Tipps zur Baufinanzierung

Frankfurt 13.03.2015 –– Baugeldvermittler bieten viele Vorteile – etwa günstigere Konditionen und größere Auswahl bei der Finanzierung. Im Gegenzug suggerieren Vermittler ihren Kunden gerne, dass sie verbindliche Angebote abgeben. Das ist nicht immer richtig.

Noch vor wenigen Jahren hatten Vermittler von Hypothekendarlehen in Deutschland kein allzu gutes Image. Inzwischen erkennen immer mehr Immobilienkäufer die Vorteile, die die Branche bietet: Zum einen haben große, professionelle Vermittler Zugang zu den Plattformen mit den Finanzierungskriterien vieler Banken. So bekommen sie fast sofort gezeigt, welche Bank oder Versicherung die detaillierte Kundenanfrage inklusive Bonitäts-Check und Objekteinschätzung finanzieren würde.

Banken geben Ersparnis an Vermittler weiter

Zum anderen erhalten Kunden dort oft günstigere Konditionen als bei einer Direktfinanzierung über Banken oder Versicherungen – trotz der Provision, die in die Taschen des Vermittlers fließt. Möglich ist das, weil die eigentlichen Kreditgeber deutliche Einsparungen bei den Personal- und Bürokosten haben, wenn ihnen die Vermittler unterschriftsreife Kreditanträge vorlegen. Diesen Vorteil geben sie in Form spürbar niedrigerer Zinsen an die Vermittler weiter – und davon profitieren deren Kunden, die Vermittler und auch die Bank.

Ein Check mit dem FMH-Hypothekenvergleich verdeutlicht das Einsparpotenzial für den Endverbraucher: Wer dort jetzt ein Darlehen über 200.000 Euro bei 80 Prozent Beleihung und über 15 Jahre fest sucht, findet bei den 15 besten Anbietern eine Zinsspanne von 1,59 bis 1,76 Prozent effektiv, wenn dort die ursprüngliche Einstellung „mit Vermittler“ beibehalten wird. Ein Klick auf die Schaltfläche „Berechnung ohne Vermittler“ – und die Angebote verteuern sich deutlich auf 1,76 bis 2,31 Prozent.

Kunden können fünfstellige Beträge sparen

In Euro betrachtet beträgt die Differenz zwischen dem besten Angebot eines Vermittlers und der Top-Offerte einer Bank in diesem Fall – also nach 15 Jahren und unter Berücksichtigung der Restschuld – 4.200 Euro. Vergleicht man zwischen dem Vermittler und der Bank auf den Plätzen 15, wächst diese Differenz sogar auf gut 13.000 Euro – ein klarer Beleg, welche Ersparnis der Gang zu Interhyp, Dr. Klein, HypothekenDiscount, Creditweb, MkiB und anderen bringen kann.

Die günstigen Konditionen kann ein Hypothekenvermittler indes auf Dauer nur halten, wenn möglichst viele seiner Kunden die angebotenen Darlehen bei den Banken auch tatsächlich unterschreiben und die Banken die Zusagen somit nicht umsonst ausgefertigt haben. Ist der Bank diese „conversion rate“ jedoch zu gering, straft sie den Vermittler früher oder später ab, indem er seinen Kunden fortan etwas höhere Darlehenszinsen offerieren muss als Mitbewerber mit höherer Umwandlungsquote.

Verbindlich ist beim Vermittler überhaupt nichts

Eben das setzt die Vermittler unter Druck – und motiviert viele Vertreter der Branche zu einer nicht ganz lauteren Vorgehensweise. So erwecken viele Vermittler, auch Mitarbeiter der größten Unternehmen, bei ihren Kunden den Eindruck, dass sie durch ihre Unterschrift unter den Antrag in ein verbindliches Angebot der Bank einwilligen würden. Untermauert wird dies durch den Hinweis, dass die Konditionen nur für sehr kurze Zeit Bestand hätten. Implizit wird dem Kunden somit suggeriert, dass er sich um die Einholung eines weiteren Angebotes nicht mehr zu kümmern braucht.

Die Folge: Viele Kunden glauben, für sie wie auch für die Bank sei das vom Vermittler vorgelegte Angebot verbindlich, und sie hören in aller Regel auf, nach Alternativen zu suchen. Diesen Irrtum können Gutgläubige spätestens dann bemerken, wenn sie Post von der Bank erhalten und diese die eine oder andere Komponent in dem angeblich verbindlichen Antrag verändert hat. Wer dann das Angebot annehmen muss, weil er nicht nach weiteren Alternativen gesucht hat und nun unter Zeitdruck steht, zahlt vielleicht mehr, als er müsste und dürfte zu Recht verärgert sein.

So wird ihr Gang zum Vermittler zum Erfolg

Unser Tipp an alle, die die Vorteile von Vermittlern nutzen wollen: Sie können beim Vermittler unterschreiben, was Sie wollen. Solange es sich nicht um ein Schreiben des Kreditgebers selbst handelt, bindet Sie das rechtlich an nichts – aber eben auch nicht den Kreditgeber. Wenn Sie eine Alternative haben wollen, falls die Antwort der Bank Ihnen nicht zusagt, sollten Sie rechtzeitig weitere Angebote einholen und prüfen. Das gilt erst recht, wenn Sie in einer Phase, in der sich die Hypothekenzinsen verbilligen, ein Darlehen aufnehmen. Dann müssen Sie sich auch keine hanebüchenen Aussagen der Vermittler darüber anhören, warum die ursprüngliche Kondition nicht mehr gültig sein soll.