Was haben Benzinpreise und Baufinanzierung gemeinsam? Beide steigen in der Ferienzeit.
Was haben Benzinpreise und Baufinanzierung gemeinsam? Beide steigen in der Ferienzeit. © nagaets / Adobe Stock

Frankfurt 17.06.2021 –– In der Urlaubszeit wird nicht nur der Sprit teurer: Auch wer ein Hypothekendarlehen braucht, muss während der Ferien mit Preisaufschlägen rechnen. Welche Banken besonders heftig zulangen – und wie Kunden gegensteuern.

Endlich wieder reisen. Nach entbehrungsreichen Monaten im Dauerlockdown genießen die Deutschen die neugewonnene Freiheit in vollen Zügen. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Denn die neue Normalität hat auch die Tankstellen erreicht. Pünktlich zur Ferienzeit erreichen die Spritpreise neue Höchststände. Laut Statistischem Bundesamt mussten Verbraucher im April für Superbenzin 24,8 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Diesel verteuerte sich um 19,5 Prozent.

Doch nicht nur Kraftstoff geht dieser Tage kräftig ins Geld. Auch wer gerade eine günstige Baufinanzierung sucht, muss feststellen, dass die Preise in den vergangenen Tagen und Wochen deutlich angezogen haben. Seit Januar stieg die mittlere Zinsbelastung bei 15 Jahren fest von damals 0,95 Prozent auf effektiv 1,25 Prozent im Mai 2021.

Externe Faktoren – aber auch hausgemachte Preisschübe

Die Gründe für diesen Aufwärtstrend sind vielfältig.

Ein wesentlicher Faktor ist die Rendite der Bundesanleihe, die sich langsam, aber sicher aus dem Minusbereich herausarbeitet. Die Bundesanleihe dient zwar nicht der Refinanzierung der Bauzinsen, sondern die Pfandbriefe. Die aber verändern sich ziemlich parallel zur Staatsanleihe, wie die aktuelle Grafik beweist.


Baugeldzinsen und Rendite der Bundesanleihe in 2021
© FMH-Finanzberatung / FMH-Finanzberatung


Nicht ohne Effekt auf die Bauzinsen kann es auch bleiben, wenn die Inflation in Deutschland nach Jahren auf Minimalniveau plötzlich wieder in ungewohnte Höhen aufschwingt. Und genau das passiert gerade. Laut Statistischem Bundesamt wird die Teuerungsrate im Mai 2021 voraussichtlich 2,5 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Statistiker zum Teil noch negative Werte.

Den aktuellen Zinsentwicklungen allein auf wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurückführen zu wollen, wäre allerdings falsch. Viele Banken treiben die Preise gerade ganz bewusst.

Der Grund: In den Sommermonaten fahren auch die Sachbearbeiter der Banken vermehrt in die Ferien – es können also weniger Kredite bearbeitet werden. Wollen die Banken dennoch gute Margen erwirtschaften, müssen sie daher die Zinsen erhöhen, damit der Gewinn auch bei weniger Geschäft der Gleiche bleibt. Und genau das tun viele Geldhäuser gerade. Sie haben in den ersten Monaten des Jahres eher auf Volumen geachtet und die Marge pro Antrag reduziert. So konnten sie bei attraktiven Zinsen mehr Geschäftsvolumen einfahren. Das gleichen sie nun, in den Sommermonaten, durch erhöhte Marge wieder aus.

Welche Auswirkungen schon kleine Zinsveränderungen haben, zeigt unsere Tabelle.


Auswirkung von leichten Zinserhöhungen
Aktuelle Situation0,2% Zins­erhöhung; gleiche RateMehr­kosten bei
DarlehenZins­bin­dungSoll­zinsRate bei 3% Til­gungRest­schuldSoll­zinsRate bei 2,8% TilgungRest­schuldgleicher Raten­höhe
350.000 €10 Jahre0,80%1.108,33 €240.724 €1,00%1.108,33 €246.978 €6.254 €
350.000 €15 Jahre1,15%1.210,42 €178.189 €1,35%1.210,42 €187.159 €8.970 €
350.000 €20 Jahre1,40%1.283,33 €107.815 €1,60%1.283,33 €119.190 €11.375 €
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