Frankfurt 11.08.2008 –– Viele Häuslebauer glauben, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt, wie viel Zinsen sie für ihr Darlehen zahlen müssen. Das ist nur zum Teil richtig. Denn über die Höhe der Hypothekenzinsen entscheidet die EZB indirekt. Ausschlaggebend sind vielmehr die Zinsen, die für längerfristige Anleihen bezahlt werden müssen. Sie werden in der so genannten Umlaufrendite gemessen.

Gehen die Kapitalmärkte davon aus, dass die Inflation anzieht, dann erwarten die Anleger einen höheren Zins, als wenn diese niedrig wäre. Damit verteuern sich auch die Baudarlehen. Umgekehrt gilt das Gleiche: Sinken die Inflationserwartungen, dann geben sich die Gläubiger mit niedrigeren Anleihezinsen zufrieden. Hypothekendarlehen werden damit günstiger. Letzteres kann auch passieren, wenn es einen Aktiencrash gibt und viele Investoren sichere Anleihen kaufen wollen. Das führt wegen des hohen Kaufinteresses ebenfalls zu sinkenden Zinsen.


Und welche Rolle spielt dabei die EZB? Sie legt unter anderem die Höhe der kurzfristigen Zinsen fest. Diese Entscheidung gilt den Kapitalmärkten als recht zuverlässiges Signal, was in Sachen Inflation zu erwarten ist. Denn erhöht die EZB die Zinsen, wird der Inflationsdruck voraussichtlich abnehmen. Das bedeutet wiederum: Die Anleihezinsen gehen zurück – und damit auch die Zinsen für Baudarlehen.