Vergleich von Hypothekenzinsen

Frankfurt 22.12.2015 –– Wir von der FMH-Finanzberatung legen größten Wert darauf, dass Nutzer unserer Vergleiche die dortigen Zinsofferten auch tatsächlich erhalten. Leider ist das keine Selbstverständlichkeit.

Überraschungen gibt es immer wieder. Auch nach Jahrzehnten im Zinsgeschäft. Jüngstes Beispiel: Die Zins-Vergleiche im aktuellen Heft einer namhaften Finanzzeitschrift. Welche Vermittler da plötzlich ganz weit oben im Ranking zu finden sind, ist für uns nicht nachzuvollziehen.

Zwei der drei Bestplatzierten (Baufi Direkt und Baugeld Spezialisten) sind in der FMH-Zinsliste gar nicht gelistet. Sie erfüllen unsere Standards nicht. Der eine Vermittler zum Beispiel ist nicht bereit, für seine Dienste regelmäßig mindestens ein Prozent Provision in die Zinsmeldung einzuarbeiten. Das ist bei uns aber eine Mindestvorgabe. Denn dass ein Vermittler Kunden aus lauter Menschenliebe mit einem Baufinanzierer zusammenbringt, die Vertragsanbahnung organisiert, aber für seine Dienste keinerlei Provision kassiert, halten wir für wenig glaubhaft.

Es dürfte deutlich wahrscheinlicher sein, dass dem Kunden bei späteren Bankangebot erzählt wird, dass der Geldgeber den Beleihungswert der Immobilie leider niedriger ansetzt als erwartet – und dass der Bauherr die ursprünglich angepriesene Kondition deshalb doch nicht erhält. Das mag in Einzelfällen sogar zutreffen – ein seriöses Geschäftsgebaren sieht aber anders aus.

Fragwürdige Entscheidung

Der andere Spitzen-Platzierte des besagten Zeitschriften-Rankings findet sich in den FMH-Listen ebenfalls nicht wieder. Und zwar deshalb, weil es sich um ein Franchise-Unternehmen handelt. In solchen Fällen erwarten wir noch höhere Zinsaufschläge für die Vermittler, die im Zinssatz als interne Provision eingearbeitet sein müssen. Der Grund: Wenn sowohl der Franchise-Geber als auch der Franchise-Nehmer etwas verdienen wollen, ist die sonst übliche Provision von einem Prozent nun einmal zu knapp. Leider wird der medial hochgelobte Vermittler seine Gesamtprovisionen nicht offenlegen, die den angebotenen Zinssatz eigentlich verteuern müssten. Lieber verzichtet er auf eine Listung bei der FMH. Auf diese Weise kann er leichter mit Zinssätzen werben, die die Kunden am Ende zwar nicht erhalten, die aber in Hochglanzbroschüren erst einmal sehr verlockend aussehen.

Schade ist, dass die Redakteure der fraglichen Finanzzeitschrift die so verlautbarten Zinsen offenbar weder einem Plausibilitätscheck unterziehen, noch sich die Mühen machen, bei den jeweiligen Geldgebern nachzufragen, ob die Aussagen zutreffen. Schließlich ist es eine absolute Seltenheit, dass ein Vermittler billigere Zinsen anbieten darf als die finanzierende Bank oder Versicherung. Mehr noch: Nicht selten ist es so, dass unbekanntere Vermittler sogar einen höheren Zinssatz vom Geldgeber verlangen, weil sie mit einem Prozent Provision nicht zufrieden sind.

Ausgebremste Platzhirsche

Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass das Zeitschriften-Ranking Vermittler wie Interhyp und Dr. Klein kein einziges Mal in seinen Top 10 listet. Dabei gehören diese Unternehmen zu jenen Vermittlern, die ihre Zinsmeldungen sehr korrekt abgeben. Auch dürften diese beiden schon aufgrund Ihres Vermittlungsvolumens zu den Anbietern mit den besten Konditionen zählen. Ebenfalls befremdlich ist die Aussage, die Allianz würde Vermittlern bessere Zinsen anbieten als dem eigenen Außendienst. Auf Nachfrage gibt der Versicherungskonzern aber an, genau das verhindern zu wollen.

Wir von der FMH wollen auf keinen Fall in die derzeit häufig anzutreffende, oft unreflektierte Medienschelte einstimmen. Im Gegenteil. Jede Zeitschrift erstellt mit gutem Recht Zinstabellen im selbst gewählten Umfang – und soll die dort getroffenen Aussagen so gewichten, wie sie es für richtig hält. Allerdings würden wir uns wünschen, dass jedes Medium seine Aussagen vor der Veröffentlichung kritisch hinterfragt beziehungsweise überprüft. Das ist derzeit nicht immer der Fall. Wir sind gespannt, wie viele der Vermittler sich in nächster Zeit mit einem Siegel der Finanzzeitschrift schmücken werden – und Kunden damit in die Irre führen.