Tagesgeld-Banken mit EU-Banklizenz

Frankfurt 15.12.2014 –– Zinsen waren gestern. Heute wirft Tagesgeld bei deutschen Banken kaum noch Erträge ab. Ausländische Anbieter sind da deutlich spendabler. Wann es sich lohnt, in die Ferne zu schweifen.

Es ist noch keine zehn Jahre her, da waren Tagesgeldkonten der absolute Renner bei sicherheitsbewussten Anlegern in Deutschland. Erstens warfen sie mehr Zinsen ab als das gute alte Sparbuch. Zweitens waren sie flexibler: Wer sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkte, konnte jederzeit darauf zugreifen. Beim Sparbuch hingegen musste und muss man einen größeren Betrag schon mal vier Wochen im Voraus kündigen.

Einen regelrechten Hype erreichte das Tagesgeldsparen zu Beginn der Finanzkrise 2008. Aus Angst, vor Bankenpleiten legte damals jeder, der etwas auf sich hielt, sein Vermögen so kurzfristig wie möglich an. Bombige Zinsen gab es dennoch. Der Grund: Kein Kreditinstitut traute dem anderen über den Weg. Zugleich benötigten die Banken aber möglichst schnell möglichst viele Kundengelder– ein wahrer Renditetreiber.

Dann wendete sich das Blatt. Nicht zuletzt durch das Einwirken der Europäischen Zentralbank schwamm der Markt plötzlich im Geld. Und der dramatische Sturzflug der (Tagesgeld-)Zinsen begann.

Trauriger Niedergang eines deutschen Lieblings

Boten die besten Anbieter Anfang 2009 noch bis zu 6,5 Prozent Zinsen pro Jahr, liegen die Tagesgeldzinsen mancher Sparkassen und anderer Geschäftsbanken heute bei kaum noch messbaren 0,01 bis 0,05 Prozent. Bei einem Anlagebetrag von 50.000 Euro im Jahr ergibt das fünf bis 25 Euro Zinsen. Pro Jahr wohlgemerkt. Nicht pro Monat. Eigentlich ein Hohn. Aber die Banken brauchen das Geld der Kunden eben nicht mehr – und lassen dies auch deutlich spüren.

Ausgeschlafene Anleger können allerdings gegensteuern. Wer genau hinschaut findet immer noch Angebote, mit denen sich ein Prozent und mehr erzielen lässt. Nur eben nicht bei deutschen Banken.

Da ist zum Beispiel die französische ConsorsbankConsorsbank (früher Cortal Consors). Sie garantiert Neukunden derzeit 1,20 Prozent für einen Zeitraum von 12 Monaten. Ein großzügiges Angebot in Zeiten wie diesen: Kunden genießen einerseits maximale Flexibilität und brauchen dennoch keine Angst zu haben, dass die Bank kurz nach dem Wechsel die Zinsen nach unten korrigiert.

Vertrauen ist gut

Bei anderen ausländischen Anbietern sucht man eine solch lang Garantie zwar vergebens. Zinsgarantien für Neukunden für drei oder vier Monate gibt es aber einige. Die Sorge, kurz nach dem Wechsel wieder mit Zinsen auf deutschem Niveau abgespeist zu werden, ist aber auch ohne Zinsversprechen in der Regel unbegründet. Etliche Banken mit ausländischer Banklizenz engagieren sich ja ganz gezielt auf den deutschen Markt, um neue Anlagekunden zu finden und diese auch langfristig zu binden. Es wäre kontraproduktiv, mal kurz ein Lockangebot ins Schaufenster stellen, nur um die mühsam akquirierten Neukunden anschließend durch die Zinssenkung wieder zu verprellen. Wechselwillige Anleger dürfen deshalb davon ausgehen, dass die günstigen Zinsen solcher Banken über mehrere Monate bestehen bleiben.

Besonders attraktive Konditionen, über das ganze Jahr 2014 betrachtet bieten MoneYouMoneYou , ConsorsbankConsorsbank und Merkur Bank . Auch die Ikano Bank, Renault BankRenault Bank direkt und Bank of Scotland sind oben mit dabei. Wenn man sich die Herkunftsländer ansieht, ist es eine echte europäische Mischung. Diese Anbieter mit einer Banklizenz in unterschiedlichen EU-Ländern rangieren seit vielen Jahren ganz oben in den Zinsvergleichen. Die gesetzliche Einlagensicherung unterschreitet mit 100.000 Euro zwar den deutschen Standard. Den meisten Kunden dürfte die Summe aber reichen.

Für Normalsparer ist es daher ebenso sicher, aber deutlich lukrativer, ihre fünfstelligen Anlagebeträge bei einer Bank mit Banklizenz in einem EU-Staat wie Österreich, Frankreich, den Niederlanden oder auch Großbritannien zu bunkern. Die höhere Sicherheit in Deutschland in Anspruch zu nehmen und dafür auf Zinsen zu verzichten kann allenfalls für Unternehmen oder sehr vermögende Sparer sinnvoll sein.

Fazit: Statt nur auf die niedrigen Tagesgeldzinsen zu schimpfen, lohnt es sich, nach besseren, ebenso sicheren Angeboten Ausschau zu halten. Der FMH-Tagesgeldvergleich kann Sie dabei optimal unterstützen. Wer sich für die besten Anbieter des vergangenen Jahres interessiert wird auf unserer Auszeichnungsseite fündig.