Festgeld Zinsflaute
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Frankfurt 26.07.2019 –– Auch wenn sie bessere Renditen versprechen, als Festgeld-Anlagen: Fonds sind nicht jedermanns Sache. Konservative Sparer, die es geschickt anstellen, können mit festverzinslichen Anlagen aber zumindest die Inflation abfedern.

Wer bei der Geldanlage Wert auf Sicherheit legt, ist von der Geldpolitik der Zentralbanken abhängig - deutsche Sparer vor allem von der EZB. Von dort ist auch unter Christine Lagarde wohl erstmal keine signifikante Anhebung der Leitzinsen zu erwarten. Heißt: Die Erträge bei festverzinslichen Anlagen bleiben im Keller.

Das allein wäre schon unerfreulich genug. Doch inzwischen sorgt auch die Teuerungsrate dafür, dass Anleger eher Geld verlieren, als am Sparen zu verdienen: Seit Juli 2018 liegt die durchschnittliche Inflationsrate in Deutschland bei 1,85 Prozent. Im Juni 2019 waren es immerhin 1,6 Prozent.

Dennoch sind Fonds, selbst die oft empfohlenen, relativ sicheren und kostengünstigen ETF-Fonds, nicht jedermanns Sache. Wo also finden Anleger die besten Festgeldangebote, um die Zinsflaute halbwegs unbeschadet zu überdauern?


Um die Antwort zu finden, gilt es vor allem, drei Fragen zu beantworten:


1. Ist mein Geld nur in Deutschland, oder auch im Ausland sicher?

Deutsche Banken bieten ihren Kunden die umfassendste Einlagensicherung in der Eurozone – oft aber auch die kärglichsten Zinsen. Wer sich damit nicht abfinden will, kann sich an bestimmte ausländische Banken mit Filialen in Deutschland wenden. Anlagen bei einer europäischen Bank, deren Einlagensicherung in Frankreich, Österreich, Großbritannien, Schweden oder der Niederlande erfolgt, sind eigentlich genauso sicher, wie die Geldanlage bei der Sparkasse. Dennoch sind die Renditen ein bisschen attraktiver – 1,31 Prozent beim Festgeld für drei Jahre und 1,21 Prozent für zwei Jahre.

Etwas anders sieht es aus, wenn man das Geld über einen Vermittler, zum Beispiel in Italien, Kroatien, Estland oder Malta anlegt. In diesen Ländern bekommt man zwar die höchsten Zinsen: 1,75 bzw. 1,65 Prozent für zwei Jahre fest. Allerdings müssen Sparer der Einlagensicherung des jeweiligen Landes vertrauen oder zumindest darauf setzen, dass die EU dem Land zu Hilfe käme, sollte die Bank Pleite machen und der Einlagensicherungsfonds nicht genügend Geld haben.


2. Lohnt es sich, das Geld für länger als drei Jahre fest anzulegen?

Je länger die Laufzeit beim Festgeld, desto höher sind die Zinsen. Allerdings kommen Kunden während der Laufzeit normalerweise nicht (und wenn dann nur mit Verlusten) an ihr Geld (siehe Frage drei). Sollte also währenddessen die Zinswende stattfinden, würden diese Kunden erst einmal nicht profitieren.

Nun weiß leider niemand, ob die Zinsen in den kommenden drei Jahren wieder steigen – oder ob es noch länger dauert. Dennoch spricht viel dafür, sich nicht ein halbes Jahrzehnt an die aktuellen Festgeldzinsen zu binden. Denn betrachtet man die aktuell höchsten Zinsen, also jene, die Sparer erhalten, wenn sie sich fünf Jahre festlegen, dann gibt es dafür gerade mal 0,1 bis 0,25 Prozent mehr als bei einer Anlage über drei Jahre. Dieser geringe Zusatzertrag rechtfertigt nach Meinung der Experten der FMH-Finanzberatung nicht das Risiko, die Zinswende zu verpassen. Sie raten eher zu Anlagen über zwei oder drei Jahre.


3. Lassen sich Festgeldsparanlagen vorzeitig auflösen, wenn die Zinswende kommt?

Es gibt einige Festgeld-Angebote von Vermittlern ins europäische Ausland, die eine vorzeitige Vertragsauflösung erlauben. Zwar zahlen sie Kunden, die verfrüht kündigen, maximal 0,5 Prozent Zinsen, teilweise müssen Aussteiger auch ganz auf Zinsen verzichten. Dennoch sind die Klauseln wichtig und sinnvoll – und zwar nicht nur, um auf die Zinswende reagieren zu können, wenn sie denn kommt. Die Option zur vorzeitigen Vertragsauflösung hat auch den Vorteil, dass man sein Geld zurückholen kann, wenn man denkt, dass die ausländische Bank Probleme bekommen oder der Einlagensicherungsfonds des Landes vielleicht nicht zahlen könnte. Wenn alles gut geht, kann man höhere Zinsen einstreichen als daheim, wenn nicht, hat man nichts verloren gegenüber seiner Hausbank.

Auch europäische Banken ohne Vermittler erlauben mitunter eine vorzeitige Kündigung. Welchen Preis Kunden dafür zahlen, zeigt der FMH-Festgeldvergleich

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