Frankfurt 10.05.2020 –– Ende 2019 haben wir ausgewählte Experten gefragt, wie das Zinsjahr 2020 für die Baufinanzierung wird. Was damals noch niemand auf dem Schirm hatte: Das Corona-Virus. Für die Wirtschaft ist alles anders, für viele Privatleute ebenfalls. Deshalb fragen wir unsere Experten erneut: Zinsentwicklung 2020 – fällt die Prognose angesichts der Corona-Krise nun anders aus als vor vier Monaten? Oder ändert sich für die Baufinanzierung nichts?

Christof LehrGeneralbevollmächtigter der AXA Bank

Christof Lehr Experte

„Auf die Corona-Krise haben die Finanzmärkte zunächst mit hoher Volatilität reagiert. Die ersten großen wirtschaftlichen Schadensbilanzen schlagen bereits auf die Folgemärkte durch, von nennenswerten Zinssprüngen nach oben ist in diesem Krisenszenario allerdings nicht auszugehen. Mittelfristig könnte sich diese Entwicklung durch die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen jedoch ändern. Der Immobilienmarkt reagiert in der Regel wenig schwankend und Wertentwicklungen zeichnen sich dort oft erst nachgelagert ab. Dennoch erwarte ich im Bereich der privat genutzten Immobilien eine Preiskorrektur, insbesondere in den „überhitzten Märkten.“.“

Christoph MüllerGeschäftsführer DTW GmbH

Christoph Müller Experte

„Auch unter dem Einfluss der Corona-Krise werden Baufinanzierer mit guter Bonität weiterhin von niedrigen Bauzinsen profitieren. Das in der aktuellen Situation beschlossene Anleihekaufprogramm der EZB sowie die lockere Geldpolitik der Notenbanken werden die Refinanzierungszinsen für Baugeld niedrig halten. Auf der anderen Seite führt die drohende Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit und zumindest temporär sinkenden Immobilienpreisen zu veränderten Risiken bei der Kreditvergabe. Die Folge sind deutlich höhere Risikoaufschläge, insbesondere für Bauherren und Käufer mit wenig Eigenkapital.“

Michael NeumannVorstandsvorsitzender Dr. Klein Privatkunden AG

Michael Neumann, Dr. Klein

„Corona reißt die Wirtschaft weltweit in eine Rezession und ein tiefes Loch in die Staatskassen. Die Bundesregierung versucht, die ökonomischen Folgen mit massiver Neuverschuldungen abzufedern. Das dämpft die Nachfrage nach Bundesanleihen und deren Rendite steigt. Bauzinsen ziehen in der Folge langsam an. Aktuell sorgen erhöhte Risikomargen auf Seiten der Banken für leicht steigende Zinssätze. Die Aufwärtsbewegung wird allerdings moderat ausfallen: Denn die EZB tritt durch Corona-Krise wieder massiv als Anleihekäuferin auf und hält die Renditen und Zinsen damit künstlich niedrig.“

Oliver LüschStellvertretender Vorstandsvorsitzender BBBank

Experte Oliver Luesch

„Wir erwarten keine Zinskorrektur wegen Corona. Die Europäische Zentralbank setzt ihre lockere Geldpolitik ja sogar in verstärktem Maße fort. Die Baufinanzierungszinsen bleiben also niedrig. Viel spricht zudem dafür, dass der Immobilienmarkt sich erstmal seitwärts bewegt. Das sind im Grunde positive Nachrichten. Demzufolge wird sich der Kauf oder der Neubau von Immobilien unverändert lohnen. Vor allem, wenn man sie selbst nutzt. Und weiterhin gilt: Die niedrigen Zinsen sollte man sich langfristig sichern. Das bringt Planungssicherheit für die Kreditnehmer und die ganze Familie.“

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Expertenmeinung

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