Inflationsrate steigt auf 1,9 %

Frankfurt 10.02.2017 –– Sind Sie als Sparer langsam nervös? Die Inflationsrate ist im Januar auf 1,9 % geklettert, doch bei vielen Banken gibt’s noch immer fast nix fürs Geld. Zum Glück bieten einige Häuser jetzt Tagesgeld Zinsen um die ein Prozent an.

Der jüngste Anstieg der Inflationsrate ist laut EZB vor allem dem Preisauftrieb bei Energie und Kraftstoffen geschuldet. Diese legten im Jahresvergleich um 5,8 Prozent zu. Teurer wurden aber auch Nahrungsmittel (3,2 Prozent), Wohnungsmieten (1,6) und Dienstleistungen (1,2). Die Bundesbank geht in ihrer aktuellen Prognose davon aus, dass die Inflation in Deutschland im Jahr 2017 im Durchschnitt bei 1,4 Prozent liegen wird. Dies wäre deutlich mehr als die Kaufkraftentwertung vom Vorjahr von durchschnittlich 0,3 Prozent.

50 Banken kommen nicht über 0,3 Prozent

Die höhere Inflationsrate bietet einen guten Grund, die eigene Anlagestrategie beim Tagesgeld zu überdenken. Denn klar ist: Wegen der ausgeprägten Risikoangst der Deutschen, die von Aktien und Fonds oft nichts wissen wollen, schwimmen die Banken im Geld der Sparer – und haben keine Not, bei steigender Inflation mit höheren Zinsen um Einlagen zu werben. Zudem müssen sie für Geld, die sie nicht verleihen, jährlich einen Strafzins von 0,4 Prozent an die Notenbank entrichten. Kein Wunder also, dass fast die Hälfte der über 70 Banken, die wir beobachten, die Kunden mit Tagesgeld-Zinsen von weniger als 0,1 Prozent abspeist. Weitere 20 Banken zahlen zwischen 0,1 und 0,3 Prozent im Jahr.

Tagesgeld: 0,5 Prozent sind allemal drin

Zum Glück geht’s auch kundenfreundlicher: Mittlerweile überweist ein Dutzend Banken mindestens 0,5 Prozent und in der Spitze 1,2 Prozent im Jahr fürs angesparte Tagesgeld. Neun Institute haben ihren Sitz in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg – somit greifen die Sicherungssysteme dieser Länder. Ohne Lockzins arbeiten Advanzia Bank, RaboDirect, MoneYou, DenizBank und Akbank AG (jeweils 0,5 Prozent). Renault Bank direkt zahlt in den ersten 3 Monaten 0,7 und danach immerhin 0,5 Prozent – aufs Jahr gesehen, ergibt sich so ein Zins von 0,55 Prozent.

Zinsjäger müssen flexibel sein – oder ins Ausland gehen

Wer mehr will, muss andere Wege gehen. Weg Nummer eins: Lockzinsen mitnehmen und weiterziehen! Derzeit werben ING-DiBa wie auch Consorsbank mit Tagesgeldzinsen von einem Prozent um neue Kunden. Consorsbank zahlt diesen Zins für sechs Monate, danach nur 0,05 Prozent. ING-DiBa begrenzt die 1 %-Phase auf vier Monate, senkt den Zins anschließend auf 0,35 Prozent. Über 12 Monate ergibt sich so ein Mischzins von 0,57 (ING-DiBa) bzw. 0,53 Prozent.

Spitzenreiter zahlt für Tagesgeld 1,2 Prozent

Weg Nummer zwei führt über Vermittler wie Weltsparen, Zinspilot oder Savedo zu Banken im Ausland – etwa Italien, Malta und Rumänien. So bietet die italienische Banca Popolare Lecchese mit „Key Project“ die Möglichkeit, fürs Tagesgeld 1,2 Prozent im Jahr zu kassieren, wobei die Kontoeröffnung über Weltsparen abgewickelt wird. Die rumänische Alpha Bank Romania zahlt 1,01 Prozent, während hier Zinspilot die Rolle des Vermittlers übernimmt. Dies ist auch bei der maltesischen FIM Bank der Fall, deren Tagesgeld-Zins bei 0,75 Prozent im Jahr liegt. Das Angebot der österreichischen Austrian Anadi Bank mit 0,6 Prozent wird ebenfalls von Zinspilot vermittelt.

Immer mehr Tagesgeld-Angebote durch Vermittler

Wir beobachten, dass die Vermittler im Tagesgeld-Bereich aktiver werden. Gab es im August 2016 nur ein solches Angebot, sind es jetzt vier. Dank höherer Inflationsraten dürfte ihre Zahl weiter steigen, sodass es sich für Sparer lohnt, die Entwicklung zu beobachten. Auch dürfte die Hemmschwelle zum Abschluss niedriger sein als bei den bislang dominanten Festgeld-Angeboten. Schließlich kann man das gesamte Tagesgeld von heute auf morgen abheben, sodass Sorgen wegen der Kreditwürdigkeit einer Bank etwas in den Hintergrund treten.