Ratenkredit Lockangebote
Vergleichsplattformen locken mit Minuszinsen. Doch sind diese Ratenkredite sinnvoll? © stockphoto-graf / Adobe Stock

Frankfurt 12.07.2019 –– Schulden machen und damit Geld verdienen – mit diesem Angebote locken Vermittlungsplattformen Kunden an, die einen Ratenkredit benötigen. Doch halten die Minuszins-Angebote von Smava und Check24, was sie versprechen?

Von wegen Zinserhöhung: Die Europäische Zentralbank (EZB) überlegt gerade, das Gegenteil zu tun – und die Leitzinsen weiter zu senken. Auf diese Weise wollen die europäischen Währungshüter Kredite weiter verbilligen und damit erreichen, dass diese noch leichter Kredite vergeben werden.

In Zeiten, in denen die Zinsen ohnehin kaum noch messbar sind, bleiben der EZB dafür aber nur noch wenige Möglichkeiten. Eine Option wäre es, die Strafzinsen der Banken von minus 0,4 auf minus 0,5 oder minus 0,6 Prozent zu erhöhen. Das würde bedeuten, dass Banken, die Geld kurzfristig bei der EZB parken, dafür deutlich mehr zahlen, als bisher.

Doch könnten von einer solchen Entwicklung auch Kunden profitieren, die kurzfristig Geld brauchen, etwa um eine Autoreparatur oder eine neue Waschmaschine zu finanzieren?

Lockangebot mit Hintergedanken

Auf den ersten Blick sieht es danach aus. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Vergleichsplattformen wie Check24 oder Smava, die für Ratenkredite schon heute Negativzinsen anbieten, ihre Minusangebote nochmal nachbesser. Das wirkt erst einmal attraktiv: Wer möchte nicht daran verdienen, dass er Schulden macht?

Betrachtet man sich die (aktuellen) Angebote genauer, wird allerdings schnell deutlich, dass es sich in erster Linie um Marketing-Aktionen handelt, die vor allem den Anbietern, und nicht den Kunden nützen.

  1. Check24 vergibt seine Minuszinskredite mit einer Laufzeit von zwölf Monaten und bonitätsunabhängig. Das klingt gut: Doch wer nimmt einen solchen Kredit auf? Für den Urlauber, den die Fernsehwerbung als Beispiel nennt, dürfte der Betrag von 1.000 Euro schon zu gering sein.
  2. Bei Smava erhalten nur Kunden mit bester Bonität die beworbenen Minuszinsen. Bleibt die Frage, welcher Kunde mit bester Bonität einen Kredit über 1.000 Euro aufnimmt, den er über 24 Monate bedienen muss, nur um am Ende 4,16 Euro an Gewinn zu machen?
  3. Da zudem nur etwa zwei bis drei Prozent der Kunden in die beste Bonitätsstufe eingeordnet werden, bedeutet dass, dass 97 Prozent der Kundenanfragen den Plattformen billige sensible Kundendaten in die Hände spielen. Denn die Kredite gibt es bei beiden Anbietern nur, wenn Interessenten bereits beim Stellen des Antrags in die notwendigen Bonitätsüberprüfungen zustimmen – und zwar in Form eines gesicherten Online-Abrufs ihrer Kontoauszüge der vergangenen drei Monate. Damit sieht der Anbieter womöglich auch, welche Autoversicherung der Interessent abgeschlossen hat, wie sein Handyanbieter heißt und wofür er sonst noch Geld ausgibt.
  4. Wenn man jetzt noch weiß, dass jeder Werbeklick bei Google für Kreditangebote zwischen zehn und 15 Euro kostet, wird endgültig klar, warum die Anbieter bestimmten Kunden im Extremfall fünf Euro Zinsen schenken: Günstiger kann eine Marketingmaßnahme kaum sein. Das gilt umso mehr, als zwei Drittel der Kunden, die bei Smava wegen des Minuszinsangebot vorsprechen, im Durchschnitt 4,39 Prozent Zinsen bezahlen.
  5. Zuguterletzt sollten man bedenken, dass Banken, die Geld verleihen, immer auch damit rechnen müssen, dass ein Kredit platzt und deshalb gewisse Risikorücklagen brauchen. Außerdem haben sie Verwaltungskosten, sie müssen womöglich noch einen Kreditvermittler bezahlen – und sie wollen an der Kreditvergabe auch verdienen.

Bei Ratenkrediten lassen sich Zinsen von weniger als zwei Prozent daher auch mit viel gutem Willen nur schwer darstellen. Nehmen wir zum Beispiel einen Kredit über 10.000 Euro, der 36 Monate laufen soll. Laut FMH-Ratenkreditvergleich kostet das beste Angebot effektiv 2,89 Prozent – was rund 450 Euro Zinsen bedeutet. Wenn man nur 1,5 Prozent Marge für die Bank unterstellt, dann verdient sie an dem Kredit 235 Euro, bei null Prozent Zinsen für die Kundeneinlagen. Hat sie einem Vermittler noch zwei Prozent Provision zu bezahlen, gehen nochmals 200 Euro weg. Und legt sie dann noch Geld für die Risikovorsorge und Verwaltung weg, wird der mathematische Spielraum von 15 Euro bereits ausgereizt.

Anbieter, die ein Prozent Zinsen oder weniger verlangen, müssen daher fast zwangsläufig Geld zu schießen – vermutlich aus Marketingmitteln.

Fazit: Wir bei der FMH-Finanzberatung lehnen solche unseriösen Kreditangebote ab und veröffentlichen sie auch nicht in unseren Rankings. Dafür bietet die FMH-Finanzberatung Interessenten den einzigen Kreditvergleich, bei dem Sie selbst sofort sehen können, welche Zinsen und Kosten auf sie zukommen, wenn Sie nicht in Bonitätsklasse „sehr gut“ oder „gut“ eingestuft werden sollten.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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