Frankfurt 13.12.2019 –– Das Jahr 2019 war – die Bauzinsen betreffend – ein absolut verrücktes Jahr. Gerechnet hatten Experten mit leicht steigenden Zinsen, doch passiert ist das genaue Gegenteil: Es wurden absolute Zinstiefs erreicht. Auch aktuell ist kein steigender Trend erkennbar, doch 2020 ist lang. Wie also werden sich die Hypothekenzinsen entwickeln? Wir haben sechs Experten nach ihrer Meinung gefragt.

Sabine MünsterBereichsleiterin Baufinanzierung & Vorsorge Comdirect

Sabine Muenster Experte

„Ein langweiliges Zinsjahr wird 2020 mit Sicherheit nicht, auch wenn die EZB ihrer bisherigen Niedrigzinspolitik treu bleiben wird. Allerdings gehen wir als reiner Baufinanzierungsvermittler davon aus, dass die absoluten Zinstiefs nicht mehr erreicht werden. Banken werden versuchen, Marktchancen für eine Stabilisierung ihrer Marge zu nutzen. Bereits in diesem Jahr war zu beobachten, dass die Zinsschwankungen nicht immer marktinduziert, sondern eher geschäftspolitisch geprägt waren. Da gleichzeitig der Baufinanzierungsmarkt weiterhin sehr umkämpft bleiben wird, ergeben sich für Kunden immer wieder Chancen für sehr attraktive Zinsen.“

Oliver LüschVorstand BBBank

Experte Oliver Luesch

„Die Baufinanzierungszinsen bleiben im Jahr 2020 historisch niedrig. Dafür sorgen die Europäische Zentralbank mit ihrer lockeren Geldpolitik und der Wettbewerb. Gleichzeitig sind die Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven der Menschen gut. Trotz teils stark steigender Immobilienpreise lohnen sich Kauf oder Bau von Immobilien unverändert. Insbesondere dann, wenn man sie selbst nutzt. Auch Modernisierungsvorhaben kann man jetzt besonders günstig realisieren. Die niedrigen Zinsen sollte man sich langfristig sichern. Falls sie in Zukunft doch mal wieder steigen, erlebt man keine böse Überraschung.“

Michael NeumannVorstandsvorsitzender Dr. Klein Privatkunden AG

Michael Neumann Experte

„Wenn es keine umfassende und positive Lösung im Handelsstreit und Klarheit bezüglich des Brexits gibt, wird sich die Konjunktur im nächsten Jahr nicht nachhaltig positiv entwickeln. Als Folge daraus erwarte ich auch im Jahr 2020 ein Zinsniveau in einer vergleichbaren Spanne wie 2019. Bauherren und Käufer profitieren damit weiterhin von sehr günstigen Finanzierungsbedingungen. Negativzinsen sehe ich dagegen nicht für größere Kundengruppen. Ob und wann dies der Fall sein wird, hängt nicht nur von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch von der Umstellung der IT-Systeme der Banken ab.“

Christof LehrGeneralbevollmächtigter der AXA Bank

Christof Lehr Experte

„Die Weltkonjunktur hat 2019 unter dem Brexit und den diversen „Handelskriegen“ gelitten. Dennoch haben die geopolitischen Krisen ihren Schrecken verloren und werden die Märkte 2020 nicht mehr so massiv beeinflussen. Das Schlimmste scheint überstanden und die EZB wird ihre expansive Zinspolitik zunächst fortsetzen. Da Negativzinsen bei Verbrauchern verpönt sind, wird man womöglich versuchen, mit einem moderaten Zinsanstieg aus der sozialpolitisch schwierigen Situation zu kommen. Gepaart mit guten Konjunkturaussichten könnte dies im zweiten Halbjahr einen leichten Anstieg der Hypothekenzinsen bedeuten.“

Christoph MüllerGeschäftsführer DTW GmbH

Christoph Müller Experte

„Auch im Jahr 2020 werden Baufinanzierer wahrscheinlich von niedrigen Bauzinsen profitieren. Bis auf kurzzeitige Ausschläge nach oben oder unten, erwarten wir keine wesentliche Veränderung. Die weltweit sich abschwächende Konjunktur, der Austritt Großbritanniens aus der EU, die lockere EZB-Geldpolitik, Zinssenkungen der US-Notenbank, ein möglicher Handelskrieg sowie der Abwertungswettlauf der Währungen zwischen USA, China und der EU sprechen für niedrige Bauzinsen. Eine vorsichtigere Kreditvergabe der Banken wegen Preisübertreibungen am Immobilienmarkt könnte dennoch real steigende Zinsen bewirken.“

Wenn Sie die Zinsentwicklungen in 2019 nochmals sehen wollen, können Sie unsere „aktuelle Zinsentwicklung“ nutzen. Möchten Sie Zusammenhänge und Entwicklungen unterschiedlicher Produkte intensiver studieren, nutzen Sie unseren Bereich „Detail-Chart“

Expertenmeinung

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