Ist dieser Artikel noch aktuell?

Update: 19. Dezember 2017

Nein. Die in diesem Artikel genannten Konditionen sind nicht mehr aktuell. Das bedeutet jedoch nicht, dass Banken und Sparkassen in Sachen Kontoführung an Kreativität eingebüßt haben – ganz im Gegenteil. So sammeln wir bereits aktuelle Daten für eine aktuelle Version dieses Artikels.

Sollten Sie eine Bank kennen, die sich in der Erfindung von Gebühren extrem ideenreich zeigt, würden wir uns über einen Hinweis freuen – egal, ob es um eine Sparkasse, eine Volksbank oder eine Geschäfts- und Direktbank geht: per E-Mail info@fmh.de oder über unser Kontaktformular .

Girokonto Abzocke
© Sandor Jackal / Fotolia

Frankfurt 11.10.2013 –– Wer sein Girokonto online führt, kommt günstig weg – denkt man! Doch einige Sparkassen und Banken warten mit Konditionen auf, die das Homebanking vermiesen können. Zwar steht all das im Preis- und Leistungsverzeichnis. Doch wer liest das?

Die FMH-Finanzberatung hat jüngst die Preis- und Leistungsverzeichnisse einiger Häuser durchforstet und ist dabei auf Erstaunliches gestoßen. Besonders eingeprägt haben sich regionale Institute, die mit diesen Konten offenbar testen wollen, wie weit Kunden die Gebühren und Entgelte hinnehmen. Dass sie zudem andere Konten mit komplett anderen Bedingungen im Angebot haben, macht die Sache zuweilen unübersichtlich.

SB-Terminal nutzen? Macht fünf Euro!

Nehmen wir das SLS-direktGiro der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Mancher Kunde dürfte sich trotz kostenloser Kontoführung inzwischen über die Geschäftsbeziehung ärgern. Denn ist der PC einmal defekt und muss man sich den Kontoauszug zuschicken lassen, kassiert die Sparkasse für die Zusendung des Auszugs 4,50 Euro – plus Porto! Wer das SB-Terminal bedient, dürfte ebenfalls nicht schlecht staunen, denn auch in diesem Fall wird er geschröpft – und zwar mit fünf Euro, wenn er etwa durch eigene Überweisungen den Mitarbeitern Arbeit erspart! Man fragt sich, was es kosten würde, wenn man mit der Überweisung an den Schalter geht…

15 Euro extra für höheren Dispolimit

Doch auch andere lassen sich gleichsam fürs Nichts- bzw. Wenigtun bezahlen. So kassiert die Targobank beim Online-Konto 3,50 Euro für die Nutzung des SB-Terminals und erhebt, wie auch besagte Sparkasse, für Bareinzahlungen eine Gebühr von fünf Euro. Möchte ein Kunde sein Dispolimit erhöhen, wird er mit stolzen 15 Euro für die Bearbeitung des Antrags zur Kasse gebeten. Damit rangiert die Tochter der französischen Crédit Mutuel-Bankengruppe auf unserer Dreistigkeitsskala auf einem prominenten Platz…

Bauernfänger am Bankschalter

Doch mit diesen Maschen ist die Phantasie der Banker in der Produktion hoher Kosten nicht erschöpft: So haben sich die Sparkasse Bremen wie auch die National-Bank aus Essen aufs Cross-Selling am Bankschalter spezialisiert. Die Devise der Hanseaten: Kostenlos ist das Giroflexx-Konto nur dann, wenn der Kunde verbundeigene Produkte kauft und die Sparkasse dafür vermutlich ordentliche Provisionen einstreicht. Gleich vier Produkte – von Spareinlagen über Bausparen und Krankenversicherung bis hin zu Alters- und Risikovorsorge – muss der Kunde buchen, bevor ihn die Gnade des Null-Euro-Kontos ereilt. Angesichts einer maximalen Ersparnis von 60 Euro wirkt das wie ein echtes Bauernfänger-Projekt. Man fragt sich, für wen dies ein Anreiz ist…

Extrakosten für Abhebungen: Da klingelt die Kasse

Auch die Volksbanken lassen sich bei den Kosten nicht lumpen. So erhebt die Hannoversche Volksbank bei ihrem Individualkonto, das kein Onlinekonto ist und monatlich immerhin zwei Euro kostet, pro Bargeldabhebung am Automaten eine Gebühr von 0,15 Euro – am eigenen und fremden Automaten. Wer sich erdreistet, zu diesem Zweck an den Schalter zu treten, darf dies der Bank sogar mit 0,50 Euro pro Abhebung vergelten. Die Sparkasse Osnabrück erlaubt wenigstens die kostenfreie Nutzung des eigenen Automaten, bekommt aber pro Nutzung anderer Sparkassenautomaten 15 Cent. Wenn die Kunden 15 Cent akzeptieren, könnten sie auch höhere Beträge schlucken – jeder fängt schließlich mal klein an…

Achtung, unterschiedliche Dispozinsen bei ein- und derselben Bank!

Auffällig ist, dass sich die Dispozinsen für unterschiedliche Girokonten bei derselben Bank oft unterscheiden. Das sorgt für Verwirrung – und bei dem einen oder anderen Kunden sicher auch für Kosten, die höher sind als nötig. Wer auf die Dispozinsen achten muss, sollte daher genau berechnen, wie lange er in welcher Höhe im Minus sein wird. Bei 15 Euro Differenz in der monatlichen Kontoführungsgebühr und einem Unterschied von vier Prozent bei den Dispozinsen wie bei der National-Bank muss das Konto schon 30 Tage mit 4.500 Euro in den roten Zahlen stehen, damit sich das teurere Konto lohnt.

Fazit unserer Forschungsreise: Online-Konten sind nicht zwangsläufig günstig. Bevor man sich für ein Girokonto entscheidet, sollte man die Details genau prüfen. Einzelheiten zu den verschiedenen Giro-Angeboten finden Sie hier.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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Die besten Giro-Konten für

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