Festgeld und Kombi-Produkte

Frankfurt 16.01.2016 –– Viele Sparer und Anleger wollen im neuen Jahr vieles besser machen – und haben dank Weihnachtsgeld & Co die nötigen Mittel dazu. Vor allem Festgeld lockt mit attraktiven Realzinsen. Wir zeigen, welche Angebote sich lohnen.

Wer kennt sie nicht, die Gespräche, in denen sich das Gegenüber beklagt, dass es kaum noch Zinsen fürs Ersparte gebe? Oberflächlich betrachtet entspricht das der Wahrheit, doch die scheinbaren Gewissheiten können unbedarfte Sparer in die Irre führen. Denn entscheidend sind nicht die nominalen Zinsen, wie sie von den Banken angegeben werden müssen, sondern die realen Zinsen nach Abzug der Inflationsrate.

Entscheidend ist nur der Realzins

Dazu ein Beispiel: 1974 bekamen Sparer am Geldmarkt für dreimonatiges Festgeld einen fantastischen Nominalzins von 8,6 Prozent. Gleichzeitig lag die Inflationsrate nach Angaben der Deutschen Bundesbank bei fast sieben Prozent, sodass der Realzins bescheidene 1,6 Prozent betrug. 13 Jahre später, also 1987, lag der Nominalzins bei „nur“ 3,7 Prozent und die Inflation bei 0,3 Prozent. Damit konnten sich Sparer über einen Realzins von 3,4 Prozent freuen – das war trotz niedrigerer Nominalzinsen mehr als doppelt so viel wie 1974!

2015 brachte real bis zu 1,5 Prozent

Zurück in die Gegenwart! 2015 betrug die Inflationsrate nur 0,2 Prozent, während die Spitzenangebote von Banken bei Tages- und Festgeld, je nach Laufzeit, zwischen 1,2 und 1,7 Prozent im Jahr brachten. Damit belief sich der Realzins auf 1 bis 1,5 Prozent – das ist, wie viele beklagen, zwar weniger als zuvor, aber deutlich mehr als nichts! Freilich: Wer nicht selbst nach attraktiven Angeboten sucht, wird von Sparkasse, Volksbank & Co. gern mit Nominalzinsen um die Nulllinie abgespeist – dann ist auch der Realzins schnell bei null oder sogar negativ. Da wir nicht davon ausgehen, dass die Nominalzinsen 2016 spürbar steigen, lautet unser Tipp: Wer vernünftige Realzinsen will, muss zu den Top-Anbietern wechseln!

Tages- und Festgeld selbst kombinieren

Welche Möglichkeiten haben Sparer aktuell? Die erste Option besteht darin, Tages- und Festgeld mit unterschiedlichen Laufzeiten selbst zu kombinieren. Ideal wäre eine Laufzeit-Leiter von null bis drei Jahren. Bei gleicher Verteilung auf diese vier Produkte kommen Anleger, die Wert auf die deutsche Einlagensicherung legen, auf einen durchschnittlichen Nominalzins von 1,27 Prozent. Bleibt die Inflationsrate auf dem niedrigen Niveau, führt dies zu einem Realzins von gut einem Prozent. Wem die Einlagensicherung ausländischer Bankensysteme reicht, kann auch 1,69 Prozent einstreichen. Voraussetzung ist aber die Kontoeröffnung über den Vermittler Weltsparen.de. Dort finden sich auch Angebote, bei denen das Festgeld vorzeitig gekündigt werden kann, was bei deutschen Banken nicht vorgesehen ist. Zudem wird teilweise, trotz Kündigungsoption, auch eine Basisverzinsung bezahlt. Die Anlage erfolgt in Euro und wird vom Vermittler gemanagt, der auch auf die Erfüllung der steuerlichen Vorgaben achtet.

Interessante Kombi-Angebote von NIBC und VTB

Eine interessante Alternative sind Kombi-Angebote, bei denen die Bank selbst Tages- und Festgeldkonten in einem einzigen Produkt anbietet. Bei NIBC Direct mit Sitz in den Niederlanden können Sparer Geld zum Beispiel für zwei Jahre zu einem Zinssatz von 1,3 Prozent festlegen (Kombigeld). Gleichzeitig ist es möglich, täglich über die Hälfte des angelegten Geldes zu verfügen. Sinnvoll ist dies etwa, wenn größere Anschaffungen anstehen oder man auf den richtigen Zeitpunkt für den Kauf von Aktien oder Fonds wartet. Ist das Geld entnommen, kann es nicht mehr aufgefüllt werden. Bei der VTB Direktbank ist dies möglich, jedoch erlaubt die Bank nur die Entnahme von 20 Prozent des Betrages (VTB Duo). Die Bank mit Einlagensicherung in Österreich zahlt Sparern, die ihr Geld drei Jahre lang festlegen, aktuell 1,3%.