Das komplett kostenlose Girokonto gibt es nicht

Frankfurt 01.06.2013 –– Etliche Banken werben mit angeblich kostenlosen Girokonten, um Kunden anderer Banken zum Wechsel zu bewegen. In der Tat sind diese Angebote oft sehr attraktiv, doch sind sie wirklich komplett kostenlos? Die FMH-Finanzberatung hat die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken gründlich untersucht und ein teils ernüchterndes Fazit gezogen. Denn: Wirklich kostenlos ist so gut wie kein Girokonto.

Auszeichnungen sind schön und gut, und viele Banken schmücken sich gern damit. Doch nicht wenige derer, die solche Preise verleihen, haben bei den Kriterien für die Vergabe der Auszeichnung eher pflegeleichte Kunden mit standardisierten Ansprüchen im Blick. Wer diesem Raster nicht entspricht, sieht sich mit einer Reihe von Gebühren und Entgelten konfrontiert, die nicht in die Bewertung einbezogen worden waren. Für diesen Personenkreis trifft die Aussage von „kostenlosen Girokonto“ folglich nicht zu.

Preisverzeichnisse gründlich durchforstet

Die FMH-Finanzberatung hat daher alle Kriterien der Girokonten untersucht, die Kosten verursachen können. Dazu gehören etwa folgende Aspekte:

  • Sind beleglose Buchungen sowie die Nutzung von Kontoauszugsdruckern und die EC- beziehungsweise Girokarte kostenfrei? Dies trifft auf alle untersuchten 19 Konten zu (siehe Download als PDF-Datei). Bei der Kostenfreiheit der Kreditkarten gibt es allerdings schon sieben Ausnahmen.
  • Ist die Versorgung mit Bargeld ausschließlich an verbundeigenen Automaten möglich oder steht dafür mit einer Kreditkarte jeder Geldautomat in Deutschland, im Euro-Raum oder gar weltweit kostenlos zur Verfügung? Schon innerhalb Deutschlands entstehen bei 11 Konten Kosten, wenn verbundfremde Geldautomaten mit Kreditkarte genutzt werden. Und bei der Versorgung mit Bargeld in einer Fremdwährung außerhalb des Euro-Raums fallen außer bei zwei Banken über all Wechselkosten an.
  • Gibt es Guthabenzinsen auf dem Giro- oder dem Kreditkartenkonto und können damit eventuelle entstandene Kosten im Nachhinein gedeckt werden?
  • Setzt die kostenlose Kontoführung einen monatlichen Geldeingang in einer bestimmten Höhe voraus beziehungsweise kann das Konto nur als Gehalt- oder Rentenkonto genutzt werden? Dies traf auf 10 der 19 Angebote zu, in neun Fällen gab es keine solche Vorgabe.

Das Konto von CortalConsors kommt dem Anspruch eines kostenlosen Girokontos sehr nahe. Denn es verursacht dann keinerlei Kosten, wenn der monatliche Geldeingang mindestens 1.500 Euro beträgt. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, fällt im Monat eine Gebühr von 4,95 Euro an, was sich im Jahr auf 59,40 Euro summiert.

comdirect bank sticht hervor

Ebenfalls nahezu kostenfrei ist das Girokonto der comdirect bank – vorausgesetzt, man nutzt ausschließlich einen oder mehrere der 9.000 Geldautomaten der cash Group. Im anderen Fall muss der Kontoinhaber bei einer Abhebung innerhalb Deutschlands drei Prozent des Umsatzes, aber mindestens 5,11 Euro berappen. Im Ausland ist der Einsatz der Kreditkarte indes komplett kostenlos, was dieses Konto zusammen mit dem von CortalConsors von allen anderen unterscheidet, die bei der Zahlung in einer Fremdwährung zusätzliche Wechselkosten erheben.

Fremdwährungen kosten fast immer Geld

Fazit: Keines der untersuchten Girokonten ist komplett kostenlos. Es gibt aber einige wenige, die dem sehr nahekommen. Wer ziemlich sicher ist, dass er den Euro-Raum nicht verlassen wird, kann zudem auf eine größere Auswahl an kostenfreien Girokonten zurückgreifen – etwa bei der Deutschen Kreditbank, der SKG-Bank oder bei der ING-DiBa, wie die Tabelle zeigt. Wer weltweit verreist, kann die Kosten, die bei der Abhebung von Bargeld in Fremdwährung entstehen, eventuell mit den Guthabenzinsen (DKB und SKG-Bank) ausgleichen, die für das eine oder andere Girokonto gezahlt werden.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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