Baufinanzierung Zinsentwicklung November 2018
Über manche Zinsentwicklung kann man sich nur wundern - wie bei den Hypothekenzinsen. © Wayhome Studio / Adobe Stock

Frankfurt 09.11.2018 –– Seit Beginn der Finanzkrise 2008 ist nichts mehr wie zuvor: Gesetzmäßigkeiten zur Zinsentwicklung, auf die immer Verlass war, gelten heute nicht mehr. Umso öfter staunen Zinsexperten über die paradoxe Entwicklung mancher Zinsen. Beispielsweise der Hypothekenzinsen, die aktuell wieder sinken, obwohl sie eigentlich steigen müssten.

Ein Blick in die USA zeigt, welche Auswirkung die Zinspolitik klassischerweise auf die Zinslandschaft hat: Dort hatte die FED zunächst begonnen, im großen Stil Staatsanleihen aufzukaufen. Schließlich stoppten die US-Amerikaner den Anleihekauf und hoben die Leitzinsen an, was zu höheren Renditen der Staatspapiere und höheren Zinssätzen bei der Baufinanzierung führte. Und weil weiterhin die Inflationsrate leicht steigt und Vollbeschäftigung vorhanden ist, wird die FED die Leitzinsen weiter erhöhen.

Und bei uns? Die Zinspolitik der EZB ist nur wenig anders – das Ergebnis weicht deutlich ab

Als die USA begannen, Staatsanleihen zu kaufen, zog die EZB einige Jahre später nach. Als die FED den Anleihekauf stoppte und die Leitzinsen anhob, schaute in Europa alles auf die EZB: Kommt nun endlich Bewegung in die europäische Zinslandschaft? Doch die europäische Zentralbank ließ sich Zeit. Lange warteten Anleger auf eine Reaktion, endlich kam die erlösende Aussage: Ab Januar 2019 werde die EZB keine neuen Anleihen mehr aufkaufen.

Allerdings gedenkt die europäische Zentralbank – anders als die FED – erst im Herbst 2019, die Leitzinsen anzuheben. Es bleibt die Frage, ob und wann die EZB die Strafzinsen von 0,4% reduzieren oder streichen wird. Denn selbst diese Entscheidung könnte bereits ein bisschen Normalität in die Anlagezinsen bringen. Stattdessen bleiben die Renditen der Bundesanleihe auf extrem niedrigen Niveau und sind in den letzten Wochen sogar wieder gefallen. Woran liegt das?

Gut, Italien ist immer noch ein Thema und auch die kriselnden Banken in Griechenland bleiben vorerst präsent. Krisen bedeuten Flucht in die absolut sicheren Anleihen des deutschen Staats. Doch gleichzeitig haben wir eine Inflationsrate von 2,5% in Deutschland und eine Rendite von gerade einmal 0,4% für die 10jährige Bundesanleihe. Dies passt einfach nicht zusammen. Noch dazu, wenn man weiß, welche Zinsen die Anleger in den USA erhalten.

Nicht von paradoxen Reaktionen verunsichern lassen, die Zinswende kommt bestimmt

Dennoch sollten sich Anleger und Bauherren nicht von diesen Renditeschwankungen irritieren lassen: Langfristig werden die Zinsen in Deutschland steigen. Zuerst die Bundesanleihe, dann die Baugeldzinsen, schließlich die Ratenkreditzinsen und natürlich auch die Sparzinsen. Die Frage ist nur: Wann?

Aktuell lässt sich das schwer sagen, da unterschiedlichste Parameter für unvorhersehbare Kursschwankungen sorgen können. Selbst eine kleine Regierungskrise in Deutschland kann sich positiv auf die Kreditzinsen auswirken. Gibt es keine klaren Vorgaben und Perspektiven der deutschen Regierung für die Entwicklung in der EU und kommen Ängste bei den Anlegern auf, was die Nachbarstaaten angeht, drückt das die Renditen für die Bundesanleihe wieder nach unten. Klingt seltsam, ist aber nicht so abwegig.

Wenn sich die Umstände wieder normalisieren und die Ängste der Investoren abnehmen, kann es allerdings sehr schnell zu einem Drehen der Zinsen kommen – und aus sinkenden Zinsen werden konsequent steigende Zinsen in Deutschland, wie das der Zinsanstieg Anfang 2018 sehr schön verdeutlicht: Innerhalb von wenigen Wochen kann es bei den Hypothekenzinsen zu einer Zinserhöhung von 0,5 Prozentpunkten kommen. Wer zurzeit finanzieren will oder muss, kann sich über die noch bzw. wieder niedrigen Zinssätze freuen. Man sollte allerdings keinesfalls die Finanzierungsentscheidung verschieben, um auf noch niedrigere Zinsen für die Baufinanzierung zu spekulieren.

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