EZB kauft weniger Anleihen

Frankfurt 23.11.2017 –– Die Europäische Zentralbank hat sich entschieden, die Zinswende (wenn auch langsam) anzugehen. Das allein wird jedoch nicht reichen, um Baugeld auf Dauer zu verteuern. Dafür haben inzwischen zu viele Akteure ihre Hände im Spiel.

Viele haben darauf gewartet. Nun ist es soweit. Ab Januar will die Europäische Zentralbank (EZB) für Anleihen statt 60 Milliarden Euro nur noch 30 Milliarden pro Monat ausgeben. Das ist nicht mehr und nicht weniger als eine Ankündigung, die Zinswende anzugehen. Langsam zwar. Aber immerhin.

Bedeutet das nun, dass Bauherren sich mittelfristig auf teurere Kredite einstellen müssen? Vieles spricht dafür – doch genaue Prognosen sind schwierig. Schließlich richtet sich die Höhe der deutschen Hypothekenzinsen längst nicht nur nach der Wirtschaftslage in der Bundesrepublik oder der EU. In Zeiten der Globalisierung hängt alles mit allem zusammen. Die Lage in den USA; aber auch Inflationsraten und Zinspolitiken aus Japan und China nehmen entscheidenden Einfluss darauf, wie billig oder teuer unser Baugeld ist.

Besonders relevant sind die folgenden Aspekte:

  • Weltweit wächst die Wirtschaft leicht und die Risiken von Bankpleiten sinken. Das spricht für eine Zinserhöhung
  • Andererseits nehmen politische Unruhen zu. In solchen Phasen suchen viele Anleger Sicherheit, wie sie etwa deutsche Bundesanleihen bieten.
  • Ein wichtiges Thema ist zudem die politische Lage in den USA: Wenn Präsident Donald Trump es tatsächlich schafft, seine geplante Steuerreform durchzusetzen, könnten das sowohl den Aktien- als auch den Anleihenmarkt kräftig aufmischen, weil wahlweise mehr oder weniger Geld in die größte Volkswirtschaft der Welt fließen würde.
  • Maßgeblichen Einfluss hat zudem die Preisentwicklung im Euroraum. Hält sich die Inflationsrate längere Zeit oberhalb der Zwei-Prozent, spräche auch das für steigende Zinsen.

Steigen die Hypothekenzinsen? Im Zick-Zack-Kurs nach oben

Wir bei der FMH-Finanzberatung gehen davon aus, dass die Inflationsraten in Deutschland und in einigen weiteren EU-Ländern schon bald deutlich steigen werden. Das dürfte bewirken, dass Deutschland etwas mehr bieten muss als nur Sicherheit – nämlich auch Rendite. Ein Plus von 0,5 bis 0,75 Prozentpunkten halten wir für durchaus realistisch. Diese Entwicklung ist auch für die Baugeldzinsen relevant, denn in der Vergangenheit zeichneten die Hypothekenzinsen stets die Entwicklungen der Bundesanleihen nach. Dabei dürfte es auch in Zukunft bleiben.

Die FMH-Finanzberatung erwartet daher, dass sich Baugeld in den kommenden Monaten ebenfalls leicht verteuert – vermutlich um die besagten 0,5 bis 0,75 Prozentpunkte. Große Sprünge müssen Bauherren bis auf Weiteres aber nicht befürchten. Zwischendurch kann es sogar immer wieder zu kurzfristigen Senkungen kommen. Insgesamt aber deutet alles auf einen Aufwärtstrend hin.

Zum FMH-Baugeld-Vergleich