Werbung und Wirklichkeit
Werbung und Wirklichkeit beim Ratenkredit – beste Kreditkonditionen gelten für kaum jemanden © Tierney / Adobe Stock

Frankfurt 12.10.2018 –– Kühe sind lila, von Energy-Drinks wachsen uns Flügel und wenn Männer eine bestimmtes Deo nutzen, fliegen ihnen alle Frauen zu: Eigentlich wissen wir, dass Werbung und Wirklichkeit wenig miteinander zu tun haben. Beim Thema Ratenkredite vergessen wir das aber gern. Dabei ist es mit den allerbesten Konditionen genauso wie mit lila Kühen: Eigentlich gibt es sie gar nicht.

Wer sich für einen Kredit interessiert – sei es, weil er sein Konto ausgleichen, die Küche renovieren oder die ersehnte Weltreise unternehmen will – sieht sich im Fernsehen, im Internet und auf Plakaten von traumhaften Zinsangeboten umgeben. Allerdings: Bekommen wird diese Superzinsen der normale Durchschnittsbürger kaum.

Ab 0,00%! Wie Kreditgeber und Vergleichsportale tricksen

„Wie machen die das bloß?“, fragt man sich angesichts mancher Zinssätze oder gar Ratenkrediten mit Minuszinsen, die immer wieder angeboten werden. Dabei ist es ganz einfach: Diese wahnsinnig guten Konditionen bekommt kaum jemand. Denn die Voraussetzung für derlei Kredite ist mindestens eine „sehr gute Bonität“. Was Kreditgeber darunter verstehen, wird nicht verraten. Internen Informationen zufolge, die der FMH-Finanzberatung vorliegen, betrifft diese Bonitätseinschätzung jedoch maximal 3 bis 5% der deutschen Bevölkerung – also genau jene, die ohnehin keinen Kredit nötig haben. Der Zusatz „ab“ vor einem Zinsangebot verrät es schon: Der Superzins ist nicht garantiert, es gibt noch andere Konditionen, je nach Bonität.

FMH Ratenkredit Zinsen 2018-10-12
© FMH-Finanzberatung / FMH Finanzberatung

Zweidrittelzins: Wie Gesetzgeber Banken in die Schranken weisen

Dass solche Angebote irreführend sein können, hat auch der Gesetzgeber befunden. Und so sind Kreditgeber verpflichtet, zusätzlich zu ihrem Spitzenzinssatz auch einen so genannten Zweidrittelzins anzugeben. Der ist meist als kleingedruckter Sternchentext unter dem eigentlichen Werbemotiv zu finden. Dieser Zweidrittelzins ist der Zins, den mindestens zwei Drittel aller Kunden dieser Bank bekommen haben – was in etwa einer mittleren Bonität entspricht. Wer also der Werbung Glauben schenken mag, sollte nicht auf die große Zahl im Werbeplakat schauen, sondern auf die ganz klein gedruckte. Denn das ist der realistische Kreditzins. Ebenfalls aussagekräftig: Bonitätsunabhängige Kredite. Hier erhalten alle Kunden den gleichen Zins.

Achtung: Zu viele Kreditabfragen können die Bonität beeinträchtigen

Beantragen Sie einen Kredit, prüft der potenzielle Geldgeber Ihre Bonität, indem er bei Schufa & Co. eine Abfrage einleitet. Das ist ein automatisierter Prozess, der in der Regel nicht länger als eine Minute dauert. Dass diese Abfrage erfolgt, wird in Ihrem Bonitätsprofil registriert. Wird die Schufa-Anfrage als Konditionsanfrage deklariert, wirkt sie sich nicht negativ auf das Scoring aus – anders sieht es bei einer als Kreditanfrage gekennzeichneten Anfrage aus.

Deshalb sollten Sie als Kreditnehmer immer darauf achten, welche Art der Schufa-Anfrage erfolgt. Die Bank oder der Vermittler muss Ihnen diese Auskunft auf Nachfrage erteilen. Eine ebenfalls für Sie sichere Variante ist es, Kreditanfragen über den Vergleichsrechner der FMH-Finanzberatung zu stellen: Hier finden Sie nicht nur die echten, aussagekräftigen Zinsen. Wir kooperieren zudem bei der Beantragung von Kreditanfragen mit der Plattform Finanzcheck, da dort eine gestellte Kundenanfrage gleich vorab bei mehreren Anbietern abgecheckt wird und erst die beste Bank, die Sie auch nehmen würde, die endgültige Anfrage erhält.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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