Achten Sie stets auf die Jahresrendite!

Frankfurt 15.09.2011 –– Für viele Sparer ist es erfreulich: Die Anlagezinsen steigen wieder. Insbesondere mit Festgeld und Sparbriefen können sie ihre Kaufkraft problemlos erhalten, denn bei guten Angeboten erzielen sie je nach Laufzeit eine jährliche Verzinsung zwischen zwei und vier Prozent. Weniger erfreulich ist, dass manche Banken mit hohen Zinsen werben, de facto aber eine deutlich niedrigere jährliche Rendite zahlen. Die FMH-Finanzberatung führt deshalb in ihrem Vergleichsrechner für langfristige Anlagen nun erstmals auch die jährliche Rendite aller Angebote auf. So können Sie als Nutzer der FMH-Website auf einen Blick ersehen, welches tatsächlich das bessere Angebot für Ihre Bedürfnisse ist.

Zu der Differenz zwischen den von den Banken genannten Zinsen und der jährlichen Rendite kommt es, weil diese Häuser die Zinsen für das Kapital weder dem Konto gutschreiben noch in bestimmten Intervallen ausschütten. Vielmehr werden die erhaltenen Zinsen separat geführt und ohne Zinseszins bis zum Ende der Laufzeit angesammelt und erst dann ausgezahlt. Anleger, die ein solches Angebot wählen, verzichten im Vergleich zu einer periodisch ausschüttenden Anlage auf Kaufkraft sowie im Vergleich zu einer thesaurierenden Anlage auf den Zinseszins. Im Gegenzug werden ihnen höhere Zinsen geboten.

Warum ein Zins von 5,65 % Zins „nur“ 4,58 % Rendite bringt

Dieses Vorgehen ist in etlichen Ländern Europas verbreitet, fristet in Deutschland aber eher ein Schattendasein. So zahlt etwa der österreichische Staat für zehnjährige Bundesschatzbriefe einen jährlichen Zins von vier Prozent, während die deutsche Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit derzeit bei knapp unter drei Prozent rentiert. Dafür zahlt Wien die Zinsen zum Ende der Laufzeit aus.
Analog geht auch die BIGBANK vor. Mit einem Zins von 5,65 Prozent im Jahr wirbt die estnische Bank um Anleger, die bereit sind, ihr für zehn Jahre mindestens 10.000 Euro zu leihen. Würde diese Zinsen ihrerseits verzinst, hätte der Anleger nach Ablauf der zehn Jahre 7.325,87 Euro an Zinsen erwirtschaftet und eine jährliche Rendite von 5,65 Prozent erzielt. Doch dem ist nicht so, vielmehr hat er am Ende „lediglich“ 15.650 Euro auf dem Konto, also 5.650 Euro kassiert. Das entspricht einer deutlich geringeren Jahresrendite von 4,58 Prozent.

Jahresrenditen sind weniger imposant

Mit dieser Jahresrendite liegt die BIGBANK zwar noch immer an der Spitze der Banken, doch der Abstand zum Nächstplatzierten, der BKM Bausparkasse Mainz, mit einer Rendite von 4,51 Prozent im Jahr ist hauchdünn. Auch die Zinsen für den fünfjährigen Sparbrief der BIGBANK in Höhe von 4,75 Prozent wirken nach der Berechnung der jährliche Rendite von 4,35 Prozent nicht mehr ganz so imposant, wenngleich die Jahresrendite der BIGBANK damit noch immer ein Zehntel Prozent vor dem Zweitplatzierten liegt.

Neben der estnischen Bank berechnen derzeit auch die OYAK ANKER Bank sowie die Bausparkasse Wüstenrot ihre Angebote etwa für vierjährige Sparbriefe nach dieser Methode. OYAK ANKER wirbt mit einem Jahreszins von 3,15 Prozent; die Jahresrendite bewegt sich indes bei 3,01 Prozent. Wüstenrot zahlt 2,11 Prozent Zinsen, die Rendite liegt bei 2,05 Prozent im Jahr.

FMH-Rechner zeigen Ihnen die jährliche Rendite aller Angebote

Fazit: Bevor Sie sich für eine attraktiv wirkende längerfristige Anlage entscheiden, sollten Sie sich genau über die Angebote informieren und nicht nur die Zinsen, sondern auf jeden Fall auch die jährliche Renditen miteinander vergleichen. Unser Anlagerechner liefern Ihnen genau diese Daten und unterstützen Sie damit bei Ihrer Entscheidung – und das absolut kostenlos und garantiert neutral. Alternativ können Sie mit den FMH-Rechnern festlegen, ob Ihnen nur Angebote mit Ausschüttung oder mit Ansammlung (Thesaurierung) der Zinsen angezeigt werden. Auch unserer Renditerechner liefern Ihnen die Renditen für die unterschiedlichen Zinsmodelle.