Zahlungsstrom-Rechner

Frankfurt 12.11.2015 –– Jahrelang war die Berechnung von Zahlungsströmen vor allem Finanzprofis vorbehalten. Nun können auch Verbraucher vom Herrschaftswissen der Banker profitieren. Ein neues FMH-Tool macht’s möglich.

Es ist noch gar nicht so lange her, da ließ sich ein kluger Mann einen sehr speziellen Taschenrechner bauen: Dr. Christian Sievi, Wirtschaftsmathematiker mit Erfindergeist, gab in den 1980-er Jahren den Bau eines Geräts in Auftrag, das nicht nur unterschiedliche Kontobewegungen abbilden und bewerten konnte – sein sogenannter „Treppenrechner“ war auch in der Lage, die Rendite einer Geldanlage mit unterschiedlichen Ein- und Auszahlungen zu ermitteln. Und den Effektivzins eines Darlehens. Bis heute ist Sievis Methode Vorbild für die Ermittlung von Zahlungsströmen. Ihr Grundansatz findet sich noch immer in zahlreichen Anwendungen.

Auch der neue Zahlungsstrom-Rechner der FMH-Finanzberatung basiert auf dem Prinzip des Treppenrechners. Er hilft interessierten Verbrauchern nicht nur dabei, Anlageformen oder Finanzierungen effektiv zu berechnen. Er eignet sich auch hervorragend für Anleger oder Bauherren, die erfahren wollen, wie gut (oder schlecht) sie mit einem Angebot oder Zahlungsplan bisher gefahren sind – und wie groß die Auswirkungen selbst vermeintlich niedriger Kosten und Gebühren auf das Gesamtergebnis sind. Wer damit staatlich oder betrieblich geförderte Geldanlagen berechnen will, sollte beachten, dass nur die eigenen Zahlungen und nicht die Arbeitgeberanteile oder staatlichen Zulagen für die Betrachtung wesentlich sind.

Herrschaftswissen für unsere Kunden

Der neue Rechner gibt Nutzern der FMH-Seite die Möglichkeit, jederzeit die unterschiedlichen Einzahlungen, Auszahlungen, Gutschriften oder Kosten für ihr Konto zu erfassen und daraus ein Gesamtergebnis zu ermitteln: Sondertilgungen fließen genauso in die Berechnung ein wie Belastungen durch Gebühren oder Raten.

Tipp: Auf den Zinssatz des einzelnen Buchungsvorgangs kommt es bei unserem Rechner nicht an. Wesentlich sind nur die einzelnen Zahlungen und die Restschuld, die am Ende der Vertragslaufzeit noch offen (und zu begleichen) ist. Auch müssen Sie bei der Eingabe der einzelnen Vorgänge nicht auf die Chronologie achten: Solange Sie nur die Daten korrekt angeben, setzt das Tool die Kontobewegungen in eine zeitliche Abfolge, die Sie sich, wenn Sie wollen, als Verlauf anzeigen lassen können.

Die richtige Basis wählen

Wer einen Zahlungsplan für die Zukunft darstellen und dabei alle Gebühren – etwa für Gutachten, Auslagen und Expertisen etc. erfassen will, dem hilft auch der sogenannte Barwert. Dieser Begriff bezeichnet, vereinfacht ausgedrückt, jenen Betrag, den man heute auf ein Konto einzahlen müsste, um (eine realistische Verzinsung unterstellt) in Zukunft anfallende Belastungen von diesem Konto aus bestreiten zu können. Entscheidend für den späteren Saldo ist dabei, wann die Zahlungen zu leisten sind: Je weiter in der Zukunft eine Belastung liegt, desto geringer ist ihre Auswirkung. Bei Gutschriften gilt das Gegenteil.

Beispiel: Ein Kunde bekommt ein Darlehen von 100 000 Euro ausbezahlt. In den darauf folgenden zehn Jahren bedient er seinen Kredit mit 700 Euro monatlich. Am Ende der Laufzeit hat er noch eine Restschuld von 30.000 Euro, die er dann ablöst. Das ergibt einen Effektivzins von 2,04 Prozent und einen Barwert seiner Zahlungen (114.00 Euro) von 94.311 Euro.

Hätte derselbe Kunde die 30.000 Euro gleich zu Vertragsbeginn zurückgezahlt und anschließend die gleiche Anzahl und Höhe von Raten geleistet, hätte er am Ende zwar die gleiche Summe überwiesen, aber sein Effektivzins wäre auf 3,80 Prozent und der Barwert auf 102.636 Euro gestiegen – bei einem Barwertzins von drei Prozent.

Unser Zahlungsstrom-Rechner erfasst die unterschiedlichen Zahlungsvorgänge und gewichtet sie intern – und zwar für folgende Finanzprodukte.

  • Sparplan: Ermitteln Sie die Rendite von Geldanlagen, bei denen Sie erst einmal Geld sparen müssen, um am Ende eine Auszahlung zu erhalten.
  • Darlehen: Hier steht die Auszahlung am Anfang. Sie zahlen (tilgen) erst im Anschluss. Wie hoch der Effektivzins (unter Berücksichtigung sämtlicher anfallender Kosten) ist, ermittelt unser Rechner.
  • Gekoppelter Vertrag: Hier erhalten Sie zunächst ein Darlehen – zahlen dieses aber im Laufe der Jahre mit einem Bausparvertrag zurück. Auch diese Mischvariante lässt sich mit dem Zahlungsstrom-Tool transparent machen.

Fazit: Wer die tatsächliche Rendite eines Sparplans erfahren will , sich für den Effektivzins seines Darlehens interessiert oder gar Einblicke in die Geschäftspraxis seiner Bausparkasse sucht, dem liefert unser Rechner – anders als viele Banken oder Bausparkassen – die ungeschönten Zahlen.