Autokredit von der Bank oder vom Händler?

Frankfurt 14.11.2014 –– Die meisten Deutschen finanzieren ihr Auto über Kredite oder Leasing. Das ist angesichts der historischen Niedrigzinsen durchaus sinnvoll. Wer kein Geld verschenken will, sollte die Konditionen aber unbedingt vergleichen.

Ob Sportwagen, Zweitauto oder neue Familienkutsche: Der Kauf eines neuen Autos ist für viele Deutsche eine Herzensangelegenheit – und ein finanzieller Kraftakt. Das wissen die Autohäuser nur zu gut und bieten neben Lederausstattung und Sonderlackierung meist auch gleich die Finanzierung für das Objekt der Begierde mit an.

Ganz uneigennützig ist dieser Service nicht: Zum einen erhält der Verkäufer eine Provision von der angeschlossenen Bank, wenn der Vertrag zustande kommt. Vor allem aber fällt Kunden die Entscheidung für den neuen Wagen deutlich leichter, wenn sie direkt im Autohaus von der Machbarkeit der Finanzierung überzeugt werden. Wer hingegen erst seine Hausbank aufsuchen und dort um Kredit bitten muss, wird sich den Kauf womöglich nochmal überlegen.

Lockmittel mit Nebenwirkung

Blind vertrauen sollten Kunden den beflissenen Auto-Verkäufern allerdings nicht. Wer seinen Finanzierungsvertrag gleich in der Ausstellungshalle unterschreibt, riskiert Verluste. Die extrem billigen Angebote der Autohäuser für Neuwagen sind meist subventionierte Angebote, um den Verkauf eines bestimmten Modells oder Ausführung zu fördern. Die extrem günstige Finanzierung hat vielfach aber unerwünschte Nebenwirkungen. Beim eigentlichen Kaufpreis etwa ist in dieser Konstellation kaum noch Spielraum für Verhandlungen. Zudem sind die Nebenbedingungen der Kreditverträge oft alles andere als vorteilhaft – so dass die speziellen Kreditangebote einer Bank oft günstiger sind als die vermeintlichen Schnäppchen im Autohaus. Mit dem FMH-Autokreditvergleich können Interessenten das Händlerangebot einer Liste von günstigen Autokrediten gegenüberstellen.

Gerade bei langen Laufzeiten sind bis zu zehn Prozent weniger Zinszahlungen im Laufe von 60 Monaten keine Seltenheit. Rechenbeispiel: Bei einer Finanzierungssumme von 20.000 Euro kann ein Kunde daher bei einem bundesweiten Angebot aktuell 1.716 Euro sparen, Bei Regionalbanken sind sogar bis zu 2.178 Euro drin

Nicht nur die Zinssätze entscheiden

Die FMH-Finanzberatung hat vor kurzem bei 50 Banken nachgefragt, wie sie es mit Zinssätzen und Nebenbedingungen halten. Das Ergebnis war vergleichsweise erfreulich.

Immer mehr Anbieter verzichten auf die Abtretung des Kfz-Briefes und geben sich stattdessen mit einer Kopie des Kaufvertrages zufrieden. Gerade bei Banken mit besonders günstigen Zinsen ist diese Praxis Gang und Gäbe, weil ihnen der bürokratische und rechtliche Aufwand der Briefabtretung zu hoch ist. Erstaunlicher Weise verlangen einzelne Banken bei Neuwagen den Abschluss einer Vollkaskoversicherung als Beleg. Eine solche Versicherung ist gerade bei teuren, neuen Autos durchaus sinnvoll, aber muss sie gleich zur Pflicht gemacht werden? Für den Kunden bedeutet diese Forderung der Bank zudem einen zusätzlichen Aufwand – denn wenn er nicht belegen kann, dass er eine solche Police besetzt bzw. zu erwerben gedenkt, platzt die Finanzierung.

Viele Angebote ohne Vorfälligkeitsentschädigung

In Sachen Flexibilität kommen die Banken ihren Kunden zunehmend entgegen – zum Beispiel, wenn diese den Kredit vorzeitig ablösen wollen. Laut Gesetz wird in diesem Fall zwar eine Vorfälligkeitsentschädigung von bis zu einem Prozent fällig. Etliche Anbieter verzichten aber auf dieses Instrument. Bei einem Restbetrag von 15.000 Euro liegt das Sparpotenzial bei bis zu 150 Euro.

Fazit: Ein niedriger Zinssatz allein macht noch keine günstige Autofinanzierung aus. Wer sich etwas Gutes tun will, sollte in jedem Fall auch einen Blick ins Kleingedruckte werfen. Banken, die unbürokratisch arbeiten und sich weder den Brief abtreten lassen noch auf die Vorlage einer Vollkasko-Police pochen, haben unbestreitbare Vorteile für den Kunden. Erfreulich ist es auch, wenn die vorzeitige Rückzahlung des Kredits kostenfrei möglich ist, bonitätsunabhängige Zinsen vergeben werden und eine 100 Prozent Finanzierung möglich ist. Nur dann kann man mit Fug und Recht von einen sehr guten Angebot sprechen.