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Sparer und Anleger werden 2012 mit attraktiven Zinsen beim Tages- sowie beim Festgeld rechnen können. Die verschärften Vorgaben der Bankenaufsicht motivieren die Geldhäuser, neues Geld von Kunden einzuwerben – und dazu sind attraktive Konditionen nötig.
Bis zum 30. Juni 2012 müssen Europas Banken ihr so genanntes hartes Kernkapital auf sieben Prozent ihrer risikobehafteten Geschäfte aufstocken. Konkret bedeutet dies, dass für 100 Euro, die etwa als Kredit vergeben wurden, die Bank sieben Euro an Eigenkapital vorweisen muss. Das Gleiche gilt für risikoreiche Geldanlagen in Wertpapiere.
Zusammen mit dem weichen Kernkapital als weiterem Risikopuffer müssen die Banken laut Bundesfinanzministerium 10,5 Prozent der Risikogeschäfte an Eigenkapital halten. Daher verringern viele Geldhäuser ihre Wertpapieranlagen und versuchen, Kundengelder zu bekommen. Schließlich führt die Reduzierung risikoreicher Geschäfte zu einem geringeren Bedarf an Eigenkapital.
Empirisch untermauert wird dieser Trend durch den Vergleich der Tagesgeldzinsen mit dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Normalerweise liegt der repräsentative Tagesgeldzins, wie die FMH-Finanzberatung ihn seit Jahren im FMH-IndeX ermittelt, unterhalb des EZB-Leitzinses, zu dem sich die Banken bei der EZB Geld leihen. Betrachtet man etwa die Zeitspanne von Januar 1999 bis August 2008, zeigt sich: Der Leitzins der EZB lag im Schnitt bei 3,08 Prozent, der Tagesgeldzins bei 2,47 Prozent. 0,6 Prozentpunkte wurde der Privatkunde somit schlechter gestellt als die EZB, die sogar noch Sicherheiten von den Banken für die Geldabnahme verlangt.
Mit dem Beginn der Finanzkrise Ende 2008 hat sich diese Situation umgekehrt: Seit September 2008 lag der im FMH-IndeX ermittelte Tagesgeldzins im Schnitt bei 1,69 Prozent, der EZB-Leitzins jedoch bei nur 1,42 Prozent. Die Banken sind also bereit, den Kunden einen höheren Zins für ihr Tagesgeld zu zahlen, als sie der EZB für ihr täglich benötigtes Geld vergüten müssten. Damit verzichten sie nicht nur auf Marge, sondern legen sogar drauf, um sich von den Unwägbarkeiten des Finanzsystems ein Stück weit unabhängiger zu machen – gut für Sparer und Anleger.
Ähnlich sieht die Situation beim einjährigen Festgeld aus. Von Januar 1999 bis August 2008 zahlten die Banken ihren Kunden durchschnittlich 2,92 Prozent an Zinsen – und damit fast 0,2 Prozentpunkte weniger, als sie die Geldaufnahme bei der EZB kostete. Seit September 2008 indes bekommen Anleger für einjähriges Festgeld 1,98 Prozent, während der Leitzins im Schnitt bei 1,42 Prozent liegt. Auch hier zeigt sich der verstärkte Kapitalbedarf, der Sparern und Anlegern zugute kommt. Festgeld und Sparbriefe mit längeren Laufzeiten sind für die Banken ideal, um ihre Risikopositionen abzubauen, da sie mit diesem Geld auf Sicht der jeweiligen Laufzeit sicher rechnen können.
Doch keine Regel ohne Ausnahme: Sparkassen und Volksbanken haben weniger riskante Wertpapiere im Portfolio und sehen sich daher nicht gezwungen, neue Anleger anzulocken, solange ihre Bestandskunden mit Zinsen zwischen 0,25 und 1,0 Prozent zufrieden sind. Diese Tatsache nutzen Mitbewerber wie die Deutsche Bank, die seit Wochen ihr einjähriges Festgeld mit zwei Prozent Zinsen bewirbt. Insbesondere Kunden, die an die anämisch niedrigen Zinsen von Sparkassen und Volksbanken gewöhnt sind, dürfte das anlocken – wenngleich der unabhängige Zinsüberblick der FMH-Finanzberatung zeigt: Derzeit bieten mehr als zehn Banken drei Prozent und mehr Zinsen für zwölfmonatiges Festgeld. Sein Erspartes für zwei Prozent festzulegen heißt, Geld zu verschenken.
Fazit: Der regulatorische Druck auf die Banken und der damit einhergehende hohe Kapitalbedarf werden für attraktive Konditionen bei den Anlagezinsen sorgen. Sparer können davon aber nur profitieren, wenn sie sich bei unabhängigen Quellen wie der FMH-Finanzberatung einen umfassenden Marktüberblick verschaffen, statt sich blindlings auf die Aussagen ihres Bankers oder der Werbung zu verlassen. Stets aktuelle Informationen zu den Anlagezinsen finden Sie hier:
| Tagesgeld | : www.fmh.de/tagesgeld |
| Festgeld | : www.fmh.de/festgeld |
| Sparbriefe | : www.fmh.de/sparbrief |
Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung
Für eine erste Überlegung reicht es oft schon, den Durchschnittszins oder die Angebotsspanne zu kennen.
| Produkt | FMH-IndeX | Spanne | ||
|---|---|---|---|---|
| Baugeld | 5 Jahre | 2,27 | 1,93 - 4,58 |
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| Baugeld | 10 Jahre | 2,80 | 2,53 - 4,90 |
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| Baugeld | 15 Jahre | 3,24 | 2,89 - 4,35 |
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| Ratenkredit | 36 Monate | 6,82 | 4,33 - 11,99 |
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| Ratenkredit | 48 Monate | 6,80 | 4,86 - 11,99 |
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| Ratenkredit | 60 Monate | 7,18 | 4,99 - 13,99 |
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| Stand: 16.05.2012 | ||||
für das “Best Tagesgeld Zertifikat (WKN HV5VS6)” die Tagesgelderhebung der FMH-Finanzberatung eigesetzt werden? Ausschlaggebend dafür war die Unabhängigkeit und Seriösität der Tagesgelderhebung der FMH-Finanzberatung.
die gesetzlichen Krankenkassen allein im Jahr 2010 insgesamt 131,5 Milliarden Euro ausgegeben haben?
durch die Finanzkrise bereits Anfang 2009 weltweit ein Vermögen von rund 50 Billionen Dollar vernichtet wurde, wie die asiatische Entwicklungsbank schätzt?
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer Zusage, dass alle Spareinlagen in Deutschland zu 100 Prozent gesichert sind, eine Garantie für rund eine Billion Euro übernommen hat?
auch Fonds als mündelsichere Anlagen zugelassen sind? Der Bundesverbands Investment und Asset Managament (BVI) listete im Juni 2007 insgesamt 164 Fonds auf, die dieses Kriterium erfüllten. Im Februar 2010 waren es bereits 190 Fonds.
die Deutsche Apotheker- und Ärztebank die größte Genossenschaftsbank ist? In großem Abstand dazu finden sich mit Stand 2009 die Sparda-Bank Baden Württemberg und die Berliner Volksbank in der Liste. Mit einer Differenz von etwa einer Millirde Euro folgt die Sparda-Bank Südwest und mit einem ähnlichen Abstand die BBBank.
Hypothekendarlehen nach einer Zinsfestschreibung von über zehn Jahren vorzeitig und kostenlos vom Darlehensnehmer gekündigt werden können. Voraussetzung ist, dass seit der Vollauszahlung zehn Jahre vergangen sind. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Geregelt ist das Ganze in § 489 BGB (früher im § 609a BGB).
Ende 2010 in Deutschland statistisch gesehen 42,3 Mio Bundesbürger ein Auto besessen haben und 30 Mio. einen Bausparvertrag? 19.100.000 Verträge wurden bei den privaten Bausparkassen und 10.900.000 Verträge bei den LBS Bausparkassen geführt.
die Redaktion der Zeitschrift “Finanztest” Zinsmeldungen von Banken und Vermittlern vor einer Veröffentlichung regelmäßig erst mit den Zinsberechnungen auf der FMH-Seite abgleicht? Vielen Dank für dieses indirekte Lob über die Qualität der FMH-Recherche!
Besitzer einer Eigentumswohnung per Gesetz verpflichtet sind, Renovierungsrücklagen zu bilden? Faustformel: Pro Quadratmeter Wohnfläche sollte pro Monat ein Euro zurückgelegt werden. Dies ist auch die Größenordnung, die Hausbesitzer auf freiwilliger Basis zurücklegen sollten.
Bausparkassen bei Veröffentlichungen der ausgezahlten Hypothekendarlehen das Guthaben- und Darlehensvolumen als einen Betrag ausweisen? So sind in den rund 21,6 Milliarden Euro für das Jahr 2010 der privaten Bausparkassen mehr als zehn Milliarden Euro an Ansparguthaben enthalten.
die tatsächliche Rendite bei mehrjährigen Sparanlegen niedriger ist, wenn es heißt, dass die Zinsgutschrift dem Konto am Laufzeitende gutgeschrieben wird? Typisch ist dies zum Beispiel für österreichische Bundesschätze. Ein Zinsatz von 3,75 Prozent für zehn Jahre ergibt eine vergleichbare Rendite bei üblichen Geldanlagen mit jährlicher Zinsgutschrift von 3,28 Prozent, weil die Zinsgutschrift am Laufzeitende erfolgt.
mit den Vergleichsrechnern und Tools der FMH-Finanzberatung allein im Jahr 2010 insgesamt 15,7 Mio. Berechnungen durchgeführt wurden?
im Grundbuch nicht die tatsächlichen Zinsen eingetragen werden, sondern ein Zinssatz von 15 bis 20 Prozent? Die hohen Grundschuldzinsen führen nicht zu einer Übersicherung, denn sie gelten nur im Falle einer Verwertung der belasteten Immobilie und dann auch nur, wenn die Summe der Forderungen den Grundschuldbetrag übersteigt. Grundschuldzinsen sind eine zusätzliche Sicherheit und keine Forderung.
eine Million Euro – bestehend aus zweitausend 500-Euro-Scheinen – einen Geldstapel von 22 Zentimetern Höhe ergibt? Möchten Sie eine Milliarde Euro mit 500-Euro-Scheinen aufstapeln, wäre ein Geldstapel von 220 Metern notwendig. Nur wenige Hochhäuser in Frankfurt erreichen diese Höhe.
rund 55 Prozent der Sparer noch immer aufs Sparbuch setzen, gefolgt von Bausparverträgen, Renten- und Lebensversicherungen – und das bei einer Verzinsung, die in den meisten Fällen unter der Inflationsrate liegt?
Sie darauf achten müssen, dass die Bank eine Schufa-Anfrage für ein unverbindliches Darlehensangebot als „Anfrage Kreditkonditionen“ deklariert und nicht als Kreditanfrage. dann wirkt sich eine solche Schufa-Anfrage nicht negativ auf Ihr bei dieser Kreditauskunftei erfasstes “Scoring” aus.
seit der Föderalismusreform jedes Bundesland die Grunderwerbsteuer frei festsetzen darf? Als erstes hat das Land Berlin den bisher einheitlichen Satz von 3,5 auf 4,5 Prozent angehoben. Dann folgten Hamburg, Sachsen-Anhalt, Bremen und Niedersachsen mit 4,5 Prozent. Das Saarland erhöht auf vier Prozent – Brandenburg und Thüringen sogar auf fünf Prozent.
nach einer Berechnung des Bundesverbands Investment und Asset Managament (BVI) ein Sparer Ende 2010 einen Betrag von 128.946 Euro auf dem Konto hätte, wenn er die in den vergangenen 30 Jahren monatlich 100 Euro in einen deutschen Aktienfonds eingezahlt hätte? Bei einer Sparleistung von 36.000 Euro ergibt dies eine Durchschnittsrendite von 7,49 Prozent.
die Bundesbürger 2010 insgesamt 1,868 Billionen Euro in Sparbüchern, Sparbriefen, auf Tages- und Festgeldkonten angelegt oder auf dem Girokonto geparkt hatten.
laut einer GfK-Studie (März 2008) im Auftrag des Bankenverbandes festgestellt wurde, dass nur 44 Prozent der Ratenkreditkunden eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben?
nach Beobachtung der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. vor allem Sparkassen und Volksbanken Entgelte und Gebühren von ihren Kunden verlangen, obwohl entsprechende BGH-Urteile dies untersagen? Als positives Beispiel ist hier die Deutsche Bank anzuführen.
der Euribor die Zinssätze abbildet, zu denen sich 57 namhafte europäische Banken – unter ihnen zehn deutsche Banken – gegenseitig Geld leihen? Jeweils 15 Prozent der höchsten und niedrigsten Zinsnennungen fließen nicht in den Euribor mit ein.
die deutschen Haushalte im III. Quartal 2010 mit insgesamt 1,527 Billionen Euro verschuldet waren?
Für eine erste Überlegung reicht es oft schon, den Durchschnittszins oder die Angebotsspanne zu kennen.
| Produkt | FMH-IndeX | Spanne | ||
|---|---|---|---|---|
| Tagesgeld | 5.000 Euro | 1,45 | 0,19 - 3,00 |
|
| Tagesgeld | 50.000 Euro | 1,44 | 0,19 - 2,60 |
|
| Festgeld | 3 Monate | 1,01 | 0,25 - 2,40 |
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| Festgeld | 12 Monate | 1,53 | 0,50 - 3,00 |
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| Sparbriefe | 2 Jahre | 1,67 | 0,45 - 3,25 |
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| Sparbriefe | 5 Jahre | 2,39 | 1,00 - 4,15 |
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| Stand: 16.05.2012 | ||||
Es wird jeweils der Zinssatz für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro dargestellt. Die Zinsangaben beruhen auf dem FMH-IndeX.
| Zinssatz aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag. | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Tagesgeld | Festgeld | 6 Monate | 12 Monate | |||
| Aktuell (16.05.2012) | 1,45% | 1,16% | 1,53% | |||
| Gestern | 1,47% | 1,16% | 1,53% | |||
| Vor einer Woche | 1,49% | 1,18% | 1,56% | |||
| Vor drei Monaten | 1,65% | 1,34% | 1,79% | |||
| Vor sechs Monaten | 1,80% | 1,46% | 1,89% | |||
| Vor einem Jahr | 1,30% | 1,30% | 1,78% | |||
| Vor 2 Jahren | 1,13% | 0,97% | 1,29% | |||
| Vor 3 Jahren | 1,88% | 1,68% | 1,98% | |||
| Vor 4 Jahren | 3,22% | 3,80% | 4,26% | |||
| Vor 5 Jahren | 2,72% | 3,17% | 3,77% | |||
| Quelle: FMH-Finanzberatung | ||||||
Es wird der Effektivzins zu den vergangenen Stichtagen dargestellt. Die Zinsangaben beruhen auf dem FMH-IndeX.
| Effektivzins aktuell und in der Vergangenheit am gleichen Tag. | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 10 Jahre | 15 Jahre | ||||
| Aktuell (16.05.2012) | 2,27% | 2,80% | 3,24% | |||
| Gestern | 2,27% | 2,82% | 3,26% | |||
| Vor einer Woche | 2,30% | 2,87% | 3,36% | |||
| Vor drei Monaten | 2,47% | 3,04% | 3,52% | |||
| Vor sechs Monaten | 2,67% | 3,15% | 3,63% | |||
| Vor einem Jahr | 3,71% | 4,14% | 4,61% | |||
| Vor 2 Jahren | 3,05% | 3,79% | 4,23% | |||
| Vor 3 Jahren | 3,77% | 4,35% | 4,72% | |||
| Vor 4 Jahren | 4,83% | 4,98% | 5,21% | |||
| Vor 5 Jahren | 4,83% | 4,84% | 5,05% | |||
| Quelle: FMH-Finanzberatung | ||||||
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