Frankfurt 24.09.2019 –– Höhere Strafzinsen für Banken und Anleihekäufe ab dem 01. November: Mario Draghis jüngster Vorstoß stieß im EZB-Rat nicht auf umfassende Freude, dennoch ging der Vorschlag durch. Was bedeutet das nun für die Hypothekenzinsen? Wir haben unsere Experten gefragt.

Draghi möchte offenbar nicht still und leise scheiden, sondern verabschiedet sich mit einem kleinen Tusch: Kurz vor Amtsübernahme durch Christine Legarde sorgte der EZB-Chef nicht gerade für helle Freude in den eigenen Reihen, als er den Vorschlag zur Abstimmung brachte, Anleihekäufe zu starten und einen höheren Strafzins für Banken einzuführen.

Beschlossen wurde vom EZB-Rat schließlich die Anhebung des Strafzinses für Bankeinlagen auf 0,5 Prozent sowie die Aufnahme von Anleihekäufen im Umfang von monatlich 20 Milliarden Euro ab dem 1. November 2019 – übrigens dem Datum des Amtsantritts seiner Nachfolgerin. Hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Hypothekenzinsen? Eine Frage, wie gemacht für unsere Experten.

Christof LehrGeneralbevollmächtigter der AXA Bank

Christof Lehr Experte

„Die jüngsten geldpolitischen Maßnahmen der EZB müssen ihre Wirksamkeit zunächst noch unter Beweis stellen. Von zentraler Bedeutung für die aktuelle Zinsentwicklung ist daher die Frage, ob und in welcher Weise Großbritannien den Austritt aus der EU bewältigt. Bis hier mehr Klarheit herrscht, werden die Hypothekenzinsen auf ganz niedrigem Niveau verharren.“

Sabine MünsterBereichsleiterin Baufinanzierung & Vorsorge, comdirect

Sabine Muenster Experte

„Das von der EZB beschlossene Gesamtpaket beinhaltet eine Reihe von Komponenten, die sich auf die langfristigen Hypothekenzinsen sehr unterschiedlich auswirken. Eine valide Aussage zur Entwicklung der langfristigen Zinsen ist daher nicht möglich. Wahrscheinlich ist es jedoch, dass der Abwärtstrend der letzten Wochen zunächst gestoppt ist und die langfristigen Zinsen sich auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Wir gehen derzeit nicht von negativen Bauzinsen aus.“

Christoph MüllerGeschäftsführer DTW GmbH

Christoph Müller Experte
„Der erhöhte Strafzins gilt für kurzfristige Einlagen der Banken bei der EZB. Einige Institute werden deshalb Kundeneinlagen verstärkt als langfristiges Baugeld vergeben. Entscheidend für die Höhe der Hypothekenzinsen sind jedoch die Renditen langlaufender Anleihen. Käufe der EZB stabilisieren die Anleihenachfrage und halten die Zinsen niedrig. Noch tiefere Zinsen sind dennoch unwahrscheinlich.“

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ExpertenmeinungÜber diese Rubrik

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