Beim Festgeld tut sich was: 3 % sind drin!

Frankfurt 15.09.2011 –– Drei Prozent – so viel bekommen Sparer maximal, wenn sie derzeit Geld für ein Jahr festlegen. Vier Banken zahlen inzwischen Festgeldzinsen in dieser Höhe. Noch vor wenigen Wochen waren die Geldhäuser etwas weniger spendabel. Doch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zwingen zu besseren Konditionen im Wettbewerb der Banken. Zudem wächst in diesen unsicheren Zeiten das Bedürfnis der Banken, die eigene Kapitalbasis durch neue Kundeneinlagen zu stärken.

Im Schnitt zahlen die Banken für zwölfmonatiges Festgeld derzeit 1,87 Prozent Zinsen. Das ergibt sich aus dem repräsentativen FMH-IndeX, der die Zinsdaten von 35 Häusern aller Bankengruppen bündelt und auf diese Weise Marketing-Aktionen einzelner Institute beim Festgeld ausblendet. Im Oktober 2010 belief sich der Indexwert auf mickrige 1,2 Prozent, im März notierte er bei rund 1,5 Prozent. Dass er jetzt nahe der Zwei-Prozent-Marke liegt, dürfte nicht nur mit den jüngsten Zinserhöhungen der EZB, sondern auch mit den höheren Eigenkapitalpuffern zu tun haben, die die Politik wegen der Finanzkrise von den Banken fordert.

Inflationsrate über Festgeld-Niveau

Das ist aus Anlegersicht auch dringend nötig. Denn im Oktober 2010 stieg die Inflationsrate erstmals seit Langem dauerhaft über den durchschnittlichen Zins für zwölfmonatiges Festgeld. Seit Februar 2011 verringert sich der Abstand zwischen Zins und Geldentwertung zwar, doch noch immer erleiden Sparer, die sich auf das nächstbeste Angebot verlassen, einen Kaufkraftverlust. Aktuell beläuft sich die Inflationsrate auf 2,4 Prozent. Ein Festgeld-Angebot aus dem Mittelfeld zu nehmen hieße also: Das eigene Kapital verliert jedes Jahr Kaufkraft in Höhe von einem halben Prozent – und das vor Steuern!

Konkurrenz bei Top-Konditionen nimmt zu.

Zum Glück muss das kein Sparer hinnehmen, denn seit dem Juli ist der IKB direkt als bisherigem Top-Anbieter einige Konkurrenz erwachsen. Inzwischen zahlen vier Banken Zinsen von drei Prozent. Dazu gehören die Bank of Scotland (nicht zu verwechseln mit der verstaatlichten Royal Bank of Scotland), die niederländische NIBC Direct und die VTB Direktbank. Wer in einjährigem Festgeld anlegen und nach Steuern keinen Kaufkraftverlust erleiden möchte, dürfte mit einer dieser Banken gut beraten sein.
Bei den beiden letztgenannten Banken sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Anleger durch den niederländischen beziehungsweise österreichischen Staat geschützt; im Fall der Bank of Scotland sind es 85.000 britische Pfund, was aktuell knapp 100.000 Euro entspricht. Die IKB direkt gehört zudem dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland an, sodass auch höhere Beträge gesichert sind.
Autor: Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung