Entwicklung Bauzinsen 2019
Was machen die Bauzinsen? Nicht verwirren lassen: Die Tendenz ist langfristig steigend. © WoGi / Adobe Stock

Frankfurt 24.01.2019 –– Alle Welt wartet auf die Zinswende. Doch warum wird das Baugeld dann gerade jetzt billiger? Wie namhafte Experten die Lage bewerten – und was Bauherren wissen müssen

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkt sich zwar nicht direkt auf das Baufinanzierungsgeschäft in Deutschland aus. Die mittelbaren Effekte sind aber immens. Entsprechend steigt derzeit die Nervosität bei allen, die gerade eine Baufinanzierung suchen. Denn die EZB hat den Ankauf von neuen Staatsanleihen gestoppt. Das bedeutet zwar noch nicht das Ende der Anleihekäufe an sich. Dennoch liegt die Vermutung nahe, dass die Zinsen nun langsam wieder steigen werden. Eigentlich.

Ein Blick auf den aktuellen FMH-Index zeigt jedoch: Bei den Bauzinsen ist das Gegenteil der Fall. Seit Anfang des Jahres haben sie sich nochmals um 0,05 Prozentpunkte verbilligt. Was bedeutet das?

Immer mit der Ruhe

Wenn man sich die Zinsentwicklung der vergangenen Jahre ansieht, fällt zunächst eines auf: Der Abstand zwischen den Renditen der deutschen Bundesanleihe und den Hypothekenzinsen ist zu Beginn des Jahres oft relativ klein. Vermutlich liegt es daran, dass die Banken in dieser Zeit auf Marge verzichten, weil sie vor allem Umsatz machen wollen. Das klappt mit niedrigen Zinsen besser als mit hohen.

Dennoch gilt auch im Monat Januar, dass die Entwicklung der Hypothekenzinsen an die Rendite der Bundesanleihe angelehnt ist. Sie ist in den vergangenen Tagen wieder gesunken – und so dürften sich auch die Bauzinsen wieder leicht nach unten entwickeln.

Bauherren sollte das allerdings nicht zum Spekulieren verleiten. Statt darauf zu hoffen, dass der Abwärtstrend weitergeht, empfiehlt es sich, sehr gezielt und gut überlegt eine Finanzierungsentscheidung treffen. Mag der eine oder Banker auch eindringlich davor warnen, dass er „diese guten Zinsen nicht mehr lange halten kann“: Für eine wohl durchdachte Entscheidung ist immer Zeit.

Expertentreffen bei der FMH

Eine gute Gelegenheit, sich umfassend zu informieren und die aktuellen Entwicklungen besser einschätzen zu lernen, ist die Verleihung des FMH-Awards am 24.Januar im Hotel Sofitel in Frankfurt/Main. Ein hochkarätig besetztes Podium diskutiert hier über das mögliche Ende der Niedrigzinsphase, die möglichen Folgen und die Auswirkungen für finanzierungswillige Kunden und deren Banken.

Unterschiedliche Szenarien sind denkbar: Möglich ist es zum einen, dass aufgrund der steigenden Zinsen die Nachfrage nach Immobilien sinkt – und sich damit auch die Preise wieder entspannen. Ebenso kann es sein, dass leicht steigenden Zinsen die Nachfrage nach Immobilien noch einmal richtig anheizen – gemäß dem Motto: lieber jetzt noch kaufen, bevor die Zinsen durch die Decke gehen. In diesem Fall würden die Immobilienpreise auf dem ohnehin schon ausgedünnten Markt wohl noch einmal deutlich anziehen.

Und doch lässt sich eines mit relativer Gewissheit sagen. Kaufinteressenten haben keinen Grund zur Panik. Bis die Zinsen wieder richtig teuer werden, dürfte noch eine Menge Zeit vergehen.

Im vergangenen Jahr betrug die Schwankungsbreite bei einer zehnjährigen Zinsbindung gerade einmal 0,25 Prozentpunkte, bei 15 Jahren fest waren es sogar nur 0,2 Prozentpunkte. Sollten die Zinsen wirklich steigen, könnte sich dieser Wert auf 0,5 Prozentpunkte erhöhen und einen Kredit über 400.000 Euro innerhalb von zehn Jahren um rund 12.000 Euro verteuern. Das ist zwar ärgerlich, aber kein Betrag, der über das Wohl und Wehe einer Finanzierung entscheidet.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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