Neues Zinstief dank Coronavirus: Die Baufinanzierung wird wieder billiger.
Neues Zinstief dank Coronavirus: Die Baufinanzierung wird wieder billiger. © Animaflora PicsStock / Adobe Stock

Frankfurt 06.02.2020 –– Das Coronavirus sorgt weltweit für Schlagzeilen und verunsichert Menschen und Märkte. Das ist erst einmal nicht günstig, hat aber auch guten Seiten. Zum Beispiel für alle, die eine Baufinanzierung benötigen – denn das Virus könnte zu einem neuen Zinstief führen.

Betrachtet man die Brandherde, die in den vergangenen Jahren die Politik und die Finanzmärkte in Atem gehalten haben, sieht es Anfang 2020 gar nicht so schlecht aus. Der (formelle) Brexit wurde Ende Januar fast lautlos vollzogen. Das dauerhafte Säbelrasseln zwischen China und die USA ist vorerst verklungen und die EU-Staaten vermelden aktuell kaum neuen Chaosszenarien. Diese Beruhigung sollte nach menschlichem Ermessen eigentlich für leicht steigende Zinsen – auch bei Darlehen – sorgen.

Doch das Gegenteil ist der Fall.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stand am 04.Februar 2020 bei minus 0,41 Prozent – ein deutlicher Verlust zum Stand drei Wochen zuvor. Damals notierte sie bei „nur“ minus 0,17 Prozent.

Die aktuellen Werte nähern sich inzwischen sogar dem bislang tiefsten Stand, der 03.Sept. 2019 zu verzeichnen war – damals erhielten Anleger für Bundesanleihen eine Rendite von minus 0,74 Prozent. Im Gefolge der Bundesanleihen sinken auch die Zinsen für Bau-Darlehen: Lagen sie Mitte Januar noch bei 0,83 Prozent, haben sie nun den Wert von 0,73 Prozent erreicht. Damit sind sie nur noch 0,06 Prozentpunkte vom Allzeittief der Baufinanzierung im September 2019 entfernt.

Günstige Immobiliendarlehen: Ein Virus senkt die Zinsen

Schuld an dieser Entwicklung dürfte die inzwischen weltweite Verbreitung des Coronavirus sein – und die damit einhergehende Verunsicherung. Zwar unternimmt China, das Ursprungsland des Virus, enorme Anstrengungen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Doch die Zahl der Infizierten steigt ebenso wie die registrierten Todesfälle. Das verunsichert die Finanzmärkte. Und Unsicherheit auf den weltweiten Finanzmärkten bedeutet für die Bundesanleihe immer auch sinkende Renditen – aktuell beträgt der Rückgang stolze 0,25 Prozentpunkte. Dem deutschen Staat kann das nur Recht sein – ebenso wie all jenen, die eine Baufinanzierung benötigen: Im indirekten Zusammenhang sinken nämlich auch die Bauzinsen kurz vor einem neuen Zinstief. Die Banken bieten einmal mehr extrem günstige Darlehen und traumhafte Konditionen, selbst bei wenig Eigenkapital an.


Bauzinsen verrückt
© FMH-Finanzberatung / FMH-Finanzberatung


Bemerkenswert ist allerdings, dass der Zins für Baudarlehen bei Banken und Versicherungen aktuell noch schneller absackt, als die Renditen der Bundesanleihen. Nach der Marktbeobachtung der FMH-Finanzberatung geht dieses Phänomen unter anderem darauf zurück, dass sich Banken in den ersten Monaten des Jahres oft mit vergleichsweise kleinen Margen bescheiden und eher darauf setzen, möglichst zeitnah ihre Umsatzziele zu erreichen. Die Idee dahinter: Wer im Frühjahr mehr Finanzierungsvolumen in den Büchern hat, als eingeplant, der kann in der Urlaubszeit eine höhere Marge einkalkulieren und einen schlechteren Zinssatz bei der Baufinanzierung anbieten, als die Konkurrenz. Das bedeutet zwar meist weniger Geschäft – aber, weil die Personaldecke in den Ferienmonaten ohnehin meist ausgedünnt ist, lässt sich das hervorragend verschmerzen. Außerdem erspart man sich mit dieser Taktik einen lästigen Endspurt zum Jahresende.

Lohnt es sich, das nächste Zinstief abzuwarten?

Kunden, die eine günstige Baufinanzierung suchen, stellen sich angesichts der aktuellen Entwicklung die Frage, wann der optimale Zeitpunkt ist, das Darlehen bei der Bank zu unterschreiben. Lohnt es sich, schnell zuzugreifen? Oder ist es günstiger, die Unterzeichnung des Kredits zu verschieben, weil der Zinssatz noch weiter nach unten gehen könnten?
Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit eines neuen Zinstiefs derzeit relativ groß. Die Auswirkungen auf die Gesamtbelastung der Kunden sind allerdings überschaubar, wie das folgende Beispiel belegt: Wer Anfang Februar eine 50-Prozent Baufinanzierung braucht, erhält bei einer Zinsbindung von zehn Jahren schon heute einen Kredit zum sehr günstigen Zinssatz von 0,45 Prozent. Wer sich die aktuellen Konditionen 20 Jahre festschreiben will, zahlt auf sein Darlehen ein Prozent Zinsen an die Bank. Bei einem Kredit über 300.000 Euro kosten selbst 0,1 Prozent Zinsdifferenz fest nur 25 Euro pro Monat mehr: Insgesamt geht es bei einem Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung also um 2.595 Euro, bei 20 Jahre Zinsbindung zahlt der Kunde 4.537 Euro mehr an die Bank. Das ist zwar ein netter Betrag, aber bei einer Gesamtsumme von 300.000 Euro kein Grund die Unterschrift unter dem Kredit-Vertrag zu verschieben und zu riskieren, dass das Wunschobjekt womöglich noch an einen entschlosseneren Käufer zu verlieren.

Vergleich macht reich

Wesentlich lukrativer als die Spekulation auf noch niedrigere Zinsen ist es, im Vorfeld der Kaufentscheidung systematisch auf den Vergleich der Darlehensangebote verschiedener Banken und Versicherungen zu setzen und sich die günstigsten Anbieter herauszupicken. Bei einem Kredit von 300 000 Euro ist die monatliche Belastung des Kunden beim schlechtesten Anbieter im FMH-Hypotheken Vergleich 190 Euro höher als beim besten. Im Lauf von zehn Jahren summieren sich unnötige Zinsausgaben durch schlechte Konditionen also auf stolze 20.600 Euro. Bei einer Zinsbindung von 20 Jahren beträgt die Mehrbelastung sogar 34.375 Euro.

Der Hypothekenvergleich der FMH-Finanzberatung ist der einzige Bauzins-Vergleich im Internet, der Zinsaufschläge bei den unterschiedlichen Beleihungsgrenzen korrekt errechnet und gleichzeitig alle Rabatte – etwa für eine höhere Tilgung oder unterschiedliche Darlehenssummen direkt in den Zinssatz einarbeitet. Zudem zeigt der Vergleich alle Anbieter sofort mit allen Bedingungen und Besonderheiten an und nennt diese nicht erst, wenn der Nutzer drei Seiten mit persönlichen Eingaben ausgefüllt hat.

Neues Zinstief, ergänzt durch ein KfW-Darlehen, ergibt Minuszinsen

Wichtig für alle, die derzeit eine Baufinanzierung suchen ist zudem, dass sich sogar der Traum von Minuszinsen schon realisieren lässt. Das gilt zumindest dann, wenn Bauherren dafür geförderte KfW-Darlehen in Anspruch nehmen. Das belegt eine Rechnung, die die FMH-Finanzberatung angestellt hat: Danach erhalten Bauherren, die das KfW-Programm 153 (Förderung eines Neubaus) nutzen, so hohe Tilgungszuschüsse von der KfW, dass sogar die Gesamtfinanzierung innerhalb einer zehnjährigen Zinsbindung einen Minuszinsen erwirtschaften.


Effektivzins für Bank-Darlehen mit KfW-Tilgungszuschuss Darlehen 330.000 € (Bank) und 120.000 € (KfW)
Kaufpreis: 500.000 € / Darlehen 450.000 €
DarlehensgeberDarlehenSollzinsTilgungRate p. m.
Bank330.000 €0,80%3,00%1.045,00 €
KfW (153)120.000 €0,75%3,09%384,00 €
Gesamt450.000 €1.429,00 €
Effektivzins bei verschiedenen Tilgungszuschüssen nach 10 Jahren
Tilgungszuschuss
Prog. 153
Restschuld KfW
nach 10 Jahren
Restschuld (Bank und KfW)
nach 10 Jahren
Gesamt-
effektivzins
Effizienzhaus 40 Plus30.000 €53.415,21 €280.383,22 €minus 1,32%
Effizienzhaus 4024.000 €59.834,03 €286.802,04 €minus 1,15%
Effizienzhaus 5518.000 €66.252,89 €293.220,90 €minus 0,98%

Beim KfW-Darlehen ist ein tilgungsfreies Jahr unterstellt.
Bankzins Stand 06.02.2020.

Für Testzwecke können hier alle Rechner aufgerufen werden. Wird auf der richtigen Seite dann nicht mehr angezeigt.
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