Ansparpläne: Bausparkassen bieten Top-Konditionen

Frankfurt 18.11.2011 –– Wer kontinuierlich mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen will, ohne dabei Risiken einzugehen, ist mit Ansparplänen gut beraten. Doch die besten Konditionen kommen derzeit nicht von Banken, sondern von Bausparkassen: Bis zu 3,2 Prozent jährlicher Rendite für ausdauernde Sparer sind drin.

Viele Banken überschlagen sich aktuell mit Lockangeboten beim Tagesgeld: Trotz der Leitzinssenkung der EZB werden bis zu 2,75 Prozent gezahlt. Das ist schön für alle, die einige tausend Euro kurzzeitig parken wollen. Doch wer seinen Notgroschen erst noch ansparen oder Monat für Monat Geld für die Altersvorsorge beiseitelegen will, für den sind Ansparpläne oft die bessere Wahl.
Zum einen eignen sich Anleger auf diese Weise einen festen Sparrhythmus an, zum anderen wissen sie bei Sparplänen mit festen Zinssätzen genau, wie viel sie inklusive Zinsen letztlich ansparen – was beim Tagesgeld mit seinen veränderlichen Konditionen nicht der Fall ist. Gleichwohl kann es in einer Niedrigzinsphase wie der jetzigen sinnvoll sein, einen Sparplan mit variablen Zinsen abzuschließen. Nur so können Anleger davon profitieren, wenn die Zinsen in den nächsten Jahren anziehen.

Banken halten sich bei Sparplänen zurück

Die Banken jedoch tun sich in Sachen Ansparpläne derzeit nicht gerade hervor. Maximal 2,68 Prozent beträgt die durchschnittliche jährliche Rendite, wenn sieben Jahre lang monatlich 100 Euro angespart werden. Mit diesen bundesweit gültigen Konditionen liegt die NordFinanz Bank AG etwas vor der Volkswagen Bank direct mit 2,58 Prozent. Bei der Deutschen Bank müssen sich Sparer mit 2,0 Prozent allerdings bei festem Zinssatz begnügen. Nur wer im Großraum München wohnt, kann bei der PSD-Bank München eine Rendite von 3,06 Prozent einstreichen – bei variablem Zinssatz.

Fast 3,2 Prozent Jahresrendite bei Alte Leipziger

Deutlich besser fahren Anleger hingegen mit Bausparkassen, wie unsere Auswertungen zeigen. Wer brutto mehr als 25.600 Euro verdient und damit keinerlei staatlichen Zuschüsse erhält, kommt bei der Alte Leipziger Bauspar AG nach Abzug aller Kosten und Gebühren auf eine jährliche Rendite von 3,18 Prozent, falls das Guthaben nicht für wohnwirtschaftliche Investitionen verwendet wird. Bei einer Sparrate von 83 Euro im Monat – das ist die Summe, die Bausparkassen gerne zur Kalkulation ihrer Angebote verwenden – werden auf diese Weise im Lauf der sieben Jahre aus den eingezahlten 7200 Euro insgesamt 7806 Euro.

Etwas niedriger, aber noch deutlich vor dem besten bundesweiten Bank-Angebot rangiert die Bausparkasse Mainz mit einer Jahresrendite von 2,98 Prozent, dicht gefolgt von Schwäbisch Hall. Bei der genossenschaftlichen Bausparkasse kommen Sparer auf 2,93 Prozent jährlicher Rendite, während es bei Debeka noch 2,63 Prozent und bei BHW, dem Baufinanzierer der Postbank, 2,58 Prozent sind.

Bis zu 5,3 Prozent Rendite bei staatlicher Förderung

Liegt das Bruttoeinkommen unter dem Schwellenwert von 17.900 Euro und besteht daher Anrecht auf Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage, liegt die jährliche Rendite eines Sparplans der Alte Leipziger Bauspar AG sogar bei 5,30 Prozent. Dann werden aus den eingezahlten 7200 Euro am Laufzeitende 8417 Euro. Dies setzt jedoch voraus, dass der Sparer bei Vertragsschluss jünger ist als 25 Jahre. Anderenfalls fließt die staatliche Förderung nur, wenn das Geld für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Der Bausparberater der FMH liefert die aktuellen Werte.

FMH-Rechner sorgt für Vergleichbarkeit

Die Tarife der Bausparkassen bestechen im Vergleich zu Banksparplänen noch durch einen weiteren Vorteil: Sie sind einfach gestrickt und deshalb sehr transparent, was man nicht von jedem Banksparplan sagen kann. So fließt bei manchem Geldinstitut der Löwenanteil der Rendite erst am Ende der Laufzeit in Form eines Bonus. Bei der Postbank ist dieser Bonus fast fünf Mal so hoch wie die eigentliche Zinszahlung, was auf den ersten Blick beeindruckend aussehen kann. Der FMH-Vergleich „Ansparpläne“ errechnet Ihnen daher die jährlichen Renditen, da sich unterschiedlich konstruierte Banksparpläne nur auf diese Weise miteinander vergleichen lassen.

Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung