Wohnförderkonto

Wie funktioniert das Wohnförderkonto?

Bei allen Riester-Verträgen soll die Rentenzahlung im Rentenalter versteuert werden. Beim Wohn-Riester ist dies jedoch nicht möglich, weil das Geld in die schnellere Entschuldung des Eigenheims fließt. Daher wird ein fiktives  Wohnförderkonto gebildet, dessen Erträge ab dem Beginn der Rente versteuert werden.

Das Charakteristische bei allen Riester-Verträgen ist: Alle Einzahlungen in die unterschiedlichen Riester-Verträge sind steuerfrei. Im Gegenzug müssen die Auszahlungen im Rentenalter versteuert werden, was als nachgelagerte Versteuerung bezeichnet wird. Dieses Prinzip stößt beim Wohn-Riester-Vertrag jedoch an Grenzen, da im Alter keine Auszahlungen erfolgen. Schließlich sind diese bereits während der Kreditlaufzeit zur schnelleren Entschuldung genutzt worden.

Daher unterstellt der Gesetzgeber beim Wohn-Riester, dass die jährlichen Einzahlungen bis zur Höhe von maximal 2.100 Euro auf ein separates Konto, das Wohnförderkonto, flössen. Dieses fiktive Wohnförderkonto wird jährlich mit zwei Prozent verzinst. Damit ist ein fiktives Guthaben vorhanden, das der Fiskus besteuern kann, wenn der Förderberechtigte das Rentenalter erreicht hat. In diesem Wohnförderkonto werden der Eigenanteil des Förderberechtigten wie auch die Riester-Förderung angesammelt, nicht aber der Steuervorteil.

Dieses Kapital, das auf das Wohnförderkonto „geflossen" ist, kann der Förderberechtigte bis zum 85. Lebensjahr versteuern, obwohl – anders als bei anderen Riester-Verträgen – keine Auszahlungen mehr erfolgen. Zwei Beispiele verdeutlichen dies:

Beispiel 1: Im Wohnförderkonto hat sich ein Betrag von 50.000 Euro angesammelt, der Renteneintritt erfolgt mit 65 Jahren. Dann wären 20 Jahre lang (65. bis 85. Lebensjahr) jährlich 2.500 Euro (50.000 Euro geteilt durch 20 Jahre) zu versteuern, abzüglich Sparerpauschbetrag etc. Die Höhe der Steuer ist abhängig vom späteren Steuersatz im Rentenalter. Stirbt der Riester-Sparer vor Ablauf des 85. Lebensjahres, muss der Erbe die restliche Steuerzahlung übernehmen.

Beispiel 2: Es gibt auch die Möglichkeit, die Steuern auf das Wohnförderkonto mit dem Eintritt ins Rentenalter auf einen Schlag zu bezahlen. Wer sich dafür entscheidet, dem wird vom Staat ein Rabatt von 30 Prozent eingeräumt. Die verbleibenden 70 Prozent werden dem jeweiligen Einkommen im Rentenjahr dazu addiert. Konkret: Auf dem Wohnförderkonto stehen 50.000 Euro. Abzüglich des Rabatts von 30 Prozent, also 15.000 Euro, ergibt sich ein Betrag von 35.000 Euro. Dieser Restbetrag erhöht das zu versteuernde Einkommen im ersten Rentenjahr. Diese Variante ist für die meisten Wohn-Riester-Sparer die weniger sinnvolle Alternative, weil das zu versteuernde Einkommen in einem Jahr sehr hoch ausfällt und folglich eine hohe Steuerlast nach sich zieht. Den Rabatt gibt es vermutlich, um die Progression etwas abzuschwächen. Der Rentner verpflichtet sich auch, die Immobilie 20 Jahre zu behalten, ansonsten werden nachträglich doch noch Steuern erhoben.

Die letztgenannte Variante ist auch diejenige, die für Vergleichsrechnungen häufig verwendet wird. Der Grund ist, dass diese Berechnung leichter darstellbar ist als die andere.

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