Die Anschlussfinanzierung planen

Frankfurt 24.05.2015 –– Der Zinsanstieg hat jene Hausbesitzer kalt erwischt, die glaubten, dass die Zinsen weiter sinken würden: Ihre Anschlussfinanzierung wird nun teurer. Aber es ist immer noch eine traumhafte Zinssituation, die es gilt zu nutzen.

Im Lauf der vergangenen Jahre wurde vorausschauenden Eigenheim-Besitzern von verschiedenen Seiten immer wieder empfohlen, sich mit einem Forward-Darlehen gegen einen Zinsanstieg bei der Anschlussfinanzierung abzusichern. „Dummerweise“ fielen die Hypothekenzinsen immer weiter, bis Top-Anbieter für zehn Jahre fest zuletzt weniger als ein Prozent verlangten. Für alle, die den Rat zum Forward-Darlehen befolgt hatten, war dies eine ernüchternde Erfahrung. Denn für das Folgedarlehen mussten sie später die vereinbarten höheren Zinsen zahlen, obwohl sie zum Ende der Zinsbindung teils weitaus günstiger hätten finanzieren können.

Erheblicher Dämpfer für Zinsoptimisten

Nun hat sich das Blatt gewendet. Denn Anfang Mai wurde der Trend zu immer und immer niedrigeren Zinsen empfindlich gebremst: Innerhalb von nur wenigen Tagen stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen kräftig von absurd niedrigen 0,05 auf immer noch geringe 0,71 Prozent – und mit ihr zogen die Hypothekenzinsen nach oben. So kletterte der FMH-Index für Hypotheken mit zehnjähriger Zinsbindung, in den wir 40 ausgesuchte und namhafte Banken aufgenommen haben, von 1,23 auf 1,45 Prozent. Manche Eigenheimbesitzer, bei denen die Anschlussfinanzierung ansteht, wünschen sich jetzt sicher, dass sie noch Ende April ein Forward-Darlehen vereinbart hätten.

Kunden mit „Pistole auf der Brust“

Schließlich sieht die Praxis für Kunden, die bereits in Vertragsverhandlungen mit einer Bank oder Versicherung stehen, derzeit so aus: Der Kreditgeber teilt ihnen mit, dass die Zinsen deutlich steigen werden und die Angebotsfrist eingehalten werden muss. Entweder der Kunde unterschreibe jetzt das vorliegende Angebot zum Anschlusskredit oder es verfalle und verteuere sich ab dem nächsten Tag spürbar – zum Beispiel um 0,45 Prozentpunkte bei einer Zinsbindung über 15 Jahre. Wer sich über diese „Pistole auf der Brust“ beklagt, sollte auch bedenken, dass viele Anschlussangebote der Banken in den vergangenen Monaten regelmäßig ignoriert wurden, weil die Zinsen weiter fielen bzw. unverändert blieben. Das Kalkül dahinter: Je länger man mit der Unterschrift wartet, desto günstiger würde das Forward-Angebot. Diese für Kreditnehmer bequeme Situation ist nun vorbei – jetzt sitzen die Banken wieder am längeren Hebel.

Forward-Darlehen als Gebot der Stunde

Nun kann man den traumhaften bzw. absurd niedrigen Zinsen von Ende April nachtrauern. Sinnvoller dürfte es jedoch sein, sich zwei Tatsachen zu vergegenwärtigen. Erstens: Die Hypothekenzinsen bewegen sich noch immer auf dem extrem niedrigen Niveau vom Februar 2015. Zweitens: Es kann jederzeit, wie Anfang Mai, zu einem überraschenden und kräftigen Zinsanstieg kommen – insbesondere dann, wenn die Inflationsraten in den nächsten Monaten um einiges höher ausfallen sollten als zuvor. Aus diesen Fakten ergibt sich beinahe automatisch, dass es sinnvoll ist, sich jetzt mit Hilfe eines Forward-Darlehens gegen einen Zinsanstieg abzusichern.

Klassischer Dreischritt zum idealen Darlehen

Bei der Auswahl des passenden Forward-Darlehens sollten Interessenten nichts überstürzen, sondern sich die Zeit für eine wohlüberlebte Entscheidung nehmen – immerhin sind sie an den Vertrag auch dann gebunden, wenn die Zinsen nicht so steigen wie befürchtet. Zum richtigen Darlehen führt der klassische Dreischritt „mindestens eine Offerte von der eigenen Bank sowie von einem TOP-Anbieter einholen, das beste Angebot auswählen und unterschreiben“. Einen guten Überblick über die besten Angebote bietet unser Forward-Darlehen-Vergleich, in den bereits alle Forward- und Beleihungsaufschläge eingearbeitet sind.

Der teuerste Urlaub des ganzen Lebens?

Natürlich kann es sein, dass die Zinsen in den Monaten nach Abschluss des Forward-Darlehens wider Erwarten um 0,2 Prozentpunkte oder mehr sinken. Doch das ist nicht wirklich ein Grund, sich zu ärgern. Schließlich hat man sich gegen steigende Zinsen und damit auch gegen einen weiteren abrupten Anstieg abgesichert, der ebenso wahrscheinlich ist. Richtig ärgerlich wäre es, wenn es mitten im eigenen Urlaub zu einem kräftigen Zinsanstieg kommt, man aber versäumt hat, das womöglich bereits vorliegende Forward-Darlehen zu unterschreiben. Das könnten dann – im Nachhinein betrachtet – sehr teure Ferien werden: 0,5 Prozent höhere Zinsen summieren sich innerhalb von 15 Jahren bei einem Restdarlehen von 150.000 Euro auf über 10.000 Euro an Mehrkosten.