Frankfurt 13.06.2018 –– Die Inflationsrate lag im Mai 2018 bei satten 2,2%. Das ist zwar für sich allein betrachtet kein Rekordhoch, in Relation zu den Anlagezinsen allerdings schon. Die Festgeldzinsen beispielsweise liegen aktuell unter der Inflation. Welche Möglichkeiten Anleger jetzt noch haben?

Vor 20 Jahren war die Anlegerwelt noch in Ordnung: Wer sein Erspartes als Festgeld für 10 Jahre anlegte, bekam damals 5,4% Zinsen – und das bei einer Inflationsrate von 1,3%. Das entspricht einer Realverzinsung (Anlagezins minus Inflationsrate) von 4,1%. Traumhaft!

Wenn man sich dagegen die Realverzinsung heute ansieht, landet man selbst bei der langen Festlegungszeit von 10 Jahren bei einem Minus von 1,16%. Das bedeutet: Bei dieser Inflationsrate nimmt die Werthaltigkeit der Geldanlage nicht zu, sondern ab. In konkreten Zahlen hieße das: Bliebe die Inflationsrate die nächsten 10 Jahre weiterhin auf diesem Niveau, hätte eine Geldanlage von 50.000€ nur noch eine Kaufkraft von 44.600€. Vor 20 Jahren dagegen wäre aus einem analogen Anlagebetrag in Euro nach 10 Jahren eine mögliche Kaufkraft von 74.350 Euro entstanden.

Aktuelle Zinsentwicklung: Keine Besserung in Sicht

Wie unlängst berichtet, wirkt sich die Unsicherheit in Italien positiv auf die Baugeldzinsen aus. Das bedeutet jedoch indirekt einen negativen Einfluss auf die Geldanlagen. Trotz nahezu sprunghaft angestiegener Inflationsrate ist jedoch kein Entgegenwirken der EZB zu erwarten. Es gibt keinen Grund, den Anleihenkauf frühzeitig zu reduzieren, denn der rapide Anstieg der Inflationsrate beruht auf der Ölverteuerung, die sich jederzeit wieder ändern kann. Deshalb ist von der EZB vorerst keine veränderte Geldpolitik zu erwarten – und folglich auch keine anderen Anlagezinsen.

Inflationsrate und Festgeld

Das können Anleger jetzt tun: Festgeld als teilweiser Inflationsausgleich

Auch die Banken werden kaum zu Veränderungen beitragen: Sie schwimmen im Geld und haben es keineswegs nötig, Anleger mit hochverzinsten Angeboten zu locken. Damit können sich Anleger abfinden und das Geld zu null Prozent auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto liegen lassen.

Alternativ können sie Festgeld-Angebote für 2 oder 3 Jahre wahrnehmen, um zumindest beinahe den Inflationsausgleich zu schaffen: Die besten Festgeldzinsen für 3 Jahre mit deutscher Einlagensicherung schaffen zwar nur 1,2%. Traut man für diesen Zeitraum jedoch auch ausländischen Banken mit einer gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunden, sind schon 1,6% zu holen. Bei einer Anlagedauer von 2 Jahren werden dagegen maximal 1,1 bzw. 1,4% geboten.

Die langfristige Alternative: Investmentanlagen

Wer nach höherem strebt, muss in risikoreichere Anlagen investieren. Investmentanlagen versprechen in Anbetracht der letzten Jahrzehnte bei vorsichtiger, weltweit ausgerichteter Anlage durchschnittliche Renditen zwischen 4 und 6%. Allerdings kann es bei Investmentanlagen auch durchaus vorkommen, dass nominal nach einiger Zeit weniger auf dem Depotkonto ist, als man angelegt hat. Dies kann sich in ein paar Monaten wieder ins Positive drehen. Um mögliche Renditeschwankungen zu überstehen, werden bei dieser Geldanlage deshalb Anlagezeiträume von 5 Jahren und mehr empfohlen. Klassische Investmentanlagen und auch ETF-Fonds lohnen sich demnach nur für Sparer mit einem langen Atem.

Grundsätzlich gilt: Ohne Risiko keine Rendite, je höher die Rendite im Vergleich zum zeitlichen Umfeld der Möglichkeiten, desto höher das Risiko, einen Teil seiner Geldanlage zu verlieren – im Extremfall sogar alles.

Als problematisch ist hier in jedem Fall der graue Kapitalmarkt zu erwähnen, auf dem aktuell noch mit „sicheren“ Zinsen von 5 Prozent und mehr geworben wird: Diese Zinsen sind aktuell seriös nicht erzielbar und daher absolute Risikoanlagen.

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