Ein grafischer Verlauf verdeutlicht Zusammenhänge oft besser als lange Abhandlungen. Auf Grund des großen Fundus an Zinsinformationen von der FMH-Finanzberatung über viele Jahre hinweg, es es möglich die unterschiedlichsten Kurvenverläufe abzubilden.
20.02.2012 –– Die eine oder andere Bank senkt die Tagesgeldzinsen ganz vorsichtig, um keine Anleger zu verschrecken. Dies sind aber meist jene Banken, die nicht so intensiv die Neukundengewinnung im Fokus hatten. Dies verdeutlicht aber auch, dass der Tagesgeld Anleger verstärkt darauf achten sollte, ob die Bank den Tagesgeldzins für einige Monate garantiert oder auch schon in der Vergangenheit sehr selten den Zinssatz dem Marktumfeld angepasst hat. Um das Verhalten der Banken in der Vergangenheit zu sehen, eignen sich die Auszeichnungen der FMH Finanzberatung.
06.02.2012 –– Forward-Darlehen können bis zu einer Vorlaufzeit von fünf Jahren abgeschlossen werden. Bei steigenden Zinsen wie im März 2007 oder im November 2010 war manch ein Bauherr froh gewesen, dass er sich sein Anschlussdarlehen zum Beispiel für Februar 2012 bereits gesichert hat. Leider haben alle Forward-Kunden mit ihrem Vertragsabschluss verloren, deren Vertragsende Anfang 2012 gelegen ist, weil wenige Kunden ahnen konnten, dass der Hypothekenzins noch weiter fallen könnte als dies im September 2010 der Fall war. Und trotzdem ging es noch tiefer – zum Nachteil der Forward-Verträge. Die FMH hat im Dezember 2010, zu Zeiten steigender Zinsen den Mutigen geraten, mit einem Forward-Abschluss zu warten.
24.01.2012 –– Im Betrachtungszeitraum der letzten 10 Jahre wurden die fünfjährigen Sparbriefzinsen fast immer schlechter verzinst als was der Anleger im Durchschnitt beim Kauf von Bundeswertpapieren bekommen konnte. Erst im letzten halben Jahr werden die Sparbriefe wesentlich besser verzinst als die Staatspapiere. Es gibt zwei mögliche Erklärungen: Erstens, die Banken sind bereit, den Privatanleger an sich zu binden und um ihn zu gewinnen, muss die Bank schon einiges bieten und das bei nachlassender Inflationsgefahr, oder zweitens, der Großinvestor sucht für seine Investitionen die absolute Sicherheit beim deutschen Staat und ist dafür bereit, auf Zinserträge zu verzichten.
11.01.2012 –– FMH-Finanzberatung war eine der wenigen, die bereits Anfang November darauf hingewiesen haben, dass die Hypothekenzinsen weiter fallen werden. Bei 10 Jahren fest gibt es einen neuen Tiefststand von 3,11 Prozent und auch bei 15 Jahre fest ist ein neuer absoluter Niedrigstwert mit 3,54 Prozent erreicht worden. Und ein Ende der Zinssenkungen ist noch nicht ersichtlich. Es sind jetzt zwar keine weiteren Senkung von 0,25 Prozentpunkten und mehr wahrscheinlich, aber man kann zur Zeit in aller Ruhe sich um die besten Zinsangebote bemühen. Aktiv sollten alle werden, die vor 10 Jahren und länger ein Baudarlehen mit Zinsbindung von 15 Jahren abgeschlossen haben, Denn diese Kunden künnen jetzt vorzeitig zu besseren Zinsen abschließen.
01.01.2012 –– Viele waren erstaunt als die EZB den Leitzins senkte, obwohl die Inflationsrate ungewöhnlicher Weise mehr als einen Prozentpunkt über dem Leitzins liegt. Wie von der EZB bereits richtig eingeschätzt, sinkt die Inflationsrate ab Dezember 2011. Normalerweise sinkt bzw. wird der Anstieg der Inflation gebremst, wenn die EZB den Leitzins erhöht. Dieses erwartete Absinken der Inflationsrate wird auch die Hypothekenzinsen in den nächsten Monaten auf einem niedrigen Niveau halten. Neue Tiefststände sind bei den Zinsbindungen von 10 und 15 Jahre fest zu erwarten.
17.12.2011 –– Die Kurve der Sparbuchzinsen zeigt ganz klar, dass die Sparkassen und Banken keine Notwendigkeit sehen, ihren Sparern höhere Zinsen zu zahlen. Schließlich sind sie mit den Zinsen weit unter der Inflationsrate zufrieden. Wären sie nicht zufrieden, würden sie ihr Erspartes in anderen Sparformen anlegen oder zu einer Bank mit höheren Zinsen wechseln. Das Ziel jeder Geldanlage sollte sein, zumindest die Inflationsrate auszugleichen und das idealer Weise nach Abzug der Abgeltungssteuer.
07.12.2011 –– In ruhigen sicheren Zeiten ist der Abstand zwischen der Umlaufrendite und dem DGZF (Reuters Kennzeichen für öffentliche Pfandbriefrendite DekaBank) sehr gering und fast gleich laufend. Je größer die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten, desto mehr vertrauen die Anleger den sicheren Bundesanleihen und begnügen sich mit niedrigen Zinsen. Sollten in nächster Zeit die Bundespapiere wieder teuerer werden, muss dies nicht unbedingt zu einem Anstieg der Hypothekenzinsen führen, weil dieser Anstieg von den bereits teureren Pfandbriefrenditen etwas kompensiert werden kann.
01.12.2011 –– Die meisten Banken haben ihren Dispozins an den Euribor für 3 Monate gekoppelt. Manch ein Bankkunde hat sich vielleicht schon gefreut, dass ihre Bank den Dispozins wieder senken wird, weil der Leitzins Anfang November gesenkt wurde. Nachdem sich aber die Banken unter einander wieder mißtrauen und sich sehr wenig Geld leihen, ist zur Zeit nicht mit einer Absenkung des Euribors zu rechnen. Dies hat zur Folge, dass die Girobank die Zinssenkung nicht an ihre Kunden weiter geben muss. Der Dispokunde kann hoffen, dass der Euribor nicht weiter ansteigt, während der Leitzins der EZB gesenkt wird wie dies schon einmal Ende 2008 der Fall war.
23.11.2011 –– Viele Jahre haben sich die Banken im EONIA (Zinssatz im Interbankenmarkt, zu dem sich Banken täglich für ungesicherte Ausleihungen Geld leihen) höhere Zinsen gezahlt, als sie dies im Durchschnitt dem Privatanleger im Tagesgeld zugestanden haben. Seit der Finanzkrise 2008 hat sich dies gedreht. Plötzlich ist man bereit, für Tagesgeldanlagen höhere Zinsen zu bezahlen als im EONIA. Und der Bedarf an privaten Tagesgeldanlegern steigt, wie die höheren Tagesgeldzinsen trotz EZB-Leitzinssenkung zeigen. Der Privatanleger ist gesucht und den findet man mit attraktiven Zinsen.
06.11.2011 –– Nachdem die EZB den Leitzins ab 09.11.2011 auf 1,25 Prozent gesenkt hat, kann man davon ausgehen, dass auch die Festgeldzinsen im gleichen Umfang sinken werden. Unterstellt wird dabei, dass sich der Festgeldzins wie in den vergangenen 10 Jahren verhalten wird. Entweder der Anleger entscheidet sich jetzt noch schnell für eine Festgeldanlage und sichert sich so die aktuellen guten Zinsen für die nächsten Monate oder entscheidet sich gleich für eine längere Anlagezeit von drei oder vier Jahren.
31.10.2011 –– Wer sich jetzt Gedanken macht über die Zinsentwicklung der Hypothekenzinsen, müsste sich Gedanken machen über die Entwicklung der Schuldenkrise. Je größer das Misstrauen der Finanzmärkte, desto schneller steigen und fallen die Aktienkurse und der Anleger weiß nicht, soll er kaufen oder nicht. Oder von welchem Staat oder Unternehmen kann er überhaupt noch Anleihen kaufen, damit sein Geld sicher ist? Solange diese Unsicherheit hoch ist und eine Leitzinssenkung der EZB nicht ausgeschlossen ist, solange dürften unsere Baugeldzinsen nicht gravierend steigen.
24.10.2011 –– Die Bundesanleihen und Pfandbriefe erreichten in den letzten Wochen neue Renditetiefs, aber die Dispozinsen steigen. Leider nutzen einige Banken die Erhöhungen des Euribors, den sie als Referenzzins für ihre Dispozinsanpassungen verwenden, um ihre Kontozinsen trotzdem zu erhöhen. Weil sich die Banken nicht mehr untereinander trauen, verteuerte sich der Euribor und der Kunde am anderen Ende zahlt dafür höhere Dispozinsen. Zum Glück geben nicht alle Banken die Euribor-Erhöhung an ihre Kunden weiter, was sie laut ihren Geschäftsbedingungen machen dürften.
06.10.2011 –– Die durchschnittliche Inflationsrate der letzten 15 Jahre liegt bei 1,54 Prozent. Aktuell sind wir also rund einen Prozent über dem Mittelwert. Bei den Hypothekenzinsen liegt der Durchschnitt bei 5,10 Prozent und der aktuelle Bau-Zins bei 3,20 Prozent – also fast zwei Prozent unter dem Mittelwert. Eigentlich beeinflußt die Höhe der Inflationsrate sehr stark die Höhe der Hypothekenzinsen, was zur Zeit höhere Baugeldzinsen bedeuten würde. Die Hypothekenzinsen profitieren momentan stärker von den Unsicherheiten auf dem Kapitalmarkt als vom negativen Einfluss der Inflationsrate.
15.09.2011 –– Der 01. September 2010 weist für die Zinsbindung von 10 Jahren einen Effektivzins von 3,19 Prozent aus und markiert damit immer noch den absoluten Tiefststand seit 1950. Wer hätte gedacht, dass die derzeitige Staatsschuldenkrise bei den Hypothekenzinsen uns nach so kurzer Zeit vermutlich einen neuen Niedrigstwert bescheren wird? Die Häuslebauer profitieren wieder vom Wunsch der Kapitalanleger nach Sicherheit, die sie in den Bundesanleihen und deutschen Pfandbriefen finden.
30.08.2011 –– Die Tagesgeldanlagen profitieren von den beiden Leitzinserhöhungen der EZB (April und Juli) und gleichzeitig von dem Mißtrauen der Banken untereinander. Wie die Kurve zeigt, ist der steile Anstieg erst erfolgt, nach dem die Aktienmärkte unsicher wurden und die Banken wieder die kurzfristigen Kundengelder suchten, statt sich diese Gelder von anderen Banken zu leihen. Dem privaten Anleger kann dies nur Recht sein. Er dürfte noch einige Wochen so weiter gehen, denn es kommen immer neue Banken auf den deutschen Markt, die bereit sind, mehr zu bezahlen als der Durchschnitt der Banken. Es lohnt sich zu wechseln, solange die Anlagesicherheit beachtet wird.
17.08.2011 –– Die Inflationsrate ist weiterhin hoch, die EZB hat erst vor kurzem den Leitzins erhöht und doch sind die Spareinlagen mit zweijähriger Laufzeit auf dem Weg nach unten. Nur auf die Zinserhöhungen beim Tagesgeld ist Verlass. Da sind immer mehr Banken bereit, zumindest für Neukunden einen Zinssatz über der Inflationsrate von 2,4 Prozent zu bezahlen. Laut FMH-Tagesgeld-Vergleich zahlen 13 Banken für den Neukunden 2,4 bis 2,6 Prozent und immerhin fünf Banken machen keinen Unterschied zwischen Neu- und Bestandskunden und vergüten daher die gleich hohen Zinsen auch den Bestandskunden.
08.08.2011 –– Die Inflationsrate steigt, und die Hypothekenzinsen fallen – obwohl steigende Inflationsraten im Grunde steigende Baugeldzinsen nach sich ziehen müssten. Doch die hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten führt dazu, dass trotz sehr niedriger Zinsen viel Geld in deutsche Staatsanleihen und Pfandbriefe fließt. Dass die Zinsen immer dann am niedrigsten sind, wenn die Angst auf den Kapitalmärkten am größten ist, veranschaulicht die Kurve der Umlaufrendite in unserer „Grafik der Woche“, die einen Mittelwert aus Bundesanleihen verschiedener Laufzeiten repräsentiert. Die Grafik zeigt außerdem, dass sich die Hypothekenzinsen mit gleich bleibendem Abstand zur Umlaufrendite entwickeln. Das Fazit: Wer ein Haus finanzieren will, profitiert von der Krise am Kapitalmarkt.
26.07.2011 –– Wer in den nächsten Monaten ein Hypothekendarlehen für einen Immobilienerwerb oder für ein Anschlussdarlehen benötigt, macht sich natürlich Gedanken wegen der erfolgten und bestimmt noch kommenden Leitzinserhöhungen der EZB. Wie die Vergangenheit zeigt, verändern sich die Hypothekenzinsen nicht sehr zeitnah. Sie haben auch nicht die gleichen Schwankungsbreiten zu verzeichnen, wie sie der EZB-Verlauf aufweist. Auch jetzt steigt der Leitzins leicht an und die Hypothekenzinsen zeigen vorerst nach unten. Bei weiteren Erhöhungen der EZB werden aber auch die Baugeldzinsen leicht steigen.
17.07.2011 –– Die EZB will mit kleinen Zinserhöhungen etwas gegen die Inflation tun. Die minimalen Erhöhungen werden aber mehr als Signal als eine tatsächliche Einflussnahme angesehen. Eine kräftigere Leitzinserhöhung führt automatisch zu steigenden Kreditzinsen und würde europaweit die aufkeimende Konjunkturerholung nachhalig bremsen, was nicht beabsichtigt ist – daher die langsamen und vorsichtigen Erhöhungen. Obwohl die Inflation seit längerer Zeit bereits über dem Leitzins liegt.
01.07.2011 –– Vor 15 Jahren war der Dispozins und der Ratenkredit für 48 Monate Laufzeit gleich teuer. Während sich der Dispozins im Laufe der Jahre immer weiter erhöhte, verbilligte sich der Ratenkredit fast kontinuierlich. Hier hat der Markt funktioniert und zu günstigeren Angeboten geführt. Bei einem Ratenkredit ist es wesentlich einfacher, einen günstigen Anbieter auf dem Markt zu finden, auch mit Hilfe der FMH Zinsvergleiche, die seit dieser Zeit bereits einen Ratenkreditvergleich anbietet. Bei einem teueren Dispo sind die wenigsten Bundesbürger bereit, das Girokonto zu wechseln – und das wissen auch die Banken.
24.06.2011 –– Die Dispozinsen haben anscheinend keine Verbindung zu den Zinsentwicklungen des EZB-Leitzinses oder zu anderen Anlagezinsen. Im Verlauf der Dispozinsen ist gut ersichtlich, dass das Zinsniveau im Laufe der Jahre immer höher wurde und frühere Untergrenzen nicht mehr erreicht werden. Auch jetzt erhöhen bereits einzelnen Banken wieder den Überziehungszins, weil die EZB den Leitzins im April erhöht hat und im Schlepptau auch der Euribor sich verteuert. Auch im Juli ist mit steigenden Kreditzinsen auf dem Girokonto zu rechnen.