Bausparkassen in Bewegung
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Frankfurt 13.12.2017 –– Die Deutschen lieben Bausparverträge: Kaum ein Finanzprodukt wird so häufig genutzt, um den Weg ins Eigenheim zu ebnen. Doch was zeichnet gute Anbieter aus? Und was ist von dem neuen Angebot der Wüstenrot zu halten, die vergünstigte Abschlussgebühren offeriert? Unser Vergleich schafft Transparenz.

So ändern sich die Zeiten. Vor einiger Zeit plante die FMH-Finanzberatung, ihren Kunden die Hälfte der Abschlussgebühr bei der Bausparkasse zu erstatten. Der Aufschrei in der Branche war gewaltig, der Widerstand der Bausparkassen erbittert – bis hin zur Blockade.

Nun hat die Wüstenrot selbst ein solches Angebot auf den Markt gebracht – ausgerechnet jene Bausparkasse, die uns damals besonders heftig attackierte und mit dafür verantwortlich ist, dass wir unsere Offerte zurückziehen mussten.

Eines haben wir damals aber immerhin erreicht: Die Aufsichtsbehörde BaFin teilt seit diesen Tagen unsere Auffassung, dass die Provisionsweitergabe aus der Abschlussgebühr nicht grundsätzlich untersagt ist. Das hat zur Folge, dass Verbraucher jetzt nach einem Nachlass bzw. einer teilweisen Erstattung der Abschlussgebühr fragen können. Womit wir wieder bei dem neuen Angebot der Wüstenrot sind.

Sie wirbt damit, Kunden bei Abschluss eines Wüstenrot Bausparvertrags 50 Prozent der Abschlussgebühr zu schenken. „Bei einer Bausparsumme von 43.000 EUR sind das 215 EUR, die Sie sparen.“ Eigentlich eine schöne Idee (nämlich unsere). Es gibt nur einen Haken. Die Wüstenrot gewährt diesen Nachlass nicht allen Kunden, sondern nur jenen, die Mitglied des deutschen Beamtenbundes sind.

Das wirft Fragen auf. Warum privilegiert die Bausparkasse nur Staatsdiener, nicht aber gewöhnliche Arbeitnehmer? Will die Wüstenrot dadurch ihre Kundenstruktur verändern? Oder zahlt am Ende Otto Normalverbraucher mehr an Gebühren, nur damit Beamte eine Vergünstigung erhalten?

Neuer Bausparvergleich der FMH

Um etwas Licht ins Dunkel dieses – und vieler anderer – Bausparangebote zu bringen, haben wir von der FMH uns dazu entschlossen, einen neuen Bausparvergleich zu starten.

Weil die Bausparkassen uns nicht mehr die genauen Zuteilungszeiten der Bauspardarlehen berechnen lassen, ist unser neuer Vergleich ausschließlich auf den Angaben in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) aufgebaut. Damit können wir immerhin die Anspar- und Tilgungsphasen genau berechnen, aber nicht die tatsächliche Zuteilungszeit, denn diese Zeitangabe ist nicht Bestandteil der ABB.

Wir weisen deshalb stets kürzeste Zeitspanne aus und nicht die tatsächliche Wartezeit bis zur Darlehensauszahlung aus. Achtung: Die Bausparkassen dürfen keine Zuteilungszeiten garantieren, sondern nur versprechen – die Wartezeit bis zur Darlehensauszahlung kann sich folglich verlängern. Und am Ende zählen immer nur Bedingungen laut den ABB, nicht das, was der Vertreter erzählt hat.

Alles in allem aber scheint die Branche in Bewegung zu kommen. Darüber freuen wir uns ebenso wie über die Tatsache, dass die Wüstenrot Bausparkasse, die extrem scharf gegen die FMH vorgegangen ist, nun auf 50 Prozent Abschlussgebühr verzichtet. Zwar hätten wir uns gewünscht, dass von diesem Nachlass alle Kunden profitieren. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wir halten Sie in jedem Fall auf dem Laufenden.

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