Hypothekendarlehen

Frankfurt 08.08.2017 –– Die Inflationsrate ist derzeit höher als der Zins für ein durchschnittliches Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung – das wird auf Dauer nicht so bleiben. Immobilienkäufer sollten sich für einen weiteren moderaten Zinsanstieg wappnen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat derzeit keine leichte Rolle: Die einen wollen, dass die Notenbank die Zinsen erhöht – die anderen warnen davor, dass sie weniger Anleihen kauft. Dabei ist klar: Auf längere Sicht muss die EZB ihre Kaufprogramm reduzieren und die Leitzinsen geringfügig erhöhen. Das wird dazu führen, dass die Renditen der Bundesanleihen, die den Hypothekenzins beeinflussen, steigen.

Mehrere Faktoren sorgen für Zinsunsicherheit

Der Anstieg der Baugeldzinsen mit zehn Jahren Laufzeit in den vergangenen zwölf Monaten von 1,07 auf 1,45 Prozent (FMH-IndeX) mag manchen Bauherren etwas kalt erwischt haben. Doch selbst auf diesem Niveau bewegen sich die Hypothekenzinsen unterhalb der Inflationsrate von derzeit 1,7 Prozent in Deutschland. Was bedeutet: Sinkt die Inflationsrate nicht, bekommen die Kreditnehmer fürs Schuldenmachen real, also nach Abzug der Inflation, Geld geschenkt – und die Bank bzw. der Anleger zahlt drauf. Erfahrungsgemäß halten solche Diskrepanzen nicht sehr lange an: Entweder sinkt die Inflationsrate – oder die Zinsen steigen.

Hinzu kommt, dass vor der Bundestagswahl am 24. September, wie meist vor solchen Wahlen, wegen der Ungewissheit kaum mit Renditerückgängen bei den Anleihen und damit Zinssenkungen zu rechnen ist. All diese Faktoren führen aus unserer Sicht dazu, dass die Hypothekenzinsen in den nächsten Monaten – von Unterbrechungen abgesehen – tendenziell weiter anziehen werden.

Langsamer Zinsanstieg wahrscheinlich

Dabei halten wir einen langsamen Zinsanstieg, wie in den vergangenen Monaten, für sehr wahrscheinlich. Seit August 2016 ist der FMH-Index für Hypothekenzinsen von 1,07 bis auf 1,45 Prozent angestiegen. Diese 0,38 Prozentpunkte verteuern ein Darlehen von 100.000 Euro bei drei Prozent Tilgung innerhalb von zehn Jahren um immerhin 3.500 Euro. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren fest verteuerten sich die Zinsen um 0,44 Prozentpunkte, was bei 100.000 Euro und drei Prozent Tilgung zu Mehrkosten von 7.600 Euro führt. Eine ähnliche Steigerung scheint auch in den kommenden zwölf Monaten durchaus im Rahmen des Möglichen.

Niemand sollte aber deshalb überstürzt ein Objekt suchen und finanzieren, denn in der Monatsrate macht dies bei zehn Jahren Laufzeit und 100.000 Euro Baudarlehen lediglich 30 bis 35 Euro aus. Und die Zinserhöhungen werden nicht von heute auf morgen kommen, sondern sich über die Monate verteilen.

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