Ratenkredite in der Niedrigzins-Ära

Frankfurt 12.02.2016 –– Tief, tiefer, Ratenkredit: Wer im neuen Jahr seine Pläne verwirklichen will, aber nicht über das nötige Kleingeld verfügt, kann auf Ratenkredite mit sehr niedrigen Zinsen zurückgreifen. Kluge Kreditnehmer beachten ein paar wichtige Punkte.

Schicke Möbel, neues Auto oder eine hübschere Balkonmarkise – in Zeiten sehr niedriger Zinsen lassen sich solche Konsumwünsche ganz gut mit einem Ratenkredit erfüllen. So sind seit dem Jahr 2008 die Zinsen für Ratenkredite mit fünf Jahren Laufzeit von über acht auf derzeit 4,9 Prozent gesunken. Und dieser Wert des FMH-IndeX entspricht „nur“ dem Mittelwert von 35 ausgesuchten Banken – in Einzelfällen sind die Zinsen noch spürbar niedriger. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten Kreditnehmer ein paar Dinge beachten.

Zahlung und Nutzung abstimmen

Eine wichtige Grundregel für die Kreditfinanzierung lautet: Der Ratenkredit sollte nicht länger laufen als das Konsumgut genutzt wird. Wer das nicht beachtet, läuft Gefahr, dass er noch Schulden abzahlen darf, wenn der Fernseher oder die Waschmaschine schon recycelt wurde. Ist dann kein Geld für den Nachkauf vorhanden, müssen ein weiterer Kredit aufgenommen und dann zwei Raten bezahlt werden. Es droht Überschuldung.

Lieber länger abschließen als zu kurz

Wer unsicher ist, ob er die Raten innerhalb einer kürzeren Laufzeit stemmen kann, sollte besser eine längere Laufzeit vereinbaren. Dadurch steigt zwar auch die Zinsbelastung in Euro, aber ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldendienst dauerhaft bedient werden kann. Das ist 100 Mal besser, als in der Not den Ratenkredit über einen hochverzinslichen Dispokredit zu bedienen. Außerdem: Kreditnehmer haben jederzeit die Möglichkeit, den Kredit per Sondertilgung zu reduzieren oder komplett auf null zu fahren. Das kostet maximal ein Prozent der Sonderzahlung bzw. der Restschuld – und bei manchen Banken gar nichts. Wer die höhere Rate bei kürzerer Laufzeit problemlos stemmt, sollte das tun, denn das spart Geld.

Realistischen Zins annehmen

Den Nutzern unseres Ratenkredit-Vergleichs empfehlen wir generell, bonitätsunabhängige wie auch -abhängige Angebote zu prüfen. Bei letzteren müssen die Banken laut Gesetz auch einen Zinssatz nennen, den zwei Drittel der Kunden bekommen können – für die meisten Kreditnehmer dürfte es realistisch sein, sich in dieser Gruppe einzuordnen und auf den entsprechenden Button zu klicken. Falls bonitätsunabhängige Angebote nicht hinter diese Konditionen zurückfallen, fährt man mit diesen besser, da man dabei nicht von unterschiedlichen, oft nicht nachvollziehbaren Bonitätseinstufungen abhängig ist. Aktuell liegt der Zinssatz für gute bonitätsabhängige Kredite über drei Jahre bei vier Prozent im Jahr. Zu bedenken ist: Je länger der Kredit läuft, desto schwerer wiegen auch geringe Zinsunterschiede zwischen einzelnen Angeboten.

Den Bonitäts-Joker spielen

Wer einen Kreditvertrag vorliegen hat und seine Bonität für sehr gut erachtet, hat genügend Zeit, um bei einer anderen Bank vielleicht noch ein Angebot für beste Bonität zu erhalten. Schließlich verfallen die Bankangebote nicht, wenn man diese nicht sofort unterschreibt. Man sollte nur darauf achten, dass sich die Schufa-Auskunft nicht verschlechtert, wenn man zu viele unterschriftsreife Verträge sammelt. Selbst wenn der Vertrag schon unterschrieben sein sollte, kann man dafür immer noch das vierzehntägige Widerrufsrecht aus Verträgen nutzen, die online abgeschlossen wurden. Unser Ratenkredit-Vergleich zeigt Interessenten beim Klick auf die Schaltfläche „Bonitätsabhängige Zinsangebote miteinbeziehen“ die entsprechenden Angebote der Banken.

Versicherungen links liegen lassen

Von den Restschuldversicherungen, die die Banken gerne unters Volk bringen, sollten Kreditnehmer die Finger lassen. Die Provisionen für diese meist überflüssigen Produkte sind satt, die Margen für Banken und Versicherer enorm. Tückisch ist, dass die Banken die Kosten für die Policen nicht in den Effektivzins einarbeiten müssen. Gleichwohl treiben Versicherungen den Effektivzins deutlich nach oben, weil die Prämie den Kreditbetrag erhöht und mit den Kreditraten gezahlt wird. Ein Beispiel: Eine durchschnittliche Restschuldversicherung, die Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit abdeckt, kostet bei einem Kredit über 10.000 Euro und drei Jahre Laufzeit 891 Euro. Dadurch explodiert der Effektivzins förmlich von 4,96 auf 10,91 Prozent. Wer den teuersten Versicherungsanbieter erwischt, muss dafür sogar 1.488 Euro zahlen, was den Effektivzins auf 14,34 Prozent katapultiert.