Ratenkredite: Banken mit satter Marge - da lohnt der Vergleich

Frankfurt 22.08.2012 –– Die Banken verdienen erneut gutes Geld mit der Vergabe von Ratenkrediten. Auswertungen der FMH-Finanzberatung haben ergeben, dass die Kredithäuser bei Krediten mit 48 Monaten Laufzeit eine Marge von sechs Prozentpunkten über dem EZB-Leitzins einstreichen. Doch kluge Kreditnehmer bekommen es günstiger.

Zugegeben: Es gab Zeiten, in denen Banken mit Ratenkrediten besser verdienten als aktuell. 1998 schwebte der im FMH-IndeX ermittelte repräsentative Zins für einen vierjährigen Ratenkredit acht Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins, der damals bei 2,5 Prozent lag (siehe Grafik). In den Jahren darauf bewegte sich diese Differenz unter Schwankungen zwischen sechs und acht Prozentpunkten eher seitwärts. Die Geldleihe bei der EZB (Leitzins) ist neben der Refinanzierung bei anderen Banken (Euribor) und über Kunden (Einlagen) einer der drei Wege, mit denen Banken ihre Kreditvergabe refinanzieren.

Differenz Ratenkreditzinsen im Vergleich zu EZB-Zinsen

Kampf gegen Inflation drückt die Marge der Banken

Ab Mitte 2005 änderte sich dann die Situation. Damals schraubte die Europäische Zentralbank den Leitzins in nur wenigen Quartalen von zwei auf vier Prozent hoch, weil die inflationsrelevante Geldmenge M3 stark zulegte. Diese permanente und vor allem rasche Verteuerung des Geldeinkaufs der Banken drückte deren Marge auf den niedrigsten Punkt seit Beginn unserer Untersuchung: Bis Anfang 2007 sank die Differenz zum EZB-Leitzins auf unter vier Prozentpunkte.

Leitzins im Sturzflug: Die Banker freut‘s

Spätestens mit dem Jahr 2009 hat sich dieser „Abwärtstrend“ für die Banken fast explosionsartig umgekehrt. Innerhalb weniger Monate schoss die Kreditmarge wegen der drastischen Zinssenkungen der EZB von 4,25 auf 1,0 Prozent auf bis zu sieben Prozentpunkte nach oben. Aktuell streichen die Banken bei vierjährigen Ratenkrediten knapp sechs Prozentpunkte ein. Sollte die EZB die Leitzinsen weiter senken, ist ein weiterer Anstieg der Marge wahrscheinlich.

Kunden vernachlässigen oft den Zins

Dass Banken mit diesen Darlehen ein gutes Geschäft machen, hat auch mit der Klientel zu tun, die die Produkte nachfragt. Wer einen Ratenkredit benötigt, um Möbel oder ein anderes Konsumgut zu finanzieren, achtet erfahrungsgemäß eher nachgeordnet auf den Zins. Vielmehr sind die meisten Antragsteller froh, wenn die Bank ihnen einen Kredit gewährt. Doch genau das ist ein kostspieliger Fehler, der vor allem einkommensschwache Gruppen hart trifft, wie unser unabhängiger Ratenkredit-Vergleich zeigt.

65 Prozent mehr an Zinsen bezahlt

Konkret: Wer einen Ratenkredit in Anspruch nimmt, dessen Konditionen bei der betreffenden Bank zwei Drittel der Kunden erhalten, zahlt nach den FMH- Auswertungen bei 10.000 Euro Kredit und einer Laufzeit von vier Jahren im günstigsten Fall einen jährlichen Zins von 5,19 Prozent ( Fall A). Im schlechtesten Fall sind es 8,49 Prozent (B). Diese Differenz von 3,3 Prozentpunkten kommt Kreditnehmer B teuer zu stehen, denn er überweist in den vier Jahren insgesamt 11.759 Euro und damit fast 700 Euro mehr an die Bank als der Kunde, der mit spitzem Stift rechnet.

Fazit: Insbesondere Kreditnehmer mit schmalem Geldbeutel sind gut beraten, den objektiven Ratenkredit-Vergleich der FMH-Finanzberatung zu nutzen. So können sie, je nach Kreditbetrag, mehrere Hundert bis Tausend Euro an Zinsen einsparen.

Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung