Ist Festgeld das bessere Tagesgeld?

Frankfurt 10.04.2018 –– Vor zehn Jahren löste Tagesgeld das Sparbuch ab, heute sieht es so aus, als ob Festgeld dem Tagesgeld den Rang ablaufen könnte. Denn Festgelder gibt es schon ab einem Monat Laufzeit – zu insgesamt besseren Konditionen als Tagesgeld.

Das Tagesgeld kann derzeit niemanden begeistern. Die wenigen guten Zinsen, die noch geboten werden, können sich praktisch täglich ändern. Selbst Angebote mit einer Zinsgarantie für drei bis sechs Monate sind unattraktiv, da die Verzinsung anschließend wieder ins „Uninteressant“ rutscht. Beispielsweise bei der ING-DiBa: Mit 0,75 Prozent Zinsen wird der Neukunde hier gelockt, für vier Monate garantiert. Bestandskunden dagegen erhalten nur magere 0,01 Prozent. Allerdings gilt der Neukunde nach den vier Monaten Zinsgarantie ebenfalls als Bestandskunde – ein klares Neukundenfangprogramm, wenn man es so nennen will: Denn statt der monatlichen 31,25 Euro als Neukunde erhält der Bestandskunde für 50.000 Euro pro Monat nur noch 0,42 Euro an Zinsen.

Festgeld als attraktive Alternative

Vermittler ermöglichen den Zugang zu attraktiven Zinsen im EU-Ausland. Doch auch Anleger, die der Anlagesicherheit ihres Heimatlandes und der Nachbarländer Frankreich, Österreich oder den Niederlanden mehr Vertrauen schenken, können sich gute Zinsen sichern: Eine Festgeldanlage für sechs Monate wird hier mit 0,61 Prozent bzw. 0,5 Prozent mit deutscher Einlagensicherung verzinst. Für ein und drei Monate liegt das Festgeld für 0,4 bis 0,5 Prozent mit deutscher, österreichischer oder niederländischer Einlagensicherung auf dem Konto. Die Banken über Vermittler bieten deutlich mehr: Bis zu 0,850 Prozent gibt es hier für 10.000 Euro selbst mit deutscher Einlagensicherheit, die drei und sechs Monate lang fest angelegt werden, hinzu kommt bei manchen Banken auch noch ein Bonus von 25 Euro. Und selbst für einen Monat bietet die Atombank über Zinspilot 0,65 Prozent Zinsen plus 25 Euro Willkommensbonus.

Doch was ist mit der Flexibilität?

Richtig, Tagesgeld bietet maximale Flexibilität, da man sein Erspartes jederzeit vom Konto holen kann. Andererseits: Festgelder gibt es bereits ab einem Monat – und vier Wochen lang auf das Ersparte verzichten bzw. vorauszuplanen, das sollte schon machbar sein. Noch lukrativer wird es, wenn man sein Erspartes für längere Zeit fest anlegt. Unser Tipp: Um eine gewisse Flexibilität zu wahren, könnten Sie Ihr Geld auf Festgeldkonten mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilen. Ein Betrag wird beispielsweise mit einem Monat Laufzeit angelegt und wenn das Geld zwischenzeitlich nicht gebraucht wird, kann es immer wieder für weitere vier Wochen fest geparkt werden. Ein anderer Betrag kann auf einem Festgeldkonto für drei oder sechs Monate angelegt werden.

So müssen Sie keine Angst davor haben, dass die Bank ihren Tagesgeldzins von einem Tag auf den anderen senkt. Ein kleiner Betrag kann immer auch dem Girokonto liegen, das bei den meisten Banken nicht schlechter verzinst wird als das Tagesgeld.

Zum Festgeldrechner, bei dem Sie bestimmen, welche Anbieter in den Vergleich kommen.