Wonach den Bauspartarif auswählen

Frankfurt 06.07.2014 –– Was ist wichtiger bei der Wahl des optimalen Bauspartarifs? Ein guter Darlehenszins oder ein interessanter Guthabenszins? Wir haben es für Sie durchgerechnet.

Wer einen Bausparvertrag abschließen will, hat die Qual der Wahl: Etwa 80 Tarife und über 600 Tarifvarianten von 21 Bausparkassen stehen zur Auswahl. Wer hier auch nur ansatzweise durchblicken will, setzt Prioritäten, um das Angebot auszudünnen. Doch was sollte die Prämisse sein? Ein niedriger Darlehenszins oder ein hoher Guthabenszins?

Niedrige Darlehenszinsen – verlockend ja, aber auch lohnend?

Viele Bausparinteressierte setzen auf den niedrigen Darlehenszins. Klar, ein günstiger Kredit ist immer super. Die Krux: Diese Bausparverträge müssen fast immer extrem schnell getilgt werden. Gleichzeitig erfordern sie jedoch eine relativ lange Ansparzeit. Deshalb sind die Superzinsen am Ende gar nicht mehr so rentabel, wie sie auf den ersten Blick wirken.

Als Beispiel: Sie wollen einen Bausparvertrag über 50.000 Euro abschließen und haben einen Tarif A mit 1,0 % Darlehenszins, aber nur 0,1% Guthabenszins sowie einen Tarif B mit 2,75% Darlehenszins und 1,25% Guthabenszins zur Auswahl.

Tarif A will innerhalb von 6 Jahren komplett tilgt sein. In dieser Tilgungszeit würden Sie tatsächlich 3.014 Euro gegenüber Tarif B sparen. Dafür erfordert Tarif A jedoch eine Ansparzeit von 10 Jahren – und in der verzichten Sie gegenüber Tarif B auf Guthabenszinsen in Höhe von 2.893 Euro, was eventuell sogar zu unterschiedlichen Darlehensbeträgen führen kann.

Rein mathematisch wäre Tarif A mit den vermeintlichen Superzinsen am Ende (Anspar- und Rückzahlungszeit) also nur um 121 Euro besser. Dafür muss er aber enorm schnell getilgt werden, was die Tilgungsrate in schmerzliche Höhen treibt.

Tarif B dagegen könnten Sie in unserem Beispiel mit einer geringeren Rate tilgen, was Ihre Liquidität schont, dafür jedoch die Gesamtkosten etwas verteuert.

Fazit: Meist ist der höhere Guthabenszins die bessere Wahl

Der niedrige Darlehenszins lohnt sich nur für Bausparer, die extrem schnell tilgen können, also finanziell flexibel sind. Alle anderen sollten eher auf den Guthabenszins achten, der Darlehenszins ist gar nicht so relevant, wie viele meinen:

Steigen die Hypothekenzinsen in Zukunft, freut man sich bei der Bausparvertragszuteilung über die günstigen Darlehenszinsen. Sollten sie noch niedriger sein als heute, verzichtet der Bausparer ganz einfach auf das Bauspardarlehen und schließt stattdessen die günstigere Hypothek ab. In diesem Fall aber freut er sich garantiert über die höheren Guthabenszinsen.