Hypothekenzinsen

Frankfurt 22.09.2017 –– Immer wieder rätseln Fachleute und Laien, wie sich die Zinsen für Baugeld entwickeln könnten. Das ist spannend, aber oft vergebliche Liebesmühe. Denn die wichtigste Stellschraube für Ihre Baufinanzierung finden Sie ganz woanders.

77 Anbieter von Baugeld haben sich aktuell in unserer Datenbank listen lassen. Da Vermittler in den FMH-Zinsvergleichen mit ihren unterschiedlichen Finanzierungspartnern gelistet werden, erhöht sich die Zahl der Angebote auf über 250. Damit deckt die FMH-Finanzberatung den wohl attraktivsten Teil des Marktes mit insgesamt rund 1.500 Finanzierungsoptionen ab. Schließlich suchen vor allem jene Banken und Vermittler den Vergleich, die meinen, ein konkurrenzfähiges Angebot zu haben. Wer glaubt, nicht mithalten zu können, hält sich in aller Regel bedeckt.

Baufinanzierung: Kunden zahlen schnell 20.000 Euro zu viel

Selbst unter diesen besseren Anbietern von Baugeld gibt es erhebliche Unterschiede – und die können richtig ins Geld gehen! Beispiel: Der Kaufpreis des Objekts beträgt 400.000 Euro, die Darlehenssumme 200.000 Euro (50 Prozent Beleihung) und die Tilgung über zehn Jahre fest jährlich drei Prozent. Dann liegen zwischen dem billigsten und teuersten Angebot 0,98 Prozent effektiv (0,96 vs. 1,94 Prozent), und die monatliche Differenz beläuft sich auf 160 Euro. Über zehn Jahre sind das bis zu 19.200 Euro Ersparnis bzw. Mehrkosten.

Dreieinhalb Jahre früher schuldenfrei

Bei einer Beleihung von 90 Prozent und somit einem Darlehen von 360.000 Euro beträgt der Unterschied beim Effektivzins sogar 1,25 Prozentpunkte. Die monatliche Rate beim günstigsten Angebot in der FMH-Datenbank ist dann um 366 Euro niedriger als bei der teuersten Variante – das ergibt in den ersten zehn Jahren Mehrkosten bzw. eine Ersparnis von bis zu 39.400 Euro. Unterstellt man, dass die Zinsen über die gesamte Finanzierungszeit auf diesem Niveau liegen – was der Gesetzgeber ausdrücklich erlaubt –, summiert sich die Differenz sogar auf bis zu 70.500 Euro. Oder anders ausgedrückt: Wer das günstigste Angebot statt des teuersten nimmt, ist dreieinhalb Jahre früher schuldenfrei.

Erst günstigen Anbieter suchen, dann timen

Angesichts dessen wirken die Ängste vor einer möglichen Zinssteigerung um einen halben Prozentpunkt etwas überzogen. Wenn schon die Differenz zwischen den bei der FMH gelisteten Anbietern bis zu 1,25 Prozent beträgt und somit im breiten Markt Zinsspannen von bis zu zwei Prozentpunkten wahrscheinlich sind, kann die Schlussfolgerung nur lauten: Der wichtigste Faktor bei der Baufinanzierung ist die Suche nach einem möglichst günstigen Anbieter. Erst danach kann es um das Timing der Zinsentwicklung gehen. Wer anders vorgeht, riskiert, dass es ihn deutlich teurer kommt als nötig.

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