Girokonto-Vergleich aktuell wichtiger denn je

Frankfurt 08.10.2016 –– Jammern und Klappern gehören zum Geschäft des Kaufmanns. Die Banken hört man derzeit vor allem klagen. Nun wollen sie mit neuen Kontomodellen ans Geld der Kunden. Unser Girokonto-Vergleich sorgt für Durchblick im Markt und spart bares Geld.

Seit dem 18. September müssen Banken dafür sorgen, dass ihre Kunden schneller das Girokonto wechseln können – so will es der Gesetzgeber, der damit eine kundenfreundliche Vorschrift der Europäischen Union umsetzt. Maximal zwölf Tage haben beide Kreditinstitute nun Zeit, um die Zahlungspartner über den Girokonto-Wechsel zu informieren. Bei einigen Häusern aber braucht dieser Vorgang dank konsequenter Digitalisierung nur ein paar Mausklicks und damit wenige Minuten. Welche Banken so kundenfreundlich agieren, zeigt unser Girokonto-Vergleich im Schnell-Check mit dem Symbol des grünen Daumens an.

Bankenbranche im Schraubstock

Dass der Bankensektor zur Stahlindustrie des 21. Jahrhunderts wird, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Branche steckt im Schraubstock zwischen schärferer Regulierung, extremen Niedrigzinsen, faulen Krediten und teils auch Betrügereien, für die nun Milliarden an Euro fällig werden. Deutsche Bank und Commerzbank haben angekündigt, Zehntausende von Stellen zu streichen. Ihre Malaise verdanken die Banken trotz anders lautender Klagen aber nicht nur weltweiten Niedrigzinsen, sondern auch eigenen Fehlern. Das spiegelt sich eindrucksvoll an Europas Börsen: Die dort gelisteten Banken notieren 80 Prozent (!) unterhalb des Hochs vom Jahr 2007 – die US-Banken indes liegen nur 35 Prozent darunter. Der Grund: In Übersee haben Staat, aber auch Banken energisch durchgegriffen und eine tragfähige Basis geschaffen.

Mit dem Lobbyist durchs Jammertal

In Deutschland verlegen sich die Lobbyisten bislang vorrangig aufs Jammern. Verbandsvertreter von Sparkassen und Volksbanken beklagen allenthalben, dass ihnen die Nullzinsen der EZB wie auch der negative Einlagezins die Luft zum Atmen nähmen – was leicht übertrieben erscheint. Doch seit einiger Zeit gehen sie die Sache offensiver an und drehen an der Gebührenschraube – vor allem für ihre Girokonten, die nach Bankangaben ein Zuschussgeschäft sind. Gleichzeitig werben die Institute mit teils sehr hohen Boni um neue Girokunden. Wie passt das zusammen? Beides ergibt erst Sinn, wenn man um die Bedeutung des Girokontos weiß. Als Drehkreuz für sehr viele finanzielle Transaktionen verschafft es den Banken Einblick, wer wie viel Geld hat und wie er es verwendet. Aus diesen Informationen lässt sich hervorragend Kapital schlagen – etwa durch den Verkauf von Bausparverträgen, Lebensversicherungen, Festgeld oder Ratenkrediten.

Girokonto-Vergleich trennt Spreu vom Weizen

In dieser Umbruchphase der Banken verwundert es daher nicht, dass viele Giro-Kunden Post erhalten, die sie über Neuerungen bzw. Verschlechterungen beim Girokonto unterrichtet. Der Trend geht klar weg vom kostenlosen Girokonto, auch bei Direktbanken. Wer sich aber mit steigenden Kosten und sinkenden Leistungen nicht zufriedengeben will, braucht einen zuverlässigen Überblick über die spezifischen Konditionen der Banken – und den gibt unser Girokonto-Vergleich. Dabei raten wir Wechsel-Interessenten zur Nutzung der Detail-Analyse, denn oft verstecken die Banken den Teufel im Kleingedruckten. Und es wäre ärgerlich, wenn man nach Vertragsabschluss entdecken würde, dass Selbstverständlichkeiten Geld kosten.

Neue Einnahmen erfinden – kein Problem für manche Banken

In der Tat erweisen sich etliche Banken als erfindungsreich, wenn es darum geht, neue Einnahmen zu generieren. So käme wohl kaum ein Kunde auf die Idee, dass eine Bank für die dritte oder fünfte Online-Überweisung, die er eigenhändig an PC oder Smartphone ausführt, Geld verlangen könnte. Auch wird wohl kaum damit gerechnet, dass für eine zweite Kreditkarte, die ein Haushalt in Anspruch nimmt, Gebühren anfallen, für die erste aber nicht. Ebenso stellt sich im Girokonto-Vergleich nur in der Detail-Analyse heraus, dass ab einer gewissen Anzahl von Bargeldabhebungen an den Automaten der eigenen Bank eine Gebühr anfallen könnte.

Fazit: Wir als FMH-Finanzberatung haben keine Probleme damit, dass Banken für echte Dienstleistungen Gebühren verlangen, etwa für Abhebungen am Schalter oder eine beleghafte Überweisung. Problematisch wird es aber, wenn der Kunde zahlt, ohne einen (zusätzlichen) Gegenwert zu bekommen. Dies ist bei Kreditkarten der Fall, denn hier profitiert die Bank schon anteilig von der Nutzung durch den Kunden. Ebenso dubios ist es, wenn sich die Häuser für den Versand von mTANs auf Handys bezahlen lassen, nachdem sie sich den postalischen Versand von TAN-Listen sparen. Kein Ruhmesblatt ist auch die Tatsache, dass ökonomisch schwache Kunden, die ein Basiskonto brauchen, mit fünf Euro im Monat zur Kasse gebeten werden. Für einen Hartz 4-Empfänger ist das rund ein Prozent dessen, was im Monat zur Verfügung steht.