Inflation und Baugeldzinsen

Frankfurt 07.09.2017 –– Wir leben in der besten aller Welten – das philosophische Bonmot trifft auf alle zu, die sich derzeit mit Immobilien beschäftigen. Für Käufer, Geldverleiher und Bauträger könnte es dank niedriger Zinsen kaum besser laufen. Wie lange noch?

Baugeld für zehn Jahre fest ist nach unserem FMH-IndeX derzeit für 1,37 Prozent zu haben. Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert mit nur 0,35 Prozent, während die Inflationsrate bei 1,8 Prozent liegt. Die Geldentwertung ist also höher als der Schuldendienst, sodass die Kreditnehmer nach Abzug ihrer Zinszahlungen sogar eine leicht höhere Kaufkraft haben. Bei diesem Missverhältnis zwischen Inflation sowie Kredit- und Anlagezinsen ist klar, dass die Investoren Bundesanleihen nicht wegen der Rendite kaufen. Sie sind auf der Suche nach Sicherheit – und da sind Bundesanleihen ein Hafen, der sehr gerne angesteuert wird.

Baugeldzinsen reagieren stark auf Notenbanken

Diese Situation ist außergewöhnlich, wie der Vergleich mit dem US-amerikanischen Markt zeigt: Dort liegt die Inflationsrate ebenfalls bei etwa 1,8 Prozent, die zehnjährigen Staatsanleihen aber rentieren mit rund 2,1 Prozent. Da die Inflationsrate in Deutschland seit einiger Zeit bei knapp zwei Prozent verharrt, beeinflusst derzeit jede Nuance in den Aussagen der Notenbanker auch die Entwicklung der Baugeldzinsen hierzulande: Während die Zinsen im Vergleich zum September 2016 um einen halben Prozentpunkt gestiegen sind, haben sie sich seit Juli wieder etwas verbilligt. Wir gehen jedoch davon aus, dass es bis zum Jahresende erneut leicht aufwärts geht, wobei wir einen gravierenden Anstieg (0,75 bis ein Prozent) für sehr unwahrscheinlich halten.

Bauträger frohlocken über mehr Neugeschäft

Die leicht steigenden Zinsen machen dies zu einer idealen Zeit für alle Beteiligten im Immobiliengeschäft. Der Kunde weiß, dass er derzeit im historischen Vergleich noch immer unglaublich niedrige Zinsen bekommt. Andererseits ist ihm bewusst, dass er die Finanzierungsentscheidung nicht allzu lange schieben sollte. Darauf weist ihn auch die Geldgeberseite hin: Die Banken argumentieren, dass das Finanzierungsangebot, das er soeben eingeholt hat, in Kürze wegen höherer Zinsen hinfällig sein könnte. Und der Bauträger freut sich, weil leicht steigende Zinsen zunächst zu einer stärkeren Nachfrage nach Immobilien führen.

Unser Tipp an alle, die jetzt finanzieren wollen: Widerstehen Sie dem Druck von Banken, die Sie mit dem Hinweis auf höhere Finanzierungskosten zur Unterschrift drängen wollen! Viel mehr Geld als mit einem schnellen Abschluss sparen Sie, wenn Sie konsequent und sorgfältig aus den besten Angeboten in unserem Hypotheken-Vergleich auswählen.

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