzt, sollte vorher in jedem Fall den Chip entladen.