Hypothekenzinsen: Neue Tiefs voraus?

Frankfurt 24.02.2014 –– Immobilienkäufer können sich freuen: Die Hypotheken­zinsen ge­ben seit einiger Zeit erneut nach – und der Trend dürfte sich in den nächsten Wochen fort­setzen. Denn die Rendite der Bundesanleihen, der die Bauzinsen folgen, sinkt deutlich.

Rückblick: Von Mitte 2011 bis Ende 2012 kannten die Zinsen für Baudarlehen nur eine Richtung – nach unten. In dieser Zeit ging der FMH-IndeX für zehnjährige Darlehen, der auf den Daten von 40 gezielt ausgewählten Instituten beruht, von rund 4 Prozent auf 2,5 Prozent zurück. Dieser Einbruch war der Euro-Krise geschuldet. Sie führte dazu, dass viel Geld in die als sicher geltenden Bundesanleihen und Pfandbriefe floss, was in der Folge die Bauzinsen auf historische Tiefststände sinken ließ.

Notenbank sorgt für Auf und Ab bei Bauzinsen

Im Vergleich zu dieser steten Entwicklung kam es 2013 zu einer regelrechten Achterbahnfahrt: Das bisherige absolute Zinstief wurde durch die Zypernkrise ausgelöst. Ab Juni legten die Zinsen von 2,3 auf 2,8 Prozent zu, um bis zum Jahresende auf 2,65 Prozent zu sinken. Im Sommer hatte die amerikanische Notenbank zunächst angekündigt, weniger US-Staatsanleihen zu kaufen, was auch die Zinsen für die Bundesanleihen steigen ließ. Im September machte die Notenbank einen Rückzieher – und die Zinsen sanken wieder.

Rendite für Bundesanleihen fällt rasch und deutlich

Seit Januar 2014 fließt erneut viel Geld in Staatsanleihen. Bemerkenswert ist das Tempo, in dem die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sinkt – in nur eineinhalb Monaten ging sie von 1,95 auf 1,65 Prozent zurück. Über die Hintergründe kann man nur spekulieren: Ein Grund dürften die Währungsprobleme der großen Schwellenländer sein. Möglicherweise haben die großen Kapitalanleger zudem bislang unbekannte Informationen, die sie veranlassen, auf die sichere Seite zu wechseln. Für Letzteres könnte die Tatsache sprechen, dass Gold als Anlageklasse wieder gesucht ist: 2014 hat das Edelmetall bislang um 10 Prozent zugelegt.

Bauzinsen dürften bald weiter nachgeben

Welche Gründe es letztlich dafür geben mag: Tatsache ist, dass Immobilienkäufer profitieren. Aktuell notiert unser FMH-IndeX für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung bereits bei knapp 2,5 Prozent. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser Wert in den kommenden Wochen weiter sinken wird, wenn noch mehr Geld in den sicheren Anleihe- und Pfandbriefmarkt fließt und die Renditen drückt. Für die Gespräche mit der Bank bedeutet das: Immobilienkäufer sollten den Markt beobachten und ihre Finanzierungsfavoriten aussuchen, sich aber nicht unter Druck setzen lassen. Ebenso sollten Anschlussfinanzierer warten, bevor sie einen Vertrag über ein Forward-Darlehen unterzeichnen.

Wie lange binden? Unser Zinsentscheidungs-Rechner hilft

Neben der Frage, wann man das Baudarlehen abschließen soll, ist auch zu klären, welche Zinsbindung individuell die beste ist. Ob man sich für 5, 10, 15 oder gar 20 Jahre entscheidet, hängt nicht nur von der Höhe der aktuellen Zinsen ab, sondern auch von der weiteren Zinsentwicklung. Wie hoch oder niedrig die Zinsen in 5 oder 10 Jahren sein werden, weiß zwar niemand – doch mithilfe des FMH-Zinsentscheidung-Rechners finden Sie exakt heraus, ab welcher künftigen Zinshöhe sich die aktuelle kürzere Zinsbindung nicht mehr rentiert.

Rechner macht Zahlungsverläufe vergleichbar

Zur Berechnung benötigen Sie lediglich realistische Sollzinsen, die Sie unseren Zinsvergleichen entnehmen können. Der Rechner passt den späteren Anschlusszins so an, dass die Restschulden am Ende der langen Laufzeit bei identischer Ratenhöhe gleich hoch sind. Wer zum Beispiel die aktuellen Top-Werte für 10 Jahre (2,31 %) und 20 Jahre (3,13 %) eingibt, erfährt,, dass die kürzere Laufzeit dann die bessere Wahl ist, wenn der Zins in 10 Jahren nicht über 4,78 Prozent steigt. Wer das für unrealistisch hält, sollte sich in diesem Fall für die Laufzeit von 20 Jahren entscheiden.