Girokonto: Der Wechsel lohnt - auch für Disponutzer!

Frankfurt 29.11.2012 –– Viele Kontoinhaber, die den Dispokredit dauerhaft in Anspruch nehmen, schrecken davor zurück, bei einer anderen Bank ein Girokonto zu eröffnen – selbst wenn die Zinsen für ihre Kreditlinie hoch und die Kontoentgelte üppig sind. Ihre Sorge: Bei der neuen Bank müssen sie vielleicht auf ihren gewohnten und notwendigen Dispo verzichten. Doch diese Furcht ist unbegründet. Etliche Häuser gewähren neuen Giro-Kunden von Anfang an einen Dispokredit, wie FMH-Recherchen ergeben haben.

Wer bei einer Sparkasse oder Volksbank sein Girokonto unterhält, zahlt für den Dispokredit durchschnittlich zwölf Prozent Zinsen im Jahr. Bei einer permanenten Überziehung des Kontos um 2.500 Euro kassiert die Bank im Jahr so 300 Euro. Hinzu kommen für Kontoführung, Kartengebühren und einige Fremdabhebungen an Geldautomaten im Durchschnitt nochmals 120 Euro – macht zusammen 420 Euro an Kosten. Ein Wechsel zu einem guten Giro-Anbieter wie ING-DiBa, Deutsche Skatbank oder Deutsche Kreditbank (DKB) würde den Aufwand für die Dispozinsen um rund 100 Euro pro Jahr senken. Da diese Online-Banken keine Gebühren erheben, entfallen zudem die 120 Euro für die Kontoführung. Das jährliche Sparpotenzial zwischen regionaler Sparkasse beziehungsweise Bank und einer guten Online-Girokonto beträgt damit 220 Euro.

FMH-Kontovergleich erlaubt schnellen Überblick

Gerade Konteninhaber, die den Dispokredit oft in Anspruch nehmen, sollten nach solchen günstigen Alternativen Ausschau halten. Als idealer Ausgangspunkt bietet sich der FMH-Vergleich Girokonto und Dispozinsen an. Dort können Nutzer im „Schnell-Check“ die Konten unter anderem nach den Dispozinsen sortieren. Allerdings gewähren nicht alle Banken neuen Girokunden sofort einen Dispokredit, wie eine Umfrage der FMH-Finanzberatung unter 35 bundesweit und regional tätigen Häusern ergeben hat. Gleichwohl sind immerhin 14 bundesweit tätige Banken bereit, Neukunden umgehend einen Disporahmen einzuräumen, wenn diese ihre Bonität belegen können. Die Tabelle mit unseren Auswertungen finden Sie hier.

Schritt für Schritt zum passenden Konto

Interessenten sollten es mit der Kündigung ihres Girokontos keinesfalls überstürzen, sondern sorgfältig planen, bei welcher Bank sie ein neues Konto eröffnen wollen. Dazu gehört, dass sie gezielt mit einem Haus Gespräche führen, um herauszufinden, ob sie ihren Kreditbedarf dort unverzüglich decken können. Wer etwa permanent 2.000 Euro „in den Miesen“ ist, aber ein Gehalt sowie Einnahmen und Ausgaben nachweisen kann, die eine Kreditbedienung gewährleisten, dürfte wenig Probleme haben, ein neues Konto zu eröffnen. Wer gewöhnlich nur geringfügig in die roten Zahlen rutscht, könnte indes mit der DKB gut beraten sein – sie gewährt Neukunden bei normaler Bonität einen Dispokredit von 1.000 Euro.

Wichtig: Zins- statt Kreditanfrage

Im Rahmen der Bonitätsprüfung ist es wichtig, dass die Bank bei der Schufa keine Kreditanfrage, sondern eine Zinsanfrage stellt. Interessenten sollten darauf achten, dass dies auf der Erlaubnis zur Schufa-Abfrage vermerkt ist. Denn wenn Sie das Konto doch nicht bei der Bank eröffnen, würden sich mehrere Kreditanfragen negativ auf das Schufa-Ranking auswirken. Entgegen einer verbreiteten Meinung bedeutet ein Dispokredit noch keine negative Schufa-Auskunft. Nur wer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt, erhält negative Vermerke. Wer im Vorhinein sicher sein will, wie es um seine Bonität bestellt ist, kann selbst eine Schufa-Auskunft einholen.

Altes Konto nicht sofort auflösen!

Wenn klar ist, bei welcher Bank das neue Girokonto eröffnet wird, sollte das alte Konto noch einige Wochen bestehen bleiben. Die Lebenserfahrung zeigt, dass Kontowechsler die eine oder andere wiederkehrende Abbuchung vergessen und die Lastschrift in der Folge nicht ausgeführt werden kann, wenn das Konto nicht mehr existiert. Zudem muss die neue Bank den zuvor in Anspruch genommenen Dispokredit durch eine Überweisung auf das alte Konto ausgleichen.

Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung