Online-Konten bringen deutlich mehr Zinsen

Frankfurt 19.04.2012 –– Top-Angebote für Tages- und Festgeld bekommen Sparer in der Regel nur, wenn sie ihr Konto online führen. Beim Tagesgeld etwa gestatten nur zwei der zehn bestplatzierten Banken den Kunden die Kontoführung per Telefon. Wer auf dem Kontakt mit Mitarbeitern vor Ort besteht, muss sich mit noch weniger begnügen: 2,1 Prozent sind maximal drin, und damit 0,6 Prozentpunkte weniger als das beste Online-Angebot.

Rund 45 Millionen Menschen sind hierzulande online, wie der Verband der deutschen Internetwirtschaft für das Jahr 2011 meldet. Doch nur ein Bruchteil führt die Bankgeschäfte online. Dabei können vor allem Sparer und Anleger vom World Wide Web profitieren, denn die Banken geben die geringeren Kosten der Online-Kontoführung oft an die Kunden weiter. So gibt es beim Tagesgeld das Top-Angebot der IKANO Bank mit 2,71 Prozent nur, wenn das Kreditkartenkonto online geführt und auch auf diese Weise eröffnet wird – es handelt sich dabei um die Verzinsung auf dem kostenlosen Kreditkartenkonto. Bei MoneYou und der Bank of Scotland fließen die Zinsen in Höhe von 2,65 bzw. 2,6 Prozent unter der Bedingung, dass das Konto online geführt wird. Unterlagen anfordern kann man auch telefonisch.

Tagesgeld: Nur zwei Banken mit telefonischer Kontoführung unter Top 10

Unter den zehn Banken mit den höchsten Tagesgeldzinsen finden sich mit Cortal Consors (2,6 Prozent) und der Barclays Bank (2,5 Prozent) lediglich zwei, die ihren Kunden die telefonische Kontoführung ermöglichen. Sparer, die Wert auf Kontakt mit Bankmitarbeitern vor Ort legen, sind unter dem Zinsaspekt bei der OYAK ANKER Bank am besten aufgehoben. Die Bank zahlt 2,1 Prozent, begrenzt ihr Filialnetz allerdings auf vier Standorte zwischen Frankfurt, Bonn und Mannheim. Mehr Auswahl bei den Standorten bietet die Santander Bank, die das Tagesgeldkonto mit 2,0 Prozent verzinst.

Festgeld: 0,5 Prozent mehr bei Online-Führung

Nicht wesentlich anders sieht die Lage beim Festgeld aus. Wer Geld für ein Jahr festlegen möchte, bekommt dafür bei Akbank, DenizBank und GarantiBank jeweils drei Prozent Zinsen. Weitere fünf Banken zahlen zwischen 2,6 und 2,95 Prozent, wenn das Konto online geführt wird. Die Bank mit den höchsten Zinsen bei telefonischer Kontoführung ist die Vakifbank mit Sitz in Österreich: Sie zahlt für zwölfmonatiges Festgeld derzeit 2,51 Prozent, gefolgt von der Bausparkasse Mainz mit 2,11 Prozent, die auch die Kontoführung über Filialen erlaubt. Wer 10.000 Euro anlegen will, verzichtet bei der besten Bank mit telefonischer Kontoführung, verglichen mit Online-Konten, auf bis zu 50 Euro Zinsen im Jahr.

Dichtes Filialnetz kostet extra

Kunden, die Wert auf ein dichtes Filialnetz und bekannte Namen legen, büßen dafür mit Zinsverzicht – wenngleich bei diesen Privatbanken noch immer bessere Konditionen geboten werden als bei den allermeisten Sparkassen und Genossenschaftsbanken. So zahlt die Postbank fürs Tagesgeld 1,1 Prozent, die Commerzbank 1,0 Prozent. Beim einjährigen Festgeld überweist die Commerzbank nach einem Jahr 1,3 Prozent an Zinsen, die HypoVereinsbank 1,2 und die Postbank 1,0 Prozent. Unter den großen Adressen sticht die Deutsche Bank für Neuanlagen mit 2,0 Prozent fürs zwölfmonatige Festgeld hervor.

Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung